Judit 9-12 · Tag 112 · 2025
Mutig voran – Gott kämpft für dich!
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Judith aber warf sich auf ihr Angesicht nieder, streute sich Asche aufs Haupt und legte das Sacktuch ab, das sie umgebunden zu tragen pflegte; es war gerade die Zeit, wo zu Jerusalem das Rauchopfer für diesen Abend in das Haus Gottes hineingebracht wurde. Da richtete Judith mit lauter Stimme folgendes Gebet an den Herrn:
O Herr, du Gott meines Ahnen Simeon, dem du das Schwert in die Hand gabst, um die Heiden zu strafen, die den Schoß der Jungfrau zur Vergewaltigung aufgedeckt und ihren Schenkel zur Schändung entblößt und ihren Schoß zur Beschimpfung entweiht hatten.
Denn obgleich du geboten hattest: ›Dergleichen darf nicht geschehen‹ , hatten sie es doch getan; zur Strafe dafür hast du ihre Fürsten der Ermordung preisgegeben und ihr Lager, das sich ihrer Arglist schämte , zum Blutbad gemacht; du hast die Untertanen um der Herrscher willen geschlagen und die Herrscher auf ihren Thronen;
du hast ihre Weiber dem Raube preisgegeben und ihre Töchter in Gefangenschaft fallen lassen und all ihr Hab und Gut zur Plünderung deinen geliebten Söhnen gegeben, weil sie ihren Eifer für dich betätigt und die Befleckung ihre Blutes verabscheut und dich um Hilfe angerufen hatten. O Gott, mein Gott, erhöre jetzt auch mich, die ich eine Witwe bin!
Du hast ja getan, was vor jenen Begebenheiten geschehen ist, und ebenso, was damals und was später geschehen ist und was jetzt geschieht, und das Zukünftige hast du bedacht, und das du bedacht hast, das geschieht auch,
und alle Dinge, die du beschlossen hast, treten auch ein und sprechen: ›Siehe, da sind wir!‹ Denn alle deine Wege sind in Bereitschaft, und dein Gericht ist vorhergesehen.
Ach! die Assyrer sind gar stark mit ihrer Kriegsmacht, sind stolz auf ihre Rosse und Reiter, trotzen auf die Kraft ihres Fußvolkes, setzen ihre Hoffnung auf Schild und Speer, auf Bogen und Schleuder und wissen nicht, daß du der Herr bist, der die Kriege entscheidet.
Herr ist dein Name: zerbrich ihre Stärke durch deine Macht und schlage ihre Kraft durch deinen Zorn nieder! Sie haben ja beschlossen, dein Heiligtum zu entweihen und das Zelt, da dein herrlicher Name wohnt, zu schänden und mit dem Schwert die Hörner deines Altars abzuschlagen.
Sieh ihren Übermut an, schleudere deinen Grimm auf ihre Häupter und verleihe meiner Hand, der Hand einer Witwe, Kraft zu meinem Vorhaben!
Schlage durch meine trügerischen Lippen den Knecht samt dem Herrn und den Herrn samt seinem Diener, brich ihren Stolz durch die Hand eines Weibes!
Denn nicht auf der Menge beruht deine Kraft, und deine Herrschaft nicht auf den Starken; sondern du bist der Gott der Demütigen, der Helfer der Geringen, der Beistand der Schwachen, der Beschützer der Verachteten, der Retter der Hoffnungslosen.
Ja, ja, du Gott meines Vaters und du Gott deines Eigentumsvolkes Israel, Herr des Himmels und der Erde, Schöpfer des Weltmeeres, König deiner ganzen Schöpfung, erhöre du mein Gebet!
Laß meine trügerische Rede ihnen zum Verderben und Unheil werden, da sie ja gegen deinen Bund und dein heiliges Haus, gegen den Berg Zion und den Wohnsitz deiner Kinder Grausames beschlossen haben.
Und mache, daß dein ganzes Volk und jeder Stamm zu der klaren Erkenntnis komme, daß du der Gott aller Macht und Stärke bist und daß es keinen andern Beschützer des Volkes Israel gibt als dich!
