Judit 1-4 · Tag 110 · 2025
Wenn alles verloren scheint – Gott ist schon an deiner Seite!
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I. Erster Teil: Entsendung des Holofernes zur Bestrafung der westlichen Völker
Im zwölften Jahre der Regierung Nabuchodonosors, der als König über die Assyrer in der großen Stadt Ninive herrschte, in den Tagen Arphaxads, der über die Meder in Ekbatana herrschte, –
dieser hatte rings um Ekbatana Mauern von Quadersteinen, drei Ellen breit und sechs Ellen lang, erbaut und die Höhe der Mauer auf siebenzig und ihre Breite auf fünfzig Ellen bemessen;
ihre Türme hatte er auf den Stadttoren hundert Ellen hoch errichtet und sie am Grunde in einer Breite von sechzig Ellen aufgeführt;
ihre Tore hatte er zu einer Höhe von siebenzig Ellen und zu einer Breite von vierzig Ellen angelegt, damit seine gewaltige Heeresmacht und die Scharen seines Fußvolkes in geschlossenen Reihen hindurchziehen könnten –:
in jener Zeit zog der König Nabuchodonosor gegen den König Arphaxad zu Felde in der großen Ebene, die im Gebiete von Ragau liegt.
Da stießen zu ihm alle Bewohner des Berglandes und alle Anwohner des Euphrat, des Tigris und des Hydaspes und die Mannschaften aus der Tiefebene Ariochs, des Königs der Elymäer; so vereinigten sich denn viele Völker zum Kampfe gegen die Söhne Cheleuds.
Da sandte Nabuchodonosor, der König der Assyrer, Boten an alle Bewohner Persiens und an alle Bewohner der westlichen Länder, nämlich an die Bewohner von Cilicien und Damaskus, vom Libanon und Antilibanon und an die Bewohner der Meeresküste,
sowie an die Völker am Karmel und in Gilead, in Ober-Galiläa und in der großen Ebene Esdrelom,
sodann an alle in Samaria und den dortigen Städten und jenseits des Jordans bis nach Jerusalem und Betane, Chellus und Kades, bis an den Bach Ägyptens, nach Taphne, Ramesse und bis zum ganzen Lande Gesem,
bis über Tanis und Memphis hinaus, und an alle Bewohner Ägyptens bis an die Grenzen von Äthiopien.
Aber alle Bewohner aller dieser Länder ließen den Befehl des Assyrerkönigs Nabuchodonosor unbeachtet und leisteten ihm keine Heeresfolge, weil sie ihn nicht fürchteten, sondern in ihm nur einen gewöhnlichen Menschen ihresgleichen sahen; sie schickten also seine Gesandten unverrichteter Sache und unter schnöder Mißachtung zurück.
Da ergrimmte Nabuchodonosor gewaltig gegen alle diese Länder und schwor bei seinem Throne und seiner Herrschaft, an allen Gebieten von Cilicien, Damaskus und Syrien Rache zu nehmen und mit seinem Schwert auch alle Bewohner des Landes Moab, sowie die Ammoniter und das ganze jüdische Land und alle Bewohner Ägyptens bis zum Gebiet der beiden Nilarme auszurotten.
Er zog also mit seinem Heere gegen den König Arphaxad zu Felde im 17. Jahre seiner Regierung, besiegte ihn in der Schlacht und schlug die ganze Streitmacht Arphaxads, auch seine gesamte Reiterei und alle seine Kriegswagen in die Flucht;
er eroberte dann seine Städte und zog bis vor Ekbatana, dessen Türme er in seine Gewalt brachte, dessen Straßen er verwüstete und dessen Herrlichkeit er ein schmähliches Ende bereitete.
Hierauf nahm er den Arphaxad in den Bergen von Ragau gefangen, durchbohrte ihn mit seinen Wurfspießen und brachte ihn so noch an demselben Tage ums Leben.
Schließlich kehrte er nach Ninive zurück, er und alle seine Hilfsvölker, eine gewaltige Menge von Kriegsvolk; er ließ es sich dort wohl sein und schmauste mit seinem Heere 120 Tage lang.
Im 18. Regierungsjahre, am 22. Tage des ersten Monats, entstand im Palast des Assyrerkönigs Nabuchodonosor das Gerücht, er wolle die Rache an dem ganzen Ländergebiet vollziehen, wie er es angekündigt hatte.
