Sirach 34-37 · Tag 200 · 2025
Echte Freunde – Wer darf in dein Herz sprechen?
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Eitle und trügerische Hoffnungen hegt der unverständige Mann, und Träume versetzen die Toren in Aufregung.
Wie einer, der nach dem Schatten greift und den Wind hascht, so ist der, welcher sich auf Träume verläßt.
Nur ein Spiegelbild ist das Traumgesicht, wie das Abbild des Antlitzes gegenüber dem Antlitz selbst.
Was kann vom Unreinen für rein erklärt werden? und welche Wahrheit kann von der Lüge kommen?
Wahrsagungen, Zeichendeutungen und Träume sind nichtige Dinge, und wie bei einem Weibe in Kindesnöten phantasiert der Geist.
Sind sie nicht vom Höchsten gesandt zur Heimsuchung, so laß dein Herz nicht auf sie achten;
denn viele haben die Träume schon irregeführt, und gar mancher, der seine Hoffnung auf sie setzte, hat sich getäuscht gesehen.
Ohne zu trügen, geht das Gesetz in Erfüllung, und die Weisheit gelangt durch einen zuverlässigen Mund zur Vollendung.
Ein unterrichteter Mann weiß viel, und der Vielerfahrene legt Einsicht an den Tag.
Wer keine Erfahrungen gemacht hat, weiß wenig; wer aber in der Welt umhergekommen ist, eignet sich viel Klugheit an.
Vieles habe ich auf meinen Reisen gesehen, und meine Einsicht ist größer als ich sagen kann .
Oftmals bin ich in Todesgefahr geraten, habe aber diesetwegen Rettung gefunden.
Der Geist, der Gottesfürchtigen bleibt am Leben, denn ihre Hoffnung beruht auf dem, der sie rettet.
Wer den Herrn fürchtet, braucht nichts zu fürchten und nicht zu verzagen, denn er ist seine Hoffnung.
Glücklich zu preisen ist die Seele des Gottesfürchtigen: auf wen vertraut er, und wer ist seine Stütze?
Die Augen des Herrn ruhen auf denen, die ihn lieben; ein mächtiger Schirm und eine starke Stütze ist er, eine Schutzwehr gegen den Glutwind und eine Schutzwehr gegen die Mittagshitze, eine Hut vor dem Straucheln und eine Hilfe gegen das Fallen;
er hebt den Mut und macht die Augen hell, verleiht Heilung, Leben und Segen.
Ein Opfer von ungerechtem Gut ist eine Gabe, die Gottes spottet, und die Spottgaben der Gottlosen sind nicht wohlgefällig.
Kein Wohlgefallen hat der Höchste an den Darbringungen der Gottlosen, und nicht um der Menge der Opfer willen vergibt er Sünden.
Wie einer, der den Sohn vor den Augen des Vaters schlachtet, ist der, welcher ein Opfer darbringt vom Gute der Armen.
Ein kärgliches Brot ist der Lebensunterhalt der Armen, wer es ihnen raubt, ist ein Blutmensch;
den Nächsten mordet, wer ihm den Lebensunterhalt entzieht, und Blut vergießt, wer dem Lohnarbeiter den Lohn vorenthält.
Der eine baut auf, und der andere reißt nieder: welchen Gewinn haben sie davon als die Mühe?
Der eine betet und der andere flucht: auf wessen Stimme soll der Allherr hören?
Wer sich nach Berührung einer Leiche wäscht und sie dann wieder berührt: welchen Nutzen hat der von seinem Waschen?
Ebenso steht’s mit einem Menschen, der wegen seiner Sünden fastet und dann wieder hingeht und dasselbe tut: wer wird sein Gebet erhören, und welchen Nutzen hat er von seiner Kasteiung?
Wer das Gesetz beobachtet, bringt reichliche Opfergaben dar; ein Friedensopfer bringt dar, wer auf die Gebote achtet.
Wer sich dankbar beweist, bringt ein Speisopfer dar, und wer Mildtätigkeit übt, opfert ein Lobopfer.
Eine dem Herrn wohlgefällige Gabe ist es, wenn man vom Bösen absteht, und Versöhnung erlangt man, wenn man sich von der Ungerechtigkeit fernhält.
Erscheine vor dem Herrn nicht mit leeren Händen;
denn alles dieses muß geschehen, weil das Gesetz es gebietet.
Das Opfer des Gerechten macht den Altar fett, und sein Wohlgeruch steigt zum Höchsten empor;
das Schlachtopfer eines gerechten Mannes ist wohlgefällig, und das Andenken daran gerät nicht in Vergessenheit.
Mit gütigem Auge ehre den Herrn und laß die Erstlinge deiner Hände nicht kärglich ausfallen.
Bei jeglicher Gabe zeige ein freundliches Gesicht und weihe den Zehnten mit frohem Sinn.
