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2. Korinther 10-13 · Tag 329 · 2025

Stark, gerade weil du schwach bist!

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VI. Paulus rechtfertigt seine apostolische Würde und Wirksamkeit gegen seine judaistischen Gegner
Persönlich aber ermahne ich, Paulus, euch mit dem Hinweis auf die Sanftmut und Milde Christi, ich, der ich Auge in Auge zwar demütig bei euch bin, aus der Ferne aber mich selbstbewußt gegen euch zeige.
Ich bitte nur: bei meiner Anwesenheit Selbstbewußtsein beweisen zu müssen in der Zuversicht, die ich mir gegen gewisse Leute herauszunehmen gedenke, die da von uns die Meinung haben, daß wir einen Wandel nach dem Fleische führen.
Ja, wir wandeln wohl im Fleische, führen aber unsern Kampf nicht nach Fleischesart;
denn die Waffen, mit denen wir kämpfen, sind nicht fleischlicher Art, sondern starke Gotteswaffen zur Zerstörung von Bollwerken: wir zerstören mit ihnen klug ausgedachte Anschläge
und jede hohe Burg, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt, und nehmen alles Sinnen in den Gehorsam gegen Christus gefangen
und halten uns bereit, jeden Ungehorsam zu bestrafen, sobald nur erst euer Gehorsam völlig wiederhergestellt ist.
Sehet doch auf das, was vor Augen liegt! Wenn jemand von sich selbst die feste Überzeugung hat, daß er für seine Person Christus angehört, so möge er andererseits auch dies bei sich bedenken, daß ebenso gut wie er selbst auch wir Christus angehören.
Ja, wenn ich mich noch etwas stärker bezüglich meiner Befugnis rühmen wollte, die der Herr mir zu eurer Auferbauung , nicht zu eurer Zerstörung verliehen hat, so würde ich damit nicht zuschanden werden,
und es würde sich nicht herausstellen, daß ich euch durch meine Briefe gewissermaßen einzuschüchtern suche.
Denn seine Briefe, sagt man, sind allerdings wuchtig und kraftvoll, aber sein persönliches Auftreten ist schwächlich, und reden kann er gar nicht.
Wer so redet, möge sich folgendes gesagt sein lassen: Wie wir uns aus der Ferne brieflich mit Worten zeigen, ebenso werden wir uns auch bei unserer Anwesenheit mit der Tat beweisen!
Wir nehmen uns allerdings nicht heraus, uns mit gewissen Leuten unter denen, die sich selbst empfehlen, auf eine Stufe zu stellen oder uns mit ihnen zu vergleichen; nein, sie sind unverständig genug, sich an sich selbst zu messen und sich mit sich selbst zu vergleichen.
Wir dagegen wollen uns nicht ins Maßlose rühmen, sondern nach dem Maße des Arbeitsfeldes, das Gott uns als Maßstab zugewiesen hat, daß wir nämlich auch bis zu euch gelangen sollten.
Denn wir strecken uns nicht über Gebühr aus, als reichten wir nicht bis zu euch hin; wir sind ja doch tatsächlich mit der Heilsbotschaft Christi auch bis zu euch hingelangt.
Und dabei rühmen wir uns nicht maßlos aufgrund fremder Arbeitsleistungen, hegen aber die Hoffnung, beim Wachstum eures Glaubens dem uns zugewiesenen Wirkungsgebiet entsprechend bei euch noch ungleich größer dazustehen,
wenn wir die Heilsbotschaft noch in die über eure Grenzen hinausliegenden Länder tragen, ohne uns dabei auf fremdem Arbeitsfelde dessen zu rühmen, was fertiggestellt ist.
Nein, wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn ;
denn nicht wer sich selbst empfiehlt, ist bewährt, sondern der, den der Herr empfiehlt.