Er berief wirklich alle seine Beamten und alle seine Würdenträger zu sich, eröffnete ihnen seinen geheimen Plan und legte ihnen persönlich die ganze Bosheit jener Länder genau dar.
Da sprachen auch sie sich dahin aus, daß die gesamte Menschheit, die dem Gebote seines Mundes nicht gehorcht hätte, vertilgt werden sollte.
Als der König Nabuchodonosor nun seine Beratung zu Ende geführt hatte, berief er seinen obersten Heerführer Holofernes, der den zweiten Rang nach ihm innehatte, und sagte zu ihm:
So befiehlt der Großkönig, der Herr der ganzen Erde: Du sollst jetzt von mir ausziehen und mit dir nehmen an zuverlässigen Kriegern 120000 Mann zu Fuß und 12000 Reiter
und sollt gegen alle Länder im Westen ausziehen, weil sie dem von mir ergangenen Befehl ungehorsam gewesen sind;
gebiete ihnen, Erde und Wasser bereit zu halten, denn ich will in meinem Zorn gegen sie ins Feld rücken und die ganze Oberfläche ihres Gebiets mit den Füßen meiner Kriegsleute bedecken und sie ihnen zur Plünderung preisgeben;
ihre Erschlagenen sollen ihre Schluchten und Bäche anfüllen, so daß die Gewässer wegen der Menge der Leichen austreten;
ihre Gefangenen aber will ich bis an die Enden der ganzen Erde wegführen.
Du sollst vorausziehen, um mir alle ihre Gebiete zu unterwerfen; und wenn sie sich dir ergeben haben, sollst du sie mir aufbewahren auf den Tag, wo ich sie strafen werde.
Gegen die Ungehorsamen sollst du mitleidlos vorgehen, so daß du sie dem Tode und der Plünderung überall preisgibst, wo du dich befindest.
Denn, bei meinem Leben und bei meiner königlichen Macht: ich habe es ausgesprochen und werde es auch ausführen mit meiner Hand!
Du aber übertritt keinen der Befehle deines Herrn, sondern vollziehe sie genau, wie ich dir geboten habe, und zögere nicht mit ihrer Ausführung!
Da verabschiedete sich Holofernes von seinem Herrn und berief alle Fürsten, Heerführer und Hauptleute der assyrischen Heeresmacht
und musterte die zum Kampf auserwählten Mannschaften, wie sein Herr ihm befohlen hatte, nämlich 120000 Mann zu Fuß und 12000 berittene Bogenschützen;
er ordnete sie dann, wie ein Kriegsheer geordnet zu werden pflegt,
und nahm Kamele, Esel und Maultiere für das Gepäck in gewaltiger Menge, ferner zahllose Schafe, Rinder und Ziegen als Mundvorrat,
auch sonstige Lebensmittel für jeden Mann in Fülle, dazu sehr viel Silber und Gold aus dem königlichen Palast.
Hierauf brach er mit seinem ganzen Heere auf, um vor dem Könige Nabuchodonosor herzuziehen und alle Länder im Westen mit seinen Wagen, Reitern und auserlesenen Fußtruppen zu bedecken.
Zahlreich wie ein Heuschreckenschwarm und wie der Sand auf dem Erdboden war auch der Troß von Leuten, die sich ihnen anschlossen, eine geradezu zahllose Menge.
Nachdem sie Ninive verlassen hatten, zogen sie drei Tagemärsche weit nach der großen Ebene Baiktilaith und schlugen ein Lager auf von Baiktilaith an bis in die Nähe des Gebirges, das nördlich von Obercilicien liegt.
Dann nahm er sein ganzes Heer, Fußvolk, Reiter und Wagen, und zog von dort in das Bergland.
Er brach durch Phud und Lud, plünderte alle Rassiten und die Ismaeliten, die am Rande der Wüste südlich von den Theläern wohnen,
ging dann über den Euphrat, durchzog Mesopotamien, zerstörte alle festen Städte am Flusse Abronas bis ans Meer,
eroberte das Gebiet von Cilicien, schlug alle, die ihm entgegentraten, nieder und gelangte bis an das Gebiet Japheths südlich von Arabien.
