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Sirach 6-9 · Tag 193 · 2025

Wahre Freunde – Gottes Geschenk für dein Leben.

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Gib dich nicht völlig dem Willen deiner Leidenschaft hin, damit sie nicht wie ein Stier deine Kraft abweide.
Deine Blätter wird sie abfressen und deine Früchte verzehren und dich stehen lassen wie einen dürren Baum .
Böse Leidenschaft richtet ihren Besitzer zugrunde und macht ihn zur Schadenfreude seiner Feinde.
Eine freundlich redende Kehle gewinnt viele Freunde, und eine wohlredende Zunge bekommt viele Heilsgrüße .
Groß sei die Zahl derer, die in Frieden mit dir leben, aber dein Vertrauter sei nur einer von tausend.
Erwirbst du dir einen Freund, so erwirb ihn unter Erprobung und schenke ihm nicht zu schnell dein Vertrauen.
Denn mancher ist ein Freund, solange es ihm zusagt, und bleibt es nicht zur Zeit deines Unglücks;
und mancher Freund verwandelt sich in einen Feind und bringt den dich entehrenden Streit unter die Leute.
Und mancher ist ein Freund als Tischgenosse, ist aber nicht zu finden zur Zeit deines Unglücks;
solange es dir gut geht, stellt er sich dir völlig gleich und tritt deinem Gesinde gegenüber als Herr auf ;
kommst du aber herunter, so tritt er gegen dich und läßt sich vor deinen Augen nicht mehr sehen.
Von deinen Feinden halte dich fern, und vor deinen Freunden sei auf der Hut.
Ein treuer Freund ist ein starker Schutz; wer ihn gefunden, hat einen Schatz gefunden.
Ein treuer Freund ist nicht zu bezahlen, und sein Wert läßt sich auf der Wage nicht feststellen.
Ein treuer Freund ist eine lebenspendende Arznei, und wer den Herrn fürchtet, erlangt ihn.
Der Gottesfürchtige lenkt seine Freundschaft richtig, denn so, wie er selbst, ist auch sein Genosse.
Mein Sohn, von Jugend auf erwähle dir Zucht, so wirst du bis ins Greisenalter die Weisheit gewinnen;
wie der Pflüger und der Sämann tritt an sie heran, so darfst du auf ihre herrlichen Früchte hoffen; denn von der Beschäftigung mit ihr wirst du nur kurze Zeit Mühe haben und bald schon ihre Früchte genießen.
Wie so ganz ungangbar erscheint sie den Ungebildeten, und ein Unverständiger hält es bei ihr nicht aus;
wie ein Übungsstein lastet sie schwer auf ihm und es währt nicht lange, so wirft er sie weg;
denn die Weisheit ist, wie schon ihr Name besagt , und nicht vielen ist sie offenbar; .
Höre, mein Sohn, und nimm meine Meinung an und weise meinen Rat nicht ab;
und stecke deine Füße in ihre Fesseln hinein und deinen Hals in ihr Halseisen;
beuge deinen Rücken unter sie und nimm sie auf dich und sträube dich nicht gegen ihre Bande.
Mit ganzem Herzen tritt an sie heran und halte ihre Wege mit all deiner Kraft ein.
Spüre ihr nach und suche sie, so wird sie dir bekannt werden, und hast du sie ergriffen, so laß sie nicht wieder los;
denn zuletzt wirst du Erquickung bei ihr finden, und sie wird sich dir in Freude verwandeln.
Alsdann werden ihre Fesseln zum starken Schutz für dich werden und ihr Halseisen zu einem Prachtgewand :
denn ein goldener Schmuck ist an ihr , und ihre Bande sind ein Purpurgewebe.
Als Prachtgewand wirst du sie dir anlegen und als Freudenkrone sie dir aufs Haupt setzen.
Wenn du bereit bist, mein Sohn, so wirst du Unterweisung erhalten, und wenn du dein Herz darauf richtest, so wirst du klug werden;
wenn du mit Lust und Liebe zuhörst, so wirst du es in dich aufnehmen, und wenn du dein Ohr hinkehrst, wirst du weise werden.
Wo viele Greise versammelt sind, da stelle dich ein, und wer weise ist, dem schließe dich an;
jeden Vortrag über göttliche Dinge höre gern an, und einsichtsvolle Sprüche laß dir nicht entgehen;
siehst du einen verständigen Mann, so suche ihn schon frühmorgens auf, und dein Fuß betrete immer wieder die Schwellen seiner Türen.
Denke nach über die Verordnungen des Herrn, und über seine Gebote sinne allezeit nach; er ist’s der dein Herz fest machen wird, und dein Verlangen nach Weisheit wird dir gewährt werden .