Gib dem Höchsten ebenso reichlich, wie er dir gegeben hat, und mit gütigem Auge, jenachdem deine Hand erworben hat;
denn er ist ein Gott, der Wiedervergeltung übt, und wird es dir siebenfältig erstatten.
Suche den Herrn durch deine Gabe nicht zu bestechen, denn er nimmt nichts an, und verlaß dich auf kein ungerechtes Opfer; denn der Herr sitzt zu Gericht, und bei ihm gibt es kein Ansehen der Person.
Er nimmt nicht Partei gegen den Armen, und das Gebet dessen, dem Unrecht geschehen ist, findet Gehör bei ihm;
nicht läßt er das Flehen der Waise unbeachtet, noch die Witwe, wenn sie ihre Klage ausschüttet.
Fließen nicht die Tränen der Witwe über die Wange hinab, und richtet sich ihr Hilferuf nicht gegen den, der sie hervorgepreßt hat?
Wer dem Herrn wohlgefällig dient, wird angenommen, und sein Gebet dringt bis zu den Wolken empor.
Das Gebet des Elenden dringt durch die Wolken, und nicht beruhigt es sich, bis es angelangt ist, und es gibt sich nicht zufrieden, bis der Höchste darauf achtet und gerecht richtet und Recht schafft.
Und der Herr wird nicht auf sich warten lassen und nicht Langmut gegen die Erbarmungslosen üben, bis er ihnen die Lenden zerschlagen und den Stolzen mit Rache vergolten, bis er die Rotte der Gewalttätigen vernichtet und die Herrscherstäbe der Gottlosen zerbrochen hat.
bis er den Menschen nach ihrem Tun vergolten und den Werken der Menschen nach ihren Absichten gelohnt hat, bis er seinem Volke Recht schafft und es durch sein Erbarmen erfreut.
Köstlich ist sein Erbarmen zur Zeit der Bedrängnis, wie Regenwolken zur Zeit der Dürre.
Erbarme dich unser, o Herr, du Gott des Alls, und blicke auf uns her
und schleudre deinen Schrecken auf alle Heiden!
Erhebe deine Hand gegen die fremden Völker, damit sie deine Macht erkennen!
Wie du dich einst vor ihren Augen an uns als der Heilige erwiesen hast, so erweise dich jetzt vor unsern Augen an ihnen als der Mächtige,
damit sie erkennen, wie wir es erkannt haben, daß es keinen Gott außer dir gibt, o Herr.
Erneuere die Zeichen und wiederhole die Wunder, verherrliche deine Hand und deinen rechten Arm!
Laß deinen Grimm erwachen und schütte deinen Zorn aus, vertilge den Widersacher und zermalme den Feind!
Beschleunige die Zeit und sei deines Schwures eingedenk, damit deine Großtaten laut verkündigt werden!
Vom Feuer deines Zornes müsse verzehrt werden, wer sich zu retten sucht, und die, welche dein Volk mißhandeln, müssen den Untergang finden!
Zerschmettere das Haupt der Fürsten unserer Feinde, das da sagt: Neben mir gibt es keinen andern! .
Vereinige alle Stämme Jakobs wieder und setze sie wieder in ihren Erbbesitz ein, wie es im Anfang war.
Erbarme dich des Volkes, o Herr, das nach deinem Namen benannt ist, Israels, das du dem Erstgeborenen gleich geachtet hast!
Habe Mitleid mit der Stadt deines heiligen Tempels, mit Jerusalem, der Stätte deiner Wohnung!
Laß an Zion deine Verheißungen vollzählig in Erfüllung gehen und deine Herrlichkeit an deinem Volke reichlich zu Tage treten.
Lege Zeugnis ab für das in der Vorzeit von dir Geschaffene und mache die Weissagungen wahr, die in deinem Namen ergangen sind!
Gib den Lohn denen, die auf dich harren, damit deine Propheten als zuverlässig erfunden werden.
Erhöre, o Herr, das Gebet deiner Knechte entsprechend dem Segen Aarons über dein Volk, V. Fünfter Teil: Weitere Lehren und Mahnungen
Allerlei Speise verzehrt der Magen, aber die eine Speise ist besser als die andere.
Wie der Gaumen Gerichte von Wildbret herausschmeckt, so erkennt ein verständiger Geist lügnerische Worte.
Ein arglistiges Herz bereitet Kummer, aber ein vielerfahrener Mann zahlt’s ihm heim.
Ein Weib muß jeden Mann annehmen, es ist aber das eine Mädchen besser als das andere.
Die Schönheit der Frau macht das Angesicht leuchten und geht über jedes andere Verlangen des Mannes hinaus;
ist aber auf ihrer Zunge noch Milde und Sanftmut, so zählt ihr Mann nicht zu den gewöhnlichen Menschenkindern.
Wer eine Frau erwirbt, gewinnt den besten Besitz, eine Gehilfin, die zu ihm paßt, und eine Säule, an die er sich lehnt.