Weshalb und mit welchem Recht der Apostel sich selbst rühmt
Möchtet ihr euch doch ein klein wenig Torheit von mir gefallen lassen! Nicht wahr? Ihr laßt sie euch auch von mir gefallen;
denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; ich habe euch ja einem einzigen Manne verlobt, um euch Christus als eine reine Jungfrau zuzuführen.
Ich fürchte aber, daß, wie die Schlange einst Eva mit ihrer Arglist verführt hat, so auch eure Gedanken von der Einfalt und lauteren Gesinnung gegen Christus zum Argen hingezogen werden.
Denn wenn irgend jemand daherkommt und euch einen anderen Jesus verkündigt, den wir nicht verkündigt haben, oder wenn ihr einen andersartigen Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder eine andersartige Heilsbotschaft, die ihr nicht erhalten habt, so laßt ihr euch das bestens gefallen.
Ich denke doch, in keiner Beziehung hinter den unvergleichlichen Aposteln zurückgeblieben zu sein.
Denn mag ich auch im Reden ungeschult sein, so bin ich es doch nicht in der Erkenntnis, die wir ja doch in jeder Hinsicht euch gegenüber bei allen erwiesen haben. Der Ruhm seiner uneigennützigen Wirksamkeit im Gegensatz zu den im Dienste Satans arbeitenden Gegnern
Oder habe ich etwa dadurch eine Sünde begangen, daß ich mich selbst erniedrigt habe, damit ihr erhöht würdet, insofern ich euch die Heilsbotschaft Gottes ohne Entgelt getreulich verkündigt habe?
Andere Gemeinden habe ich ausgebeutet, indem ich Belohnung von ihnen genommen habe, um euch zu dienen;
und während meines Aufenthalts bei euch bin ich, auch als ich Mangel litt, doch keinem zur Last gefallen; denn meinem Mangel haben die Brüder abgeholfen, die damals aus Mazedonien gekommen waren; und in jeder Beziehung habe ich mich so gehalten, daß ich euch nicht beschwerlich gefallen bin, und werde es auch so halten.
So gewiß die Wahrhaftigkeit Christi in mir wohnt: dieser Ruhm soll mir in den Gebieten von Achaja nicht verkümmert werden!
Warum das? Etwa weil ich keine Liebe zu euch habe? Das weiß Gott.
Doch was ich tue, werde ich auch tun, um denen, die gern eine Möglichkeit haben möchten, bei ihrem Rühmen ebenso erfunden zu werden wie ich, diese Möglichkeit abzuschneiden.
Denn diese Leute sind Lügenapostel, unredliche Arbeiter, die nur die Maske von Aposteln Christi tragen.
Und das ist kein Wunder, denn der Satan selbst nimmt ja das Aussehen eines Lichtengels an.
Da ist es denn nichts Verwunderliches, wenn auch seine Diener mit der Maske von Dienern der Gerechtigkeit auftreten. Doch ihr Ende wird ihrem ganzen Tun entsprechen. Nochmalige Bitte des Apostels um Entschuldigung seines törichten Selbstruhmes
Nochmals wiederhole ich es: Niemand möge mich für einen Toren halten! Wenn aber doch – nun, so laßt euch meine Torheit einmal gefallen, damit auch ich ein kleines Loblied von mir anstimme!
Was ich rede, das rede ich nicht im Sinne des Herrn, sondern eben in Torheit, weil das Rühmen nun einmal an der Tagesordnung ist.
Weil so viele sich nach dem Fleische rühmen, will auch ich es einmal tun.
Ihr laßt euch ja die Toren gern gefallen, ihr klugen Leute;
ihr haltet ja still, wenn man euch als Knechte behandelt, wenn man euch aufzehrt, euch listig einfängt, wenn man selbstbewußt auftritt, ja euch ins Gesicht schlägt. Der Selbstruhm des Apostels im Blick auf seine Lebenserfahrungen
Zu meiner Schande muß ich gestehen: Dazu sind wir freilich zu schwach gewesen. Worauf sich aber sonst jemand ohne Scheu etwas einbildet – ich rede in Torheit –, darauf kann auch ich es mir ohne Scheu herausnehmen.
Sie sind Hebräer? Ich auch. Sie sind Israeliten? Ich auch. Sie sind Nachkommen Abrahams? Ich auch.
Sie sind Diener Christi? Ich rede im Aberwitz: Ich bin’s noch mehr: In mühevollen Arbeiten überreichlich, in Gefangenschaften überreichlich, unter Schlägen mehr als genug, in Todesgefahren gar oft;
von Juden habe ich fünfmal die vierzig weniger einen erhalten;
dreimal bin ich ausgepeitscht, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch gelitten, einen Tag und eine Nacht bin ich ein Spielball der Wellen gewesen;
wie viele beschwerliche Fußwanderungen habe ich gemacht, wie viele Gefahren bestanden durch Flüsse, Gefahren durch Räuber, Gefahren durch meine eigenen Volksgenossen, Gefahren durch Heiden, Gefahren in Städten, Gefahren in Einöden, Gefahren auf dem Meer, Gefahren unter falschen Brüdern!
Wie oft habe ich Mühsale und Beschwerden bestanden, wie oft durchwachte Nächte, Hunger und Durst, wie oft Entbehrungen , Kälte und Mangel an Kleidung!
Dazu – abgesehen von allem Außergewöhnlichen – das Überlaufenwerden tagaus tagein, die Sorge für alle Gemeinden!
Wo ist jemand schwach , und ich wäre nicht auch schwach? Wo wird jemandem Anstoß bereitet, ohne daß ich brennenden Schmerz empfände?
Wenn einmal gerühmt sein muß, so will ich mich der Erweisungen meiner Schwachheit rühmen.
Der Gott und Vater des Herrn Jesus, der in alle Ewigkeit Hochgelobte, weiß, daß ich nicht lüge.
In Damaskus hat der Statthalter des Königs Aretas die Stadt bewachen lassen, um mich festzunehmen;
da hat man mich durch eine Öffnung in einem Korbe über die Stadtmauer hinabgelassen, und so bin ich seinen Händen entronnen.

