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Markus 12-14 · Tag 290 · 2025

Wenn du dich allein fühlst – Jesus versteht dich!

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Er begann dann in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein Mann legte einen Weinberg an, umgab ihn mit einem Zaun, grub eine Kelter darin, baute einen Wachtturm, verpachtete ihn an Weingärtner und ging außer Landes .
Zu rechter Zeit sandte er dann einen Knecht zu den Weingärtnern, um seinen Teil der Früchte des Weinbergs von den Weingärtnern in Empfang zu nehmen.
Die aber ergriffen den Knecht, mißhandelten ihn und schickten ihn mit leeren Händen zurück.
Da sandte er nochmals einen anderen Knecht zu ihnen; auch diesem zerschlugen sie den Kopf und beschimpften ihn.
Er sandte noch einen anderen, den sie töteten, und noch viele andere , von denen sie die einen mißhandelten, die anderen töteten.
Nun hatte er noch einen einzigen, seinen geliebten Sohn; den sandte er zuletzt auch noch zu ihnen, weil er dachte: ›Sie werden sich doch vor meinem Sohne scheuen.‹
Jene Weingärtner aber sagten zueinander: ›Dieser ist der Erbe; kommt, wir wollen ihn töten; dann wird das Erbgut uns gehören.‹
So ergriffen sie ihn denn, schlugen ihn tot und warfen ihn vor den Weinberg hinaus.
Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und wird den Weinberg an andere vergeben. –
Habt ihr nicht auch dieses Schriftwort gelesen : ›Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden;
durch den Herrn ist er das geworden, und ein Wunder ist er in unsern Augen?‹
Da hätten sie ihn am liebsten festgenommen, fürchteten sich jedoch vor dem Volk; sie hatten nämlich wohl gemerkt, daß er das Gleichnis gegen sie gerichtet hatte. So ließen sie denn von ihm ab und entfernten sich.
Sie sandten darauf einige von den Pharisäern und den Anhängern des Herodes zu ihm, um ihn durch einen Ausspruch zu fangen.
Jene kamen also und sagten zu ihm: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und auf niemand Rücksicht nimmst; denn du siehst die Person nicht an, sondern lehrst den Weg Gottes mit Wahrhaftigkeit. Ist es recht, daß man dem Kaiser Steuer entrichtet, oder nicht? Sollen wir sie entrichten oder nicht?
Da er nun ihre Heuchelei durchschaute, antwortete er ihnen: Warum versucht ihr mich? Reicht mir einen Denar, damit ich ihn ansehe!
Als sie ihm nun einen gereicht hatten, fragte er sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das hier? Sie antworteten ihm: Des Kaisers.
Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser zusteht, und Gott, was Gott zusteht! Und sie gerieten in Staunen über ihn.
Es traten dann Sadduzäer zu ihm, die da behaupten, es gebe keine Auferstehung, und legten ihm folgende Frage vor:
Meister, Mose hat uns vorgeschrieben : ›Wenn einem sein Bruder stirbt und eine Frau hinterläßt, aber kein Kind zurückläßt, so soll sein Bruder die Frau heiraten und für seinen Bruder das Geschlecht fortpflanzen.‹
Nun waren da sieben Brüder; der erste nahm eine Frau, ließ aber bei seinem Tode keine Kinder zurück.
Da heiratete sie der zweite, starb aber auch, ohne Kinder zu hinterlassen; der dritte ebenso,