Wo kein Zaun ist, wird das Grundstück geplündert; und wo keine Frau ist, da herrscht Seufzen und Verwirrung .
Denn wer traut einem leichtgeschürzten Räuber, der von einer Stadt in die andere hinstürmt? Ebenso ergeht es dem Manne, der kein Nest hat und der da nächtigt, wohin er gerade am Abend kommt.
Jeder Freund sagt: Auch ich bin ein Freund! aber mancher Freund ist nur dem Namen nach ein Freund.
Ist’s nicht ein Kummer, der dem Tode nahe bringt, wenn ein Genosse und Freund sich in einen Feind verwandelt?
Böse Gesinnung, von wo bist du hereingebrochen , die Erde mit Falschheit zu bedecken?
Ein Genosse freut sich, solange das Glück seines Freundes dauert, aber zur Zeit der Trübsal ist er gegen ihn.
Ein guter Freund kämpft mit dem Feinde und ergreift den Schild gegen den Widersacher .
Vergiß den Freund nicht im Kampfe und sei seiner nicht uneingedenk, wenn du Vermögen besitzt .
Jeder Ratgeber hält seinen Rat hoch, aber mancher rät zu seinem eigenen Nutzen.
Vor einem Ratgeber nimm dich in acht und suche zunächst zu erfahren, in welcher äußeren Lage er sich befindet; denn er wird bei seinem Rate an sich selbst denken. Hüte dich, damit er dein Geschick nicht dem Zufall preisgibt
und zu dir sagt: Du bist auf dem rechten Wege, dabei aber sich dir gegenüber hinstellt, um zu sehen, was dir zustoßen werde.
Berate dich nicht mit einem, der mißgünstig nach dir blickt, und verbirg deine Pläne vor deinen Neidern.
Berate dich nicht mit einer Frau über ihre Nebenbuhlerin , noch mit einem Feigling über den Krieg , nicht mit einem Kaufmann über den Umsatz, noch mit einem Verkäufer über die Ware, nicht mit einem Mißgünstigen über Dankbarkeit , noch mit einem Hartherzigen über Mildtätigkeit, nicht mit einem Faulen über seine Arbeit, noch mit einem ständigen Tagelöhner über den Feierabend , nicht mit einem faulen Knecht über viele Arbeit: auf diese Leute verlaß dich nicht bei irgend einem Ratschlag.
Vielmehr pflege beständig Verkehr mit einem frommen Mann, von dem du weißt, daß er die Gebote hält, der gleichen Sinnes ist wie du und um dich trauert, wenn du ins Unglück gerätst.
Aber auch auf den Rat des Gewissens gib acht, denn einen treueren Berater als dieses hast du nicht;
denn das Gewissen des Menschen pflegt besser Bescheid zu geben als sieben Wächter, die auf einer Anhöhe zur Ausschau sitzen.
Bei alledem aber bete zum Höchsten, daß er nach seiner Treue deinen Weg ebnen wolle.
Das Wort bilde den Anfang jedes Werkes, und Beratung gehe jedem Handeln voraus.
Als Spur veränderten Sinnes treten vier Stücke zu Tage:
Gutes und Böses, Leben und Tod, und ihre beständige Gebieterin ist die Zunge.
Mancher kluge Mann ist ein Lehrer für viele andere und weiß doch sich selbst nicht zu nützen .
Mancher, der sich in seinen Worten als weise hinstellt, ist verhaßt, ein solcher leidet schließlich Mangel an allem Lebensunterhalt;
denn es ist ihm vom Herrn keine Liebenswürdigkeit verliehen, weil ihm die Weisheit völlig abgeht.
Mancher ist nur für sich selbst weise, und die Früchte seiner Einsicht zeigen sich an seinem Leibe .
Ein weiser Mann belehrt sein Volk, und die Früchte seiner Einsicht sind zuverlässig ).
Ein weiser Mann trägt reichen Segen davon, und es preisen ihn glücklich alle, die ihn sehen.
Das Leben eines Mannes besteht in einer Zahl von Tagen, aber die Tage Israels sind unzählbar.
Der Weise erwirbt sich bei seinem Volke Vertrauen , und sein Name lebt in Ewigkeit fort.
Mein Sohn, hinsichtlich deiner Lebensweise prüfe deine Natur und sieh zu, was ihr schädlich ist, und gib es ihr nicht;
denn nicht alles ist allen zuträglich, und nicht jeder Natur sagt alles zu.
Sei nicht unmäßig bei irgend einem Genuß und stürze dich nicht gierig auf leckere Speisen;
denn in vielem Essen nistet Krankheit, und die Unmäßigkeit führt bis zum Erbrechen.
Infolge von Unmäßigkeit sind viele zu Tode gekommen; wer sich aber in acht nimmt, verlängert sein Leben.
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