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Sirach 10-13 · Tag 194 · 2025

Wahre Größe beginnt im Herzen.

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Ein weiser Herrscher hält sein Volk in Zucht, und die Regierung eines Einsichtsvollen ist wohlgeordnet.
Wie der Herrscher seines Volkes, so sind auch seine Diener; und wie das Oberhaupt der Stadt, so sind auch ihre Einwohner.
Ein zuchtloser König richtet sein Volk zugrunde, aber volkreich wird eine Stadt durch die Einsicht ihrer Obersten.
In der Hand Gottes liegt die Herrschaft über die Erde, und zu rechter Zeit läßt er den Tüchtigen auf ihr erstehen;
in der Hand Gottes liegt auch das Wohlergehen eines jeden, und der Person eines hohen Beamten verlieht er seine Würde.
Aber keinerlei Unrecht grolle deinem Nächsten, und betätige dich niemals durch gewalttätiges Handeln;
verhaßt beim Herrn und bei den Menschen ist der Übermut, und gegen beide versündigt sich die Gewalttat.
Die Herrschaft geht von einem Volk auf das andere über infolge von Gewalttaten, Übermut und Geldgier.
Wie kommt Staub und Asche dazu, sich zu überheben? Denn bei lebendigem Leibe reiße ich ihm die Eingeweide aus!
Eine leichte Krankheit – es scherzt der Arzt über sie – doch: Heute König und morgen ist er tot.
Denn wenn der Mensch stirbt, erhält er Moder und Maden, Geschmeiß und Würmer als Besitz.
Der Anfang des Hochmutes ist der Abfall des Menschen vom Herrn, wenn nämlich sein Herz sich von seinem Schöpfer abwendet.
Denn der Anfang des Hochmuts ist die Sünde, und wer an ihm festhält, richtet viele Greuel an. Darum läßt der Herr wunderbare Heimsuchungen über ihn ergehen und vernichtet die Schuldigen schließlich völlig.
Die Throne der Stolzen stürzt der Herr um und setzt Sanftmütige an ihre Stelle;
Völker rottet der Herr mit der Wurzel aus und pflanzt Demütige an ihre Stelle;
Die Spuren der Stolzen verwischt der Herr und tilgt sie aus bis auf den Erdengrund ;
er reißt sie weg aus der Erde und vernichtet sie und vertilgt ihr Gedächtnis von der Erde .
Nicht ist der Hochmut für die Menschen geschaffen, noch wütender Zorn für die von Weibern Geborenen. –
Welches Geschlecht steht in Ehren? Das Geschlecht des Menschen. Welches Geschlecht steht in Ehren? Das Geschlecht der Gottesfürchtigen. Welches Geschlecht steht in Unehren? Das Geschlecht des Menschen; welches Geschlecht steht in Unehren? Das Geschlecht der die Gebote Übertretenden.
Im Kreise von Brüdern steht ihr Oberhaupt in Ehren, und ebenso die Gottesfürchtigen in den Augen des Herrn.
Der Reiche und der Angesehene und der Arme – ihr Ruhm ist die Furcht des Herrn.
Es ist nicht recht, einen verständigen Armen zu mißachten, und es ziemt sich nicht, einen sündigen Menschen zu ehren.
Der Hochstehende und Herrscher und Gewalthaber stehen hoch in Ehren, und doch steht keiner von ihnen höher als der Gottesfürchtige.
Einem umsichtigen Knechte leisten die Freien Dienste, und ein verständiger Mensch murrt nicht .
Tue nicht klug bei Verrichtung deiner Arbeit und tue nicht vornehm, wenn du Mangel leidest.
Besser ist daran, wer arbeitet und Überfluß an allem hat, als wer groß tut und Mangel an Brot hat.
Mein Sohn, in Demut zolle dir selbst Hochachtung und erweise dir Ehre, soweit du es wirklich verdienst.
Wer wird dem Anerkennung gewähren, der gegen sich selbst sündigt? Und wer wird den ehren, der sich selbst verunehrt?
Mancher Arme wird geehrt um seiner Einsicht willen, und mancher Reiche wird nur um seines Reichtums willen geehrt.
Wer aber trotz seiner Armut in Ehren steht, – wie erst, wenn er reich wäre! und wer trotz seines Reichtums ungeehrt ist, – wie erst, wenn er arm wäre!
Die Weisheit des Niedrigen erhöht sein Haupt und weist ihm seinen Platz unter den Großen an.