und alle sieben hinterließen keine Kinder; zuletzt nach allen starb auch die Frau.
In der Auferstehung nun, wenn sie auferstehen: wem von ihnen wird sie dann als Frau angehören? Alle sieben haben sie ja zur Frau gehabt.
Jesus antwortete ihnen: Befindet ihr euch nicht deshalb im Irrtum, weil ihr die Schriften und die Kraft Gottes nicht kennt?
Denn wenn sie von den Toten auferstehen, dann heiraten sie weder, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Engel im Himmel.
Was aber die Auferweckung der Toten betrifft: habt ihr nicht im Buche Moses bei der Erzählung vom Dornbusch gelesen, wie Gott zu Mose die Worte gesprochen hat : ›Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs‹?
Gott ist doch nicht der Gott von Toten, sondern von Lebenden. Ihr seid arg im Irrtum!
Da trat einer von den Schriftgelehrten hinzu, der ihnen zugehört hatte, wie sie miteinander verhandelten; und da er wußte, daß Jesus ihnen treffend geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?
Jesus antwortete: Das erste ist: ›Höre, Israel: der Herr, unser Gott, ist Herr allein,
und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Denken und mit aller deiner Kraft!‹
An zweiter Stelle steht dieses : ›Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!‹ Kein anderes Gebot steht höher als diese beiden.
Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Meister, mit Recht hast du der Wahrheit gemäß gesagt, daß Gott nur einer ist und es keinen anderen außer ihm gibt ;
und ihn mit ganzem Herzen und aus voller Überzeugung und mit ganzer Kraft lieben und den Nächsten wie sich selbst lieben, das ist weit mehr wert als alle Brandopfer und die Opfer überhaupt.
Als Jesus ihn so verständig antworten hörte, sagte er zu ihm: Du bist nicht weit vom Reiche Gottes entfernt. Und niemand wagte fortan noch, Fragen an ihn zu richten.
Jesus warf dann, während er im Tempel lehrte, die Frage auf: Wie können die Schriftgelehrten behaupten, daß Christus Davids Sohn sei?
David selbst hat doch im heiligen Geist gesagt : ›Der Herr hat zu meinem Herrn gesagt: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde hinlege zum Schemel deiner Füße.‹
David selbst nennt ihn ›Herr‹: wie kann er da sein Sohn sein? Und die große Volksmenge hörte ihm gern zu.
Und in seiner Belehrung sagte er: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die es lieben, in langen Gewändern einherzugehen und auf den Märkten gegrüßt zu werden;
die die Ehrensitze in den Synagogen und die obersten Plätze bei den Gastmählern beanspruchen;
die die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein lange Gebete verrichten. Sie werden ein um so strengeres Gericht erfahren.
Als er sich dann dem Opferkasten gegenüber hingesetzt hatte, sah er zu, wie das Volk Geld in den Kasten einwarf, und viele Reiche taten viel hinein.
Da kam auch eine arme Witwe und legte zwei Scherflein hinein, die einen Pfennig ausmachen.
Da rief er seine Jünger herbei und sagte zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle, die etwas in den Opferkasten getan haben.
Denn jene haben alle von ihrem Überfluß eingelegt, sie aber hat aus ihrer Dürftigkeit heraus alles, was sie besaß, eingelegt, ihren ganzen Lebensunterhalt.