Als sie nun mit ihrem lauten Hilferuf zum Gott Israels zu Ende war und dieses ihr Gebet vollendet hatte,
stand sie vom Boden auf, rief ihre Zofe und stieg in das Gemach hinab, in welchem sie sich an den Sabbattagen und an ihren Festen aufzuhalten pflegte.
Dort legte sie das Sacktuch ab, das sie sich umgebunden hatte, zog ihre Witwenkleider aus, nahm ein Wasserbad, salbte sich mit kostbarer Salbe, ordnete das Haar ihre Hauptes, setzte sich einen Kopfbund auf und legte ihre Festtagskleider an, die sie bei Lebzeiten ihres Gatten Manasse regelmäßig getragen hatte.
Dann tat sie Sandalen an ihre Füße, legte die Schrittkettchen und Armbänder, die Fingerringe und Ohrringe, überhaupt ihren gesamten Schmuck an und machte sich sehr schön, um allen Männern, die sie sehen würden, in die Augen zu fallen.
Weiter gab sie ihrer Zofe einen Lederschlauch mit Wein und einen Krug mit Öl, füllte einen Beutel mit Mehl und Feigen und reinen Broten, umwickelte alle diese Gefäße sorgfältig und belud ihre Zofe damit.
Hierauf gingen sie hinaus nach dem Tore der Stadt Betylua und fanden dort den Ozias und die Stadtältesten Chabris und Charmis stehen.
Als diese sie erblickten, und zwar so ganz verändert in der äußeren Erscheinung und Kleidung, verwunderten sie sich ob ihrer Schönheit über alle Maßen und sagten zu ihr:
Der Gott unserer Väter möge dir vergönnen, Gnade zu finden und dein Vorhaben auszuführen zum Ruhme Israels und zur Verherrlichung Jerusalems!
Darauf warf sie sich anbetend vor Gott nieder und sagte zu ihnen: Laßt mir das Stadttor öffnen, dann will ich das vollführen, wovon ihr mit mir geredet habt. Da befahlen sie den jungen Männern, ihr das Tor zu öffnen, wie sie begehrt hatte.
Als das geschehen war, ging Judith hinaus, und zwar in Begleitung ihrer Dienerin; die Männer in der Stadt aber sahen ihr nach, bis sie den Berg hinabgestiegen war und das Tal durchschritten hatte und sie nicht mehr zu sehen war.
Als die beiden nun im Tale geradeaus gingen, begegnete ihr die Vorhut der Assyrer;
die hielten sie an und fragten sie: Wer bist du? woher kommst du, und wohin willst du? Da antwortete sie: Ich bin ein hebräisches Weib und fliehe von ihnen weg, weil sie euch bald zum Fraß gegeben werden.
Ich bin auf dem Wege zu Holofernes, dem obersten Befehlshaber eures Heeres, um ihm zuverlässigen Bericht zu erstatten und ihm die Möglichkeit anzugeben, wie er sich des ganzen Berglandes bemächtigen kann, ohne daß von seinen Leuten eine einzige lebende Seele verloren geht.
Als nun die Männer sie so reden hörten und ihr Angesicht erblickten, erschien sie ihnen geradezu als ein Wunder von Schönheit, und sie sagten zu ihr:
Du hast dein Leben gerettet, indem du dich beeilt hast, zu unserm Herrn herabzukommen. So begib dich denn jetzt zu seinem Zelte; einige von unseren Leuten sollen dich geleiten, bis sie dich ihm persönlich übergeben haben.
Wenn du aber vor ihm stehst, so fürchte dich nicht, sondern teile ihm mit, wie du soeben gesagt hast, und er wird dir’s lohnen.
Darauf wählten sie aus ihrer Abteilung hundert Mann zum Geleit für sie und ihre Zofe und führten sie so zum Zelte des Holofernes.