Lobe keinen Menschen um seiner Schönheit willen und verabscheue niemand um seines Aussehens willen:
klein ist unter den Flugtieren die Biene, und doch steht, was sie schafft, unter den Süßigkeiten obenan.
Rühme dich nicht der Kleider, die du anhast, und überhebe dich nicht am Tage, wo du in voller Pracht erscheinst; denn wunderbar sind die Werke des Herrn, und verborgen sind seine Werke vor den Menschen.
Viele Herrscher haben am Boden sitzen müssen, und der, an den niemand gedacht hatte, hat die Krone getragen;
viele Machthaber sind schimpflich entehrt und Hochgestellte der Gewalt anderer preisgegeben worden.
Tadle nicht, ehe du geprüft hast; untersuche zuerst und dann erkläre für falsch.
Antworte nicht, ehe du gehört hast, und falle niemandem mitten in die Rede hinein.
Über eine Sache, die dich nichts angeht, streite nicht, und wenn Sünder zu Gericht sitzen, so setze dich nicht mit hin .
Mein Sohn, laß dich nicht auf vielerlei Geschäfte ein, denn wenn du vielerlei Dinge betreibst, wirst du nicht frei von Schuld bleiben; und wenn du ihnen nachjagst, wirst du doch nichts erreichen und, wenn du davonläufst, doch nicht entrinnen.
Mancher müht sich ab und plagt sich und hastet und bleibt nur umsomehr zurück;
ein anderer ist langsam und bedarf der Beihilfe, hat Mangel an Kraft und Überfluß an Armut, aber die Augen des Herrn blicken gütig auf ihn, und er hebt ihn empor aus seiner Niedrigkeit
und erhöht ihm das Haupt, so daß viele sich über ihn verwundern.
Glück und Unglück, Leben und Tod, Armut und Reichtum kommen vom Herrn. .
Was der Herr gibt, verbleibt den Frommen, und sein Wohlgefallen verleiht immerdauerndes Wohlergehen.
Mancher wird reich durch sein Sparen und seine Knickerei, und folgender Lohn wird ihm dafür zuteil:
er kann sagen: Ich habe nun Ruhe erlangt, jetzt will ich meine Güter genießen. Er weiß doch nicht, wie viel Zeit noch vergehen wird, bis er sein Gut anderen überlassen und sterben muß. –
Mein Sohn, bleibe in deinem Berufe und laß ihn dir gefallen und werde alt in deinem Geschäft.
Wundere dich nicht über die Erfolge der Sünder, vertraue vielmehr dem Herrn und harre in deiner Mühsal aus ; denn ein leichtes ist es in den Augen des Herrn, einen Armen schnell und unvermutet reich zu machen.
Der Segen des Herrn ist der Lohn des Frommen, und in kurzer Frist läßt er seinen Segen erblühen .
Sage nicht: Was habe ich noch nötig? und welche Glücksgüter können mir von nun an noch zuteil werden?
Sage auch nicht: Ich habe genug, und welches Unglück kann mir von nun an noch widerfahren?
Zur Zeit des Glücks vergißt man das Unglück, und zur Zeit des Unglücks denkt man nicht mehr an das Glück;
denn ein leichtes ist es dem Herrn, am Todestage einem jeden nach seinem Wandel zu vergelten.
Böse Zeit bewirkt Vergessen des Wohllebens, und beim Lebensabschluß eines Menschen werden seine Taten offenbar.
Vor dem Tode preise niemand glücklich, und erst an seinem Ende wird der Mann erkannt.
Nicht jeden Menschen führe in dein Haus, denn vielfältig sind die Nachstellungen des Betrügers.
Wie ein zur Jagd abgerichtetes Rebhuhn im Korbe, so ist das Herz des Stolzen und wie ein Späher der nach einer Blöße ausspäht;
denn hinterlistig lauernd, verkehrt er das Gute in Böses und hängt den trefflichsten Dingen einen Schandfleck an .
Von einem Feuerfunken entsteht ein großer Kohlenbrand; so lauert auch ein ruchloser Mensch auf Blutvergießen.
Sei auf der Hut vor dem Bösewicht, denn er schmiedet Unheil, damit er dir nicht einen unauslöschlichen Schandfleck anhänge .
Nimmst du einen Fremden in dein Haus auf, so wird er dich in Unruhe stürzen und dich deinen Angehörigen entfremden.