Als Jesus dann den Tempel verließ, sagte einer von seinen Jüngern zu ihm: Meister, sieh einmal: was für Steine und was für ein Prachtbau ist das!
Da antwortete ihm Jesus: Ja, jetzt siehst du dieses gewaltige Bauwerk . Es wird hier kein Stein auf dem andern bleiben, der nicht niedergerissen wird! –
Als er sich dann am Ölberg dem Tempel gegenüber niedergesetzt hatte, fragten ihn Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas, als sie für sich allein waren:
Sage uns doch: wann wird dies geschehen, und welches ist das Zeichen dafür, wann dies alles in Erfüllung gehen wird? Die ersten Vorzeichen der Endzeit
Da begann Jesus, zu ihnen zu sagen: Seht euch vor, daß niemand euch irreführt!
Viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: ›Ich bin es‹ und werden viele irreführen.
Wenn ihr ferner von Kriegen und Kriegsgerüchten hört, so laßt euch dadurch nicht ängstigen! Dies muß so kommen, bedeutet aber noch nicht das Ende.
Denn ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere ; Erdbeben werden hier und da stattfinden, Hungersnöte werden kommen. Die Jüngerverfolgung
Gebt ihr jedoch acht auf euch selbst! Man wird euch vor die Gerichtshöfe stellen und euch in den Synagogen geißeln; auch vor Statthalter und Könige werdet ihr um meinetwillen gestellt werden ihnen zum Zeugnis;
und unter allen Völkern muß zuvor die Heilsbotschaft verkündigt werden.
Wenn man euch nun abführt und vor Gericht stellt, so macht euch nicht im voraus Sorge darüber, was ihr reden sollt, sondern was euch in jener Stunde eingegeben wird, das redet; nicht ihr seid es ja, die da reden, sondern der heilige Geist.
Es wird aber ein Bruder den anderen zum Tode überliefern und der Vater seinen Sohn, und Kinder werden gegen ihre Eltern auftreten und sie zum Tode bringen ,
und ihr werdet allen verhaßt sein um meines Namens willen. Wer aber bis ans Ende ausharrt, der wird gerettet werden. Der Höhepunkt der Drangsal in Judäa
Wenn ihr aber den ›Greuel der Verwüstung‹ da stehen seht, wo er nicht stehen darf – der Leser merke auf! –, dann sollen die , welche in Judäa sind, in die Berge fliehen.
Wer sich alsdann auf dem Dache befindet, steige nicht erst hinab und gehe nicht hinein, um noch etwas aus seinem Hause zu holen;
und wer auf dem Felde ist, kehre nicht zurück, um noch seinen Mantel zu holen.
Wehe aber den Frauen, die in jenen Tagen guter Hoffnung sind, und denen, die ein Kind zu nähren haben!
Betet aber auch, daß dies nicht zur Winterszeit eintrete!
Denn jene Tage werden eine Drangsalszeit sein, wie eine solche seit dem Anfang, als Gott die Welt schuf, bis jetzt noch nicht dagewesen ist und wie auch keine je wieder kommen wird .
Und wenn der Herr diese Tage nicht verkürzt hätte, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, die er erwählt hat, hat er diese Tage verkürzt. Weissagung bezüglich der falschen Propheten
Wenn alsdann jemand zu euch sagt: ›Seht, hier ist Christus; seht, dort ist er!‹, so glaubt es nicht!
Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten auftreten und werden Zeichen und Wunder tun , um womöglich die Erwählten irrezuführen.
Seht ihr euch aber vor! Ich habe euch alles vorhergesagt.
In jenen Tagen aber, nach jener Drangsalszeit, wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren ;
die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte am Himmel in Erschütterung geraten .
Und dann wird man den Menschensohn in Wolken kommen sehen mit großer Macht und Herrlichkeit ;
und dann wird er die Engel aussenden und seine Erwählten von den vier Windrichtungen her versammeln vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels .
Vom Feigenbaum aber mögt ihr das Gleichnis lernen: Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter hervorsprossen, so erkennt ihr daran, daß der Sommer nahe ist.
Ebenso auch ihr: wenn ihr dies alles eintreten seht, so erkennet daran, daß es nahe vor der Tür steht.
Wahrlich ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht.
Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nimmermehr vergehen!
Von jenem Tage aber und jener Stunde hat niemand Kenntnis, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, niemand außer dem Vater.
Haltet die Augen offen, seid wachsam! Denn ihr wißt nicht, wann der Zeitpunkt da ist.
Wie ein Mann, der auf Reisen geht, beim Verlassen seines Hauses seinen Knechten die Vollmacht übergibt und einem jeden sein Geschäft und dem Türhüter gebietet, wachsam zu sein, –
so wachet also! Denn ihr wißt nicht, wann der Herr des Hauses kommt, ob spät am Abend oder um Mitternacht oder beim Hahnenschrei oder erst frühmorgens:
daß er nur nicht, wenn er unvermutet kommt, euch im Schlaf findet!
Was ich aber euch sage, das sage ich allen: wachet!