Gerühmt muß sein; es ist zwar nicht heilsam, aber ich will doch auf die Gesichte und Offenbarungen des Herrn zu sprechen kommen.
Ich weiß von einem Menschen in Christus, daß er vor vierzehn Jahren bis zum dritten Himmel entrückt wurde; ob er dabei im Leibe gewesen ist, weiß ich nicht, ob außerhalb des Leibes, weiß ich auch nicht, Gott weiß es.
Und ich weiß von dem betreffenden Menschen – ob er im Leibe oder ohne den Leib gewesen ist, weiß ich nicht, Gott weiß es –,
daß er in das Paradies entrückt wurde und unsagbare Worte hörte, die ein Mensch nicht aussprechen darf.
Als ein solcher Mensch will ich mich rühmen, in bezug auf mich selbst aber will ich mich nicht rühmen als nur wegen der Schwachheiten.
Wenn ich mich nämlich wirklich entschlösse, mich zu rühmen, wäre ich deshalb kein Tor, denn ich würde die Wahrheit sagen; doch ich unterlasse es, damit niemand höher von mir denke als dem entsprechend, was er an mir sieht oder von mir hört,
und auch wegen der außerordentlichen Größe der Offenbarungen. Deswegen ist mir auch, damit ich mich nicht überhebe, ein Dorn ins Fleisch gegeben worden, ein Engel Satans, der mich mit Fäusten schlagen muß, damit ich mich nicht überhebe.
Dreimal habe ich um seinetwillen den Herrn angefleht, er möchte von mir ablassen;
doch er hat zu mir gesagt: Meine Gnade ist für dich genügend, denn meine Kraft gelangt in der Schwachheit zur Vollendung. Daher will ich mich am liebsten um so mehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi Wohnung bei mir nimmt.
Darum bin ich freudigen Muts in Schwachheiten, bei Mißhandlungen, in Notlagen, in Verfolgungen und Bedrängnissen, die ich um Christi willen erleide; denn gerade wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. Hinweis auf das Unrecht der Korinther
Ich bin ein Tor geworden; ihr habt mich dazu gezwungen; denn hätte ich von euch empfohlen werden müssen; ich bin ja doch in keiner Beziehung hinter den unvergleichlichen Aposteln zurückgeblieben, wenn ich auch nichts bin;
wenigstens sind die Zeichen des Apostels unter euch in aller Ausdauer erbracht worden durch Zeichen, Wunder und Machttaten;
denn was wäre es, worin ihr im Vergleich mit den anderen Gemeinden verkürzt worden wäret? Höchstens das eine, daß ich persönlich euch nicht zur Last gefallen bin: vergebt mir dieses Unrecht! Ankündigung der bevorstehenden Ankunft des Apostels; Abweisung einer Verleumdung
Seht, ich halte mich jetzt zu einem dritten Besuche bei euch bereit und werde euch nicht zur Last fallen; denn ich suche nicht euer Hab und Gut, sondern euch selbst; die Kinder sind ja nicht verpflichtet, für die Eltern Schätze zu sammeln, sondern umgekehrt die Eltern für die Kinder.
Ich aber will herzlich gern zum Opfer bringen, ja mich selbst völlig aufopfern lassen, wenn es sich um euer Seelenheil handelt. Soll ich, wenn ich euch in besonderem Maße liebe, darum weniger Gegenliebe finden?
Doch gut: ich persönlich bin euch nicht beschwerlich gefallen; aber weil ich ein schlauer Mann bin, habe ich euch mit List eingefangen?
Habe ich euch etwa durch einen von denen ausbeuten lassen, die ich zu euch gesandt habe?
Ich habe Titus zur Reise veranlaßt und den Bruder mitgesandt: hat euch nun Titus irgendwie ausgebeutet? Sind wir nicht in dem gleichen Geiste gewandelt? Nicht in den gleichen Fußtapfen? VII. Schlußermahnungen an die Gemeinde
Schon lange seid ihr der Meinung, daß wir uns euch gegenüber verantworten wollen. Nein, vor Gottes Angesicht in Christus reden wir, und zwar soll das alles, Geliebte, zu eurer Auferbauung dienen.
Ich fürchte nämlich, euch bei meinem Kommen nicht so zu finden, wie ich es wünsche, und von euch so erfunden zu werden, wie ihr es nicht wünscht; ich fürchte, Streitigkeiten und Eifersucht, Zerwürfnisse und Parteiwesen, Verleumdungen und Ohrenbläsereien, Überhebung und Unordnung vorzufinden;
daß mein Gott mich nach meiner Ankunft aufs neue demütigende Erfahrungen bei euch machen läßt und daß ich um viele von denen Leid tragen muß, die früher gesündigt haben und wegen der Unsittlichkeit, der Unzucht und ausschweifenden Lebensweise, die sie getrieben haben, unbußfertig geblieben sind.