Tue nichts Böses, so widerfährt dir nichts Böses,
meide das Unrecht, so wird es fern von dir bleiben.
Mein Sohn, säe nicht in die Furchen des Unrechts, so wirst du nicht siebenfältig von ihnen ernten.
Erbitte dir von Gott keine Herrscherstellung und ebenso vom Könige keinen Ehrenstuhl.
Stelle dich vor Gott nicht als gerecht hin und spiele vor dem König nicht den Weisen.
Trachte nicht danach, ein Richter zu werden, wenn du nicht imstande bist, dem Unrecht ein Ende zu machen; sonst würdest du dich vor der Person des Machthabers fürchten müssen und Anstoß trotz deiner Rechtschaffenheit erregen.
Verfehle dich nicht gegen die Stadtgemeinde und bringe dich nicht selbst in Mißachtung beim Volk. –
Glaube nicht, zweimal ungestraft eine Sünde begehen zu können; denn schon bei einer einzigen wirst du nicht straflos ausgehen.
Denke nicht: Der Herr wird die Menge meiner Opfergaben beachten, und wenn ich Gott, dem Höchsten, etwas darbringe, so wird er’s annehmen.
Sei nicht mutlos bei deinem Gebet und versäume nicht, Mildtätigkeit zu üben.
Verlache keinen, dessen Gemüt tief bekümmert ist; denn es gibt einen, der da erniedrigt und erhöht. –
Pflüge keine Lüge gegen deinen Bruder und tue das Gleiche auch deinem Freunde nicht an .
Wolle nie irgend eine Lüge aussprechen, denn die Gewöhnung daran schlägt nicht zum Guten aus. –
Sei kein Schwätzer in der Versammlung der Alten und wiederhole kein Wort in deinem Gebet. –
Hasse nicht die mühevolle Handarbeit, noch den Ackerbau, da der Höchste ihn verordnet hat.
Rechne dich nicht selbst zu der großen Zahl der Sünder; bedenke wohl, daß der Zorn nicht lange auf sich warten läßt.
Demütige tief deine Seele, denn die Strafe für den Gottlosen ist das Feuer und der Wurm.
Einen Freund vertausche nicht um wertloses Geld, noch einen leiblichen Bruder um Ophirgold.
Wende dich nicht ab von einer klugen und guten Ehefrau, denn ihre Anmut ist wertvoller als Gold.
Behandle keinen Knecht übel, der treu arbeitet, und ebensowenig einen Tagelöhner, der dir von Herzen ergeben ist.
Einen verständigen Dienstboten liebe aufrichtig und enthalte ihm die Freilassung nicht vor.
Hast du Vieh, so sieh selbst nach ihm, und ist es dir nützlich, so behalte es. –
Hast du Kinder, so halte sie in Zucht und beuge ihnen den Nacken von Jugend auf.
Hast du Töchter, so gibt acht auf ihren Leib und zeige ihnen kein zu freundliches Gesicht.
Verheiratest du eine Tochter, so hast du ein großes Werk fertig gebracht, aber gib sie einem verständigen Manne zur Frau.
Hast du eine Frau nach deinem Herzen, so verstoße sie nicht ; ist sie dir aber zuwider, so vertraue dich ihr nicht an.
Von ganzem Herzen ehre deinen Vater und vergiß deine Mutter nicht, die dich mit Schmerzen geboren;
bedenke wohl, daß du ihnen das Leben verdankst; wie kannst du ihnen vergelten, was sie an dir getan haben?
Mit deinem ganzen Herzen fürchte den Herrn und halte seine Priester in Ehren .
Mit ganzer Kraft liebe deinen Schöpfer und laß seine Diener nicht im Stich.
Fürchte den Herrn und ehre den Priester und gib ihm seinen Anteil, wie dir geboten ist: die Erstlinge und Schuldopfer und die Gabe des Bugs, das hochheilige Speisopfer und den Priesterzehnten .
Auch dem Armen strecke deine Hand hin, damit der Segen für dich vollkommen werde.
Ein liebevolles Geschenk kommt jedem Lebenden zu, aber auch dem Toten versage deine Liebe nicht.
Entziehe dich nicht den Weinenden und trauere mit den Trauernden.
Sei nicht lässig, die Kranken zu besuchen, denn durch solches Verhalten wirst du Liebe ernten.
Bei allem, was du vorhast, denke an dein Ende, so wirst du niemals böse handeln.