VI. Jesu Leiden und Sterben
Es stand aber in zwei Tagen das Passahfest und die ungesäuerten Brote bevor. Da überlegten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, auf welche Weise sie Jesus mit List festnehmen und töten könnten;
denn sie sagten: Nur nicht während des Festes , damit keine Unruhen im Volk entstehen!
Als nun Jesus in Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen war, kam, während er bei Tische saß, eine Frau, die ein Alabasterfläschchen mit echtem, kostbarem Nardensalböl hatte; sie zerbrach das Gefäß und goß es ihm über das Haupt.
Darüber wurden einige unwillig und sagten zueinander: Wozu hat diese Verschwendung des Salböls stattgefunden?
Dieses Salböl hätte man ja für mehr als dreihundert Denare verkaufen und den Armen geben können; und sie machten der Frau laute Vorwürfe.
Da sagte Jesus: Laßt sie in Ruhe! Warum bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan!
Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch und könnt ihnen Gutes tun, sooft ihr wollt; mich aber habt ihr nicht allezeit.
Sie hat getan, was in ihren Kräften stand: sie hat meinen Leib im voraus zur Bestattung gesalbt.
Wahrlich ich sage euch: Überall, wo die Heilsbotschaft in der ganzen Welt verkündet werden wird, da wird man auch von dem sprechen, was diese Frau getan hat, zu ihrem Gedächtnis.
Da ging Judas Iskariot, der eine von den Zwölfen, zu den Hohenpriestern, um ihnen Jesus in die Hände zu liefern.
Als sie das hörten, freuten sie sich und versprachen, ihm Geld zu geben. Darauf suchte er nach einer guten Gelegenheit, um ihn zu überantworten.
Am ersten Tag der ungesäuerten Brote aber, an dem man das Passahlamm zu schlachten pflegte, fragten ihn seine Jünger: Wohin sollen wir gehen, um alles vorzubereiten, damit du das Passahlamm essen kannst?
Da sandte er zwei von seinen Jüngern ab und trug ihnen auf: Geht in die Stadt: da wird euch ein Mann begegnen, der einen Krug mit Wasser trägt; folgt ihm nach,
und wo er hineingeht, da sagt zu dem Hausherrn: ›Der Meister läßt fragen: Wo ist das Eßzimmer für mich, in dem ich das Passahlamm mit meinen Jüngern essen kann?‹
Dann wird er euch ein geräumiges Obergemach zeigen, das mit Tischpolstern ausgestattet ist und schon bereit steht; dort richtet für uns zu!
Da machten sich die Jünger auf den Weg, und als sie in die Stadt gekommen waren, fanden sie es dort so, wie er ihnen gesagt hatte, und richteten das Passahmahl zu.
Als es dann Abend geworden war, fand er sich dort mit den Zwölfen ein;
und während sie bei Tische saßen und das Mahl einnahmen, sagte Jesus: Wahrlich ich sage euch: Einer von euch wird mich überantworten, einer, der hier mit mir ißt.
Da wurden sie betrübt und fragten ihn, einer nach dem andern: Ich bin es doch nicht?
Er antwortete ihnen: Einer von euch Zwölfen, der mit mir in die Schüssel eintaucht.
Denn der Menschensohn geht zwar dahin, wie über ihn in der Schrift steht; doch wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Für diesen Menschen wäre es besser, er wäre nicht geboren!
Und während des Essens nahm Jesus ein Brot, sprach den Lobpreis , brach und gab es ihnen mit den Worten: Nehmet! Dies ist mein Leib.
Dann nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet und gab ihnen den, und sie tranken alle daraus;
und er sagte zu ihnen: Dies ist mein Blut, das Bundesblut , das für viele vergossen wird.
Wahrlich ich sage euch: Ich werde vom Erzeugnis des Weinstocks hinfort nicht mehr trinken bis zu jenem Tage, an dem ich es neu trinke im Reiche Gottes.
Nachdem sie dann den Lobpreis gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
Dabei sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet alle Anstoß nehmen; denn es steht geschrieben : ›Ich werde den Hirten niederschlagen, dann werden die Schafe sich zerstreuen.‹
Aber nach meiner Auferweckung werde ich euch nach Galiläa vorausgehen.
Da antwortete Petrus: Mögen auch alle Anstoß nehmen, so doch ich sicherlich nicht!
Jesus erwiderte ihm: Wahrlich ich sage dir: Du wirst mich noch heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, dreimal verleugnen!
Er beteuerte aber nur um so eifriger: Wenn ich auch mit dir sterben müßte, werde ich dich doch nicht verleugnen! Das gleiche versicherten auch alle.
Sie kamen dann an einen Ort mit Namen Gethsemane; dort sagte er zu seinen Jüngern: Laßt euch hier nieder, bis ich gebetet habe!
Dann nahm er Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und fing an zu zittern und zu zagen
und sagte zu ihnen: Tiefbetrübt ist meine Seele bis zum Tode; bleibt hier und haltet euch wach!
Dann ging er noch ein wenig weiter, warf sich auf die Erde nieder und betete, daß, wenn es möglich sei, die Stunde an ihm vorübergehen möchte;