Zum drittenmal komme ich jetzt zu euch: auf Grund der Aussagen von zwei oder drei Zeugen wird jede Sache festgestellt werden .
Ich habe es denen, die früher gesündigt haben, und allen anderen im voraus angekündigt und gebe wie bei meinem zweiten Besuch, so auch jetzt, während ich noch abwesend bin, die Erklärung ab: Wenn ich noch einmal komme, werde ich keine Schonung üben! –
Ihr verlangt ja den Beweis dafür, daß Christus in mir redet, und der ist gegen euch nicht schwach, sondern stark unter euch.
Denn er ist infolge von Schwachheit gekreuzigt worden, lebt aber durch die Kraft Gottes. So sind auch wir wohl schwach in ihm, werden uns aber im Verein mit ihm durch die Kraft Gottes lebendig an euch erweisen.
Macht an euch selbst die Probe, ob ihr im Glauben steht, prüft euch selbst! Oder könnt ihr nicht an euch selbst erkennen, daß Jesus Christus in euch ist? Da müßtet ihr ja unbewährt sein.
Daß wir aber nicht unbewährt sind, sollt ihr hoffentlich erkennen!
Doch wir beten zu Gott, daß ihr nichts Böses tun mögt, nicht zu dem Zweck, daß wir uns als bewährt offenbaren, sondern damit ihr das Gute tut, wir aber wie Nichtbewährte dastehen.
Denn wir vermögen nichts wider die Wahrheit, sondern nur für die Wahrheit.
Wir freuen uns ja, wenn wir schwach sind, ihr aber stark seid; und dahin geht auch unser Gebet, nämlich daß ihr euch völlig zurechtbringen laßt.
Aus diesem Grunde schreibe ich euch dieses noch als Abwesender, um bei meiner Anwesenheit nicht mit Strenge vorgehen zu müssen in Ausübung der Machtbefugnis, die der Herr mir zur Auferbauung und nicht zur Zerstörung verliehen hat.
Im übrigen, liebe Brüder, freuet euch! Laßt euch zurechtbringen, nehmt Ermahnungen an, seid eines Sinnes und haltet Frieden; dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.
Grüßt einander mit dem heiligen Kuß. Es grüßen euch die Heiligen alle. –
Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des heiligen Geistes sei mit euch allen!

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Veröffentlicht am 25. November 2025Laufzeit 19 Min. 27 Sek.

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Samuel Glöggl

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