Da entstand ein Zusammenlauf in dem ganzen Lager, denn das Gerücht von ihrer Ankunft war in die Zelte gedrungen; daher kam man herbei und umringte sie, während sie draußen vor dem Zelte des Holofernes stand, bis man sie bei ihm angemeldet hatte.
Man war über ihre Schönheit erstaunt und war ihretwegen voller Bewunderung der Israeliten, so daß einer zum andern sagte: Wer könnte dieses Volk verachten, das solche Weiber unter sich hat? Nein, es wäre nicht angebracht, daß auch nur ein einziger Mann von ihnen übrig bliebe; denn die, welche man übrig ließe, könnten die ganze Welt berücken.
Endlich kamen die Leibwächter des Holofernes und alle zu seiner Umgebung Gehörigen heraus und führten sie in das Zelt hinein;
Holofernes ruhte gerade auf seinem Lager unter einem Mückennetz, das aus Purpur- und Goldfäden und aus eingewebten Smaragden und anderen kostbaren Edelsteinen bestand.
Als man sie bei ihm angemeldet hatte, trat er in das Vorzelt hinaus, wobei silberne Leuchter vor ihm hergetragen wurden.
Als dann Judith ihm und den zu seiner Umgebung Gehörigen zu Gesicht kam, verwunderten sich alle über ihre Schönheit. Sie warf sich auf ihr Angesicht nieder und brachte ihm ihre Huldigung dar; doch seine Diener hoben sie auf.
Darauf sagte Helofernes zu ihr: Sei gutes Mutes, Weib, fürchte dich nicht! Ich tue keinem etwas zuleide, der bereit ist, sich Nabuchodonosor, dem Könige der ganzen Erde, zu unterwerfen.
Ja, hätte dein Volk, das auf diesem Berglande wohnt, mich nicht mißachtet, so hätte ich meinen Speer nicht gegen sie erhoben; sie haben ihr jetziges Geschick sich selbst zuzuschreiben.
Aber nun sage mir: warum hast du sie durch die Flucht verlassen und bist zu uns gekommen? Es ist dein Glück, daß du gekommen bist. Sei gutes Mutes! du sollst dein Leben in dieser Nacht behalten und künftighin.
Niemand soll dir ein Leid zufügen, sondern man wird dir Gutes erweisen, wie das immer geschieht bei den Untertanen meines Herrn, des Königs Nabuchodonosor.
Da erwiderte Judith ihm folgendermaßen: Nimm die Worte deiner Magd gnädig an und gestatte deiner Dienerin vor dir zu reden: kein unwahres Wort werde ich meinem Herrn in dieser Nacht berichten;
und wenn du den Rat deiner Magd befolgen willst, so wird Gott das Werk im Verein mit dir zu Ende führen, und mein Herr wird sein Vorhaben nicht verfehlen.
Denn so wahr Nabuchodonosor lebt, der König der ganzen Erde, und so wahr die Macht dessen Bestand hat, der dich entsandt hat, alles, was lebt, zur Ordnung zu bringen: nicht allein Menschen sind ihm durch dein Verdienst untertan, sondern auch die wilden Tiere und die Haustiere und die Vögel des Himmels werden durch deine Tatkraft leben unter Nabuchodonosor und seinem ganzen Hause.
Denn wir haben von deiner Weisheit gehört und von den klugen Anschlägen deines Geistes, und aller Welt ist kund geworden, daß du allein im ganzen Königreiche tüchtig bist und leistungsfähig durch deine Einsicht und bewundernswert in der Kriegführung.
Was nun die Rede betrifft, die Achjor in deiner Versammlung gehalten hat, so haben wir das, was er gesagt hat, vernommen; denn die Bewohner von Berylua haben ihn am Leben gelassen, und er hat ihnen alles mitgeteilt, was er vor dir geredet hat.
Darum, Herr und Gebieter, laß seine Rede nicht unbeachtet, sondern nimm sie dir zu Herzen, denn sie ist wahr. Unser Volk wird nämlich nicht gestraft, und das Schwert vermag nichts wider es, wenn es sich nicht gegen seinen Gott versündigt.