dabei sagte er: Abba, Vater! Alles ist dir möglich: laß diesen Kelch an mir vorübergehen! Doch nicht, was ich will, sondern was du willst!
Dann ging er zurück und fand sie schlafen und sagte zu Petrus: Simon, du schläfst? Hattest du nicht die Kraft, eine einzige Stunde wach zu bleiben?
Wachet, und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, das Fleisch aber ist schwach.
Darauf ging er wieder weg und betete mit denselben Worten;
und als er zurückkam, fand er sie wiederum schlafen; denn die Augen fielen ihnen vor Müdigkeit zu, und sie wußten ihm nichts zu antworten.
Und er kam zum drittenmal und sagte zu ihnen: Schlaft ein andermal und ruht euch aus! Es ist genug so: die Stunde ist gekommen! Sehet, der Menschensohn wird den Sündern in die Hände geliefert!
Steht auf, laßt uns gehen! Seht, der mich überantwortet ist nahe gekommen!
Und sogleich darauf, während er noch redete, erschien Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine Schar mit Schwertern und Knütteln, von den Hohenpriestern, den Schriftgelehrten und Ältesten .
Sein Verräter hatte aber ein Zeichen mit ihnen verabredet, nämlich: Der, den ich küssen werde, der ist’s; den nehmt fest und führt ihn sicher ab!
Als er nun ankam, trat er sogleich auf Jesus zu und sagte: Rabbi! und küßte ihn;
da legten sie Hand an Jesus und nahmen ihn fest.
Einer jedoch von den Dabeistehenden zog das Schwert, schlug auf den Knecht des Hohenpriesters ein und hieb ihm das Ohr ab.
Jesus aber sagte zu ihnen: Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knütteln ausgezogen, um mich gefangen zu nehmen.
Täglich bin ich bei euch im Tempel gewesen und habe dort gelehrt, und ihr habt mich nicht festgenommen; doch die Aussprüche der Schrift müssen erfüllt werden.
Da verließen ihn alle und ergriffen die Flucht.
Aber ein junger Mann folgte ihm nach, der nur einen linnenen Überwurf auf dem bloßen Leibe anhatte; den ergriffen sie;
er aber ließ seinen Überwurf fahren und entfloh unbekleidet.
Sie führten nun Jesus zu dem Hohenpriester ab, und alle Hohenpriester sowie die Ältesten und Schriftgelehrten kamen zusammen.
Petrus aber war ihm von ferne bis hinein in den Palast des Hohenpriesters gefolgt; dort hatte er sich unter die Diener gesetzt und wärmte sich am Feuer.
Die Hohenpriester aber und der gesamte Hohe Rat suchten nach einer Zeugenaussage gegen Jesus, um ihn zum Tode verurteilen zu können, fanden jedoch keine;
denn viele legten wohl falsches Zeugnis gegen ihn ab, doch ihre Aussagen stimmten nicht überein.
Einige traten auch auf und brachten ein falsches Zeugnis gegen ihn vor, indem sie aussagten:
Wir haben ihn sagen hören: ›Ich werde diesen Tempel, der von Menschenhänden errichtet ist, abbrechen und in drei Tagen einen anderen bauen, der nicht von Menschenhänden errichtet ist‹;
doch auch darin war ihr Zeugnis nicht übereinstimmend.
Da stand der Hohepriester auf, trat in die Mitte und fragte Jesus mit den Worten: Entgegnest du nichts auf die Aussage dieser Zeugen?
Er aber schwieg und gab keine Antwort. Nochmals befragte ihn der Hohepriester mit den Worten: Bist du Christus, der Sohn des Hochgelobten?
Jesus antwortete: Ja, ich bin es, und ihr werdet den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels!
Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sagte: Wozu brauchen wir noch weiter Zeugen?
Ihr habt die Gotteslästerung gehört: was urteilt ihr? Da gaben sie alle das Urteil über ihn ab, er sei des Todes schuldig.
Nun fingen einige an, ihn anzuspeien, ihm das Gesicht zu verhüllen, ihn dann mit der Faust zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage uns! Auch die Gerichtsdiener versetzten ihm bei der Übernahme Schläge ins Gesicht.
Während nun Petrus unten im Hofe war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters,
und als sie Petrus sich wärmen sah, blickte sie ihn scharf an und sagte: Du bist auch mit dem Nazarener, mit Jesus, zusammengewesen!
Er aber leugnete und sagte: Ich weiß nicht und verstehe nicht, was du da sagst! Er ging dann in die Vorhalle des Hofes hinaus,
und als die Magd ihn dort sah, fing sie wieder an und sagte zu den Dabeistehenden: Dieser ist auch einer von ihnen!
Er aber leugnete wiederum. Nach einer kleinen Weile sagten die Dabeistehenden wieder zu Petrus: Wahrhaftig, du gehörst zu ihnen! Du bist ja auch ein Galiläer.
Er aber fing an, sich zu verfluchen und eidlich zu beteuern: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr da redet!
Und alsbald krähte der Hahn zum zweitenmal. Da dachte Petrus an das Wort Jesu, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Als er daran dachte, brach er in Tränen aus.

Folgendetails

Veröffentlicht am 17. Oktober 2025Laufzeit 3 Min. 2 Sek.

Personen in dieser Folge

Samuel Glöggl

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