Streite nicht mit einem mächtigen Herrn, damit du ihm nicht in die Hände fallest.
Zanke nicht mit einem reichen Manne, damit er nicht das Gewicht seines Geldes gegen dich in die Wagschale lege; denn schon viele hat das Geld zur Schlechtigkeit verleitet und sogar die Herzen der Könige vom rechten Wege abgeführt.
Streite nicht mit einem zungenfertigen Manne und häufe nicht noch mehr Holzscheite auf sein Feuer.
Scherze nicht mit einem Ungebildeten, damit deine Vorfahren nicht beschimpft werden .
Mache keinem Menschen Vorwürfe, der sich von der Sünde abwendet; bedenke, daß wir alle in Schuld sind.
Achte keinen Menschen gering wegen seines hohen Alters, denn auch von uns selbst werden manche alt.
Freue dich nicht über jemandes Tod; bedenke wohl: wir alle müssen sterben.
Vernachlässige nicht die Gespräche der Weisen und beschäftige dich mit ihren Sinnsprüchen; denn von ihnen kannst du Bildung lernen, um den Großen dienen zu können.
Mißachte nicht die Gespräche der Greise, denn auch sie haben von ihren Vätern gelernt; denn von ihnen kannst du Einsicht lernen, um zur Zeit, wo es not tut, Antwort zu geben.
Blase nicht die Kohlen des Sünders in Brand, damit du nicht von seiner Feuerflamme versengt werdest.
Gerate nicht außer dir gegenüber einem frechen Menschen, damit er nicht wie ein Lauerposten deinem Munde nachstelle.
Borge keinem Manne, der mächtiger ist als du; hast du ihm aber geborgt, so sieh es als verloren an.
Leiste nicht Bürgschaft über dein Vermögen hinaus; hast du dich aber verbürgt, so mache dich aufs Bezahlen gefaßt.
Rechte nicht mit einem Richter, denn nach seinem Belieben entscheidet er .
Mit einem Tollkühnen begib dich nicht auf die Reise, damit er nicht schweres Leid über dich bringe; denn er wird nach seinem Kopfe handeln, und du wirst durch seine Unbesonnenheit mit ins Unglück geraten.
Mit einem Jähzornigen laß dich in keinen Streit ein und wandere mit ihm nicht durch die Wüste; denn Blut zu vergießen gilt ihm für nichts, und wo keine Hilfe da ist, streckt er dich zu Boden.
Mit einem Toren schmiede keinen Plan, denn er vermag keine Sache geheimzuhalten.
Vor den Augen eines Fremden tue nichts, was geheim bleiben soll; denn du weißt nicht, was er schließlich anstellen wird.
Nicht jedem Menschen offenbare dein Herz, er möchte dir wohl schlechten Dank dafür abstatten .

Sei nicht eifersüchtig auf die Ehefrau an deinem Busen und bringe ihr nicht eine schlimme Lehre bei zu deinem eigenen Schaden.
Gib deinen Willen nicht ganz und gar deiner Frau preis, so daß sie zu der dir gebührenden Herrschaft emporsteigt.
Nähere dich keinem buhlerischen Weibe, damit du nicht in ihre Schlingen fallest.
Bei einer Zitherspielerin verweile nicht lange, damit du nicht von ihren Künsten umstrickt werdest.
Eine Jungfrau betrachte nicht genau, damit du nicht durch das zu zahlende Strafgeld in Schande geratest.
Gib dein Herz nicht an Buhldirnen hin, damit du nicht um dein Hab und Gut kommest.
Gaffe nicht in den Straßen der Stadt umher und schweife nicht durch ihre einsamen Gassen.
Wende deine Augen ab von einer schönen Frau und laß deine Blicke nicht ruhen auf einer fremden Schönheit; durch Weiberschönheit sind schon viele berückt worden, und an ihr entzündet die Liebe sich wie Feuer.
Mit einer verheirateten Frau sitze überhaupt nicht zusammen und schmause nicht mit ihr beim Wein, damit dein Herz sich ihr nicht zuneige und du durch deine Leidenschaft ins Verderben geratest .
Einen alten Freund laß nicht fahren, denn der neue kommt ihm nicht gleich; ein neuer Freund ist wie neuer Wein: erst wenn er alt geworden ist, trinkt man ihn mit Vergnügen.
Beneide keinen Sünder um seine Herrlichkeit, denn du weißt nicht, wie sein Ende sein wird.
Habe kein Wohlgefallen an dem Wohlergehen der Gottlosen; bedenke wohl, daß sie nicht bis zum Tode ungestraft bleiben .
Halte dich weit entfernt von einem Manne, der die Macht hat zu töten, damit du nicht in Todesfurcht zu schweben brauchst; wenn du aber mit ihm zu tun hast, so laß dir nichts zuschulden kommen, damit er dir nicht das Leben nehme. Bedenke wohl, daß du inmitten von Schlingen einhergehst und auf den Mauerzinnen einer Stadt wandelst.
Soviel du vermagst, berate deinen Nächsten und besprich dich mit weisen Leuten.
Mit den Einsichtsvollen halte deine Unterredungen ab, und den Gegenstand aller deiner Gespräche bilde das Gesetz des Höchsten.
Rechtschaffene Männer seien deine Tischgenossen, und in der Gottesfurcht bestehe dein Ruhm.
Durch die Hand kunstfertiger Meister erlangt ein Werk Lob, und der Führer eines Volkes ist der redefertige Weise.
Gefürchtet in seiner Stadt ist der Schwätzer , und wer sich in seiner Rede überstürzt, erntet Haß.

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Veröffentlicht am 12. Juli 2025Laufzeit 14 Min. 45 Sek.

Personen in dieser Folge

Samuel Glöggl

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