Doch jetzt, damit mein Herr nicht vertrieben werde und unverrichteter Sache abziehen müsse, sondern der Tod über sie hereinbreche, so hat die Sünde Macht über sie gewonnen, wodurch sie ihren Gott erzürnen werden, sobald sie etwas Unstatthaftes begehen.
Nachdem ihnen nämlich die Lebensmittel ausgegangen und das Wasser sparsam geworden ist, haben sie beschlossen, Hand an ihre Haustiere zu legen, und haben den Entschluß gefaßt, alles zu verzehren, dessen Genuß Gott ihnen durch sein Gesetz verboten hat.
Auch die Erstlinge der Feldfrucht und die Zehnten von Wein und Öl, die sie den in Jerusalem vor dem Angesicht unseres Gottes stehenden Priestern geheiligt und aufbewahrt hatten, haben sie beschlossen aufzuzehren, lauter Dinge, die nicht einmal mit den Händen zu berühren irgend jemandem aus dem Volke gestattet ist.
Weil nun die Einwohner von Jerusalem dasselbe getan haben, so haben sie Männer dorthin gesandt, die ihnen von dem Hohen Rate die Erlaubnis dazu erwirken sollen.
Sobald ihnen diese erteilt ist und sie danach getan haben, werden sie dir noch an demselben Tage zur Vernichtung preisgegeben werden.
Darum bin ich, deine Magd, nachdem ich dies alles erfahren habe, von ihnen weggeflohen, und Gott hat mich hergesandt, mit dir Taten zu vollbringen, über die alle Welt, wer davon hört, sich entsetzen wird.
Denn deine Magd ist gottesfürchtig und dient Tag und Nacht dem Gott des Himmels. Und zunächst werde ich bei dir bleiben, mein Herr, doch bei Nacht wird deine Magd in die Felsschlucht hinausgehen, um zu Gott zu beten; er wird mir dann kundtun, wann sie ihre Sünden begangen haben;
dann will ich kommen und es dir anzeigen; und du wirst mit deiner ganzen Kriegsmacht ausziehen, und keiner von ihnen wird dir entgegentreten.
Ich werde dich dann mitten durch Judäa führen bis vor Jerusalem und will deinen Stuhl mitten in der Stadt aufstellen, und du sollst sie wie Schafe treiben, die keinen Hirten haben, und kein Hund soll auch nur ein Knurren gegen dich hören lassen . Denn dies ist mir durch Offenbarung mitgeteilt und verkündigt worden, und ich bin hergesandt, es dir kundzutun.
Ihre Rede fand den Beifall des Holofernes und seiner ganzen Umgebung; sie bewunderten die Weisheit der Judith und sagten:
In der ganzen Welt, von einem Ende bis zum andern, gibt es kein Weib, das diesem gleichkommt an schönem Aussehen und verständiger Rede.
Holofernes aber sagte zu ihr: Gott hat gut daran getan, daß er dich vor dem Volke hergesandt hat, damit der Sieg uns zuteil werde, dagegen denen, die meinen Zorn verachtet haben, die Vernichtung.
Und nun: du bist schön von Gestalt und verstehst trefflich zu reden; wenn du nun deine Verheißung zur Ausführung bringst, so soll dein Gott auch der meine sein, und du sollst im Palast des Königs Nabuchodonosor wohnen und berühmt sein auf der ganzen Erde.
Darauf ließ er sie in den Raum führen, wo sein Silbergeschirr aufgestellt war, und ließ ihr von seinen eigenen Speisen eine Mahlzeit auftragen und von seinem eigenen Wein zu trinken reichen.
Doch Judith sagte: Ich werde nichts davon genießen, damit ich mich nicht versündige; vielmehr soll mir von den Vorräten gereicht werden, die ich habe mitbringen lassen.
Da sagte Holofernes zu ihr: Wenn aber deine mitgebrachten Vorräte aufgezehrt sind, woher sollen wir dir Gleiches beschaffen? Von deinem Volke ist ja niemand bei uns.