Willst du wohltun, so achte darauf, wenn du Gutes erweisest, so wirst du für deine Wohltaten Dank ernten.
Tue dem Frommen wohl, so wirst du Vergeltung erlangen, und zwar wenn nicht von ihm, so doch vom Höchsten.
Nicht sind Wohltaten dem zu erweisen, der immerfort auf Böses sinnt, noch auch dem, der die Mildtätigkeit nicht mit Dank vergilt.
Gib dem Frommen, des Sünders aber nimm dich nicht an.
Tue dem Demütigen Gutes, aber dem Gottlosen gib nichts; versage ihm das Brot und gib es ihm nicht, damit er dich dadurch nicht in seine Gewalt bekomme; denn doppelt so viel Böses wirst du von ihm erhalten für alles Gute, das du ihm erweisest;
denn auch der Höchste haßt die Sünder und vergilt den Gottlosen mit Strafe.
Gib dem Guten, des Sünders aber nimm dich nicht an.
Im Glück läßt sich der Freund nicht erkennen, aber im Unglück bleibt der Feind nicht verborgen.
Im Glück eines Menschen ist auch der Feind ein Freund , aber wenn es ihm unglücklich geht, trennt sich auch der Freund von ihm.
Traue deinem Feinde niemals, denn wie das Eisen, so rostet auch seine Schlechtigkeit;
auch wenn er sich demütig stellt und gebückt einhergeht, so gib acht und sei vor ihm auf der Hut; sei ihm gegenüber wie einer, der den Spiegel putzt, so wirst du erkennen, daß der Rost nicht für immer auf ihm festgesessen hat .
Laß ihn nicht neben dir stehen, damit er dich nicht stürze und an deine Stelle trete; laß ihn nicht zu deiner Rechten sitzen, damit er nicht nach deinem Sitz trachte; du würdest sonst zuguterletzt erkennen, daß ich recht hatte, und über meine Warnungen seufzen.
Wer bedauert einen Beschwörer, der von seiner Schlange gebissen wird, und alle die, welche sich mit wilden Tieren zu schaffen machen?
Ebenso ergeht es dem, der mit einem Sünder umgeht und sich mit seinen Sünden befleckt:
eine Zeitlang bleibt er bei dir, aber wenn du wankst, so hält er nicht stand.
Auf seinen Lippen hat der Feind freundliche Worte, aber in seinem Herzen sinnt er darauf, dich in die Grube zu stoßen; mit seinen Augen vergießt der Feind Tränen, wenn er aber eine gute Gelegenheit findet, wird er des Blutvergießens nicht satt;
wenn Unglück dir zustößt, so wirst du ihn noch früher als dich selbst an der Unglücksstätte antreffen, und als ob er dir helfen wollte, stellt er dir ein Bein;
er schüttelt den Kopf und klatscht in die Hände, und mit vielem Zischeln verzieht er das Gesicht.

Wer Pech angreift, besudelt sich, und wer mit dem Hochmütigen umgeht, wird ihm ähnlich.
Eine Last, die über deine Kräfte geht, hebe nicht auf, und mit einem, der reicher ist als du, gehe nicht um; was hat der Kochtopf mit dem Kessel zu tun? Dieser stößt an ihn und jener zerbricht.
Der Reiche tut Unrecht und schilt noch dazu, der Arme erleidet Unrecht und muß obendrein noch um Verzeihung bitten.
Wenn du für ihn brauchbar bist, bemüht er sich um dich, wenn du aber Mangel leidest, so läßt er dich im Stich;
wenn du etwas hast, so lebt er mit dir zusammen und leert dich aus, ohne selbst sich zu mühen;
hat er dich nötig, so täuscht er dich; er lächelt dir zu und macht dir Hoffnungen,
und beschämt dich durch seine Bewirtungen, bis er dich drei- oder viermal ausgebeutet hat, und schließlich verlacht er dich noch. Sieht er dich später einmal, so läßt er dich unbeachtet und schüttelt den Kopf über dich.
Nimm dich in acht, daß du nicht betrogen werdest und nicht gedemütigt in deiner Freude.
Lädt ein Mächtiger dich zu sich ein, so halte dich zurück: er wird dich um so dringender zu sich einladen.
Dränge dich nicht herzu, damit du nicht zurückgewiesen werdest, halte dich aber auch nicht fern, damit du nicht vergessen werdest.
Trachte nicht danach, mit ihm wie mit deinesgleichen zu reden, und traue nicht seinem vielen Gerede; denn mit seinem vielen Geplauder will er dich in Versuchung führen und durch sein Anlächeln dich ausforschen.
Ohne Erbarmen ist der, welcher die Worte nicht bei sich behält, und wird sicherlich mit Mißhandlung und Banden nicht sparsam verfahren .
Gib wohl acht und sei sorgsam auf der Hut, denn du wandelst in Begleitung deines Sturzes.
Jedes Tier liebt seinesgleichen und jeder Mensch den, der ihm ähnlich ist .
Jedes Geschöpf gesellt sich zu seiner Art, und so schließe sich auch der Mensch an seinesgleichen an.
Welche Gemeinschaft hat der Wolf mit dem Lamm? Ebenso steht es mit dem Gottlosen gegenüber dem Frommen.
Wie kann Friede bestehen zwischen der Hyäne und dem Hunde? und welcher Friede herrscht zwischen dem Reichen und dem Armen?
Die Jagdbeute der Löwen sind die Wildesel der Steppe; ebenso bilden die Armen die Weide der Reichen.
Ein Greuel für den Hochmütigen ist die Demut; ebenso ist der Arme ein Greuel für den Reichen.
Gerät der Reiche ins Wanken, so wird er von Freunden gestützt; ist aber der Arme zu Fall gekommen, so wird er von Freunden vollends zur Seite gestoßen.
Hat ein Reicher sich verfehlt , so sind viele Verteidiger da; hat er Häßliches geredet, so rechtfertigt man es; hat aber ein Niedriger sich verfehlt , so macht man ihm obendrein Vorwürfe; auch wenn er Verständiges redet, schenkt man ihm keine Beachtung.
Redet ein Reicher, so schweigen alle und erheben seine Worte bis an die Wolken; doch redet der Arme, so heißt’s:
Wer ist der? und stößt er an, so bringt man ihn vollends zu Fall.
Gut ist der Reichtum, an dem keine Sünde klebt, und schlimm ist die Armut nach der Aussage des Gottlosen.
Das Herz des Menschen verändert sein Angesicht, bald zum Guten, bald zum Schlimmen;
das Zeichen eines Herzens im Glück ist ein heiteres Angesicht, aber das Ersinnen von Denksprüchen erfordert mühsames Nachdenken.

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Veröffentlicht am 13. Juli 2025Laufzeit 15 Min. 45 Sek.

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Samuel Glöggl

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