Da gab Judith ihm zur Antwort: So wahr du lebst, mein Herr! deine Magd wird ihre Vorräte nicht aufgezehrt haben, bis der Herr seinen Beschluß durch mich zur Ausführung gebracht hat.
Hierauf führten die Diener des Holofernes sie in das für sie bestimmte Zelt, und sie schlief bis Mitternacht. Um die Zeit der Morgenwache aber stand sie auf,
sandte zu Holofernes und ließ ihm sagen: Mein Herr wolle Befehl geben, daß man mich, seine Magd, hinausgehen lasse, damit ich mein Gebet verrichte.
Da gebot Holofernes seinen Leibwächtern, sie nicht zu hindern. So blieb sie drei Tage lang im Lager und ging jede Nacht in das Tal von Betylua und nahm ihre Abwaschungen im Lager an der Wasserquelle vor.
Wenn sie dann hinausgestiegen war, bat sie den Herrn, den Gott Israels, er möge ihr den Weg zur Rettung ihrer Volksgenossen bahnen.
So kehrte sie rein zurück und blieb in ihrem Zelte, bis sie gegen Abend ihre Speise zu sich nahm.
Am vierten Tage aber gab Holofernes seinen Dienern allein ein Gastmahl und lud keinen von den diensttuenden Beamten zur Teilnahme ein.
Dabei sagte er zu Bagoas, dem Verschnittenen, der sein ganzes Hauswesen zu verwalten hatte: Geh doch hin und berede die Hebräerin, die bei dir ist, daß sie zu uns kommt und mit uns ißt und trinkt.
Es würde ja doch schimpflich für uns sein, wenn wir ein solches Weib gehen ließen, ohne uns mit ihr eingelassen zu haben; sie würde uns geradezu auslachen, wenn wir sie nicht umarmten.
Da ging Bagoas aus dem Zelte des Holofernes zu ihr und sagte: Es verschmähe das schöne Mädchen hier doch nicht, zu meinem Herrn zu kommen und sich von ihm Ehre antun zu lassen und mit uns in Fröhlichkeit ein Glas Wein zu trinken und es heute so zu machen wie alle anderen assyrischen Mädchen, die im Palast Nabuchodonosors anwesend sind.
Da antwortete ihm Judith: Wie könnte ich die Aufforderung meines Herrn zurückweisen? Ja, alles, was meinem Herrn wohlgefällig ist, werde ich mich beeilen, zu tun; das soll mir eine Freude sein bis zu meinem Todestage.
Hierauf stand sie auf, legte ihre schönsten Gewänder an und schmückte sich mit allem Schmuck, den die Frauenwelt anwendet. Ihre Dienerin ging hin und breitete für sie dem Holofernes gegenüber auf dem Boden die Teppiche aus, die sie von Bagoas für ihren täglichen Gebrauch erhalten hatte, um auf ihnen liegend die Mahlzeit einzunehmen.
Als nun Judith hereinkam und sich zum Essen gelagert hatte, da geriet Holofernes bei ihrem Anblick in Entzücken, und seine Gefühle wurden stürmisch erregt; es hatte ihn auch früher schon leidenschaftlich gelüstet, mit ihr zusammen zu sein, und von dem Tage an, wo er sie zuerst gesehen, hatte er auf eine günstige Gelegenheit gelauert, sie zu verführen.
Nun sagte Holofernes zu ihr: Trinke nun und sei lustig mit uns!
Judith antwortete ihm: Gewiß, trinken will ich, o Herr; denn heute hat mein Leben eine so hohe Ehrung erfahren wie noch nie zuvor seit dem Tage meiner Geburt.
Sie nahm dann die Speisen, die ihre Dienerin zubereitet hatte, und aß und trank vor seinen Augen.
Da wurde Holofernes durch ihr Verhalten hocherfreut und trank sehr vielen Wein, mehr als er jemals an einem Tage seit seiner Geburt getrunken hatte.
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