Er umzingelte alle Midianiter, verbrannte ihr Zeltlager und plünderte ihre Hürden.
Dann stieg er in die Ebene von Damaskus hinab zur Zeit der Weizenernte, verbrannte alle ihre Äcker, vernichtete ihr Kleinvieh und die Rinderherden, plünderte ihre Städte, verwüstete ihre Felder und erschlug ihre gesamten jungen Männer mit der Schärfe des Schwertes.
Da überfiel Angst und Zittern vor ihm die Bewohner der Meeresküste in Sidon und Tyrus und die Bewohner von Sur und Okina und Jamnia, und die Einwohnerschaft von Asdod und Askalon war in gewaltiger Furcht vor ihm.
Da schickten sie Gesandte an ihn mit Friedensworten und ließen ihm sagen:
Wisse wohl: wir liegen vor dir als die Knechte des Großkönigs Nabuchodonosor, verfahre mit uns nach deinem Belieben!
Wisse wohl: unsere Gehöfte und jeder Wohnort, alle unsere Weizenfelder, unser Kleinvieh und die Rinderherden und alle Hürden unserer Zelte sind in deiner Gewalt: verfahre damit nach deinem Belieben!
Wisse wohl: auch unsere Städte und deren Bewohner sind dir untertan; komm und behandle sie, wie es dir gut scheint!
Die Boten kamen zu Holofernes und überbrachten ihm diese Botschaft;
da zog er mit seinem Heere an die Küste hinab, legte Besatzungen in die festen Plätze und hob auserlesene Mannschaften aus ihnen zum Eintritt in sein Heer aus.
Die Bevölkerung und die ganze Umgegend hatte ihn mit Kränzen, Reigentänzen und Paukenschlag aufgenommen;
er aber verwüstete ihr ganzes Gebiet und ließ ihre Haine umhauen; denn es war sein fester Entschluß, alle Götter der Erde auszurotten, damit alle Völker den Nabuchodenosor allein anbeteten und alle ihre Zungen und Geschlechter ihn als Gott anriefen.
So gelangte er nach Esdrelom in die Nähe von Dothea, das vor der großen Ebene von Judäa liegt;
er bezog ein Lager zwischen Gabä und Skythopolis und blieb dort einen ganzen Monat lang, um alles Gepäck seines Heeres an sich zu ziehen.
II. Zweiter Teil: Einschließung der Juden in Betylua
Als nun die Israeliten, die in Judäa wohnten, alles erfuhren, was Holofernes, der oberste Heerführer des Assyrerkönigs Nabuchodonosor, den Völkern angetan und wie er alle ihre Heiligtümer geplündert und von Grund aus zerstört hatte,
da fürchteten sie sich gar sehr vor ihm und gerieten in Bestürzung im Hinblick auf Jerusalem und auf den Tempel ihres Gottes.
Denn sie waren erst vor kurzem aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, und erst jüngst war das ganze jüdische Volk versammelt gewesen und die heiligen Geräte, sowie der Altar und der Tempel nach der Entweihung neu geheiligt worden.
So sandten sie denn Boten in die ganze Landschaft Samaria und in die Dörfer, sowie nach Bethoron, Belmain, Jericho, Choba, Esora und in das Tal Salem,
besetzten alle Gipfel der höheren Berge, befestigten die dortigen Ortschaften und versahen sie mit Lebensmitteln für den Kriegsbedarf; denn ihre Felder waren soeben abgeerntet.
Außerdem schrieb Jojakim, der damalige Hohepriester in Jerusalem, an die Bewohner von Betylua und Betomesthaim, das Esdrelom gegenüber vor der Ebene nahe bei Dothaim liegt,
und gebot ihnen, sie sollten die Zugänge zum Berglande besetzen, weil durch sie der Zugang zu Judäa führte und es leicht war, die Feinde, wenn sie heranzogen, aufzuhalten, da es ein Engpaß war für höchstens zwei Mann nebeneinander.
Da taten die Israeliten, wie ihnen der Hohepriester Jojakim und der Hohe Rat des ganzen israelitischen Volkes, die in Jerusalem saßen, geboten hatten.
Ganz Israel aber rief Gott mit großer Inbrunst an und kasteite sich in strengem Fasten.
Sie selbst und ihre Weiber und Kinder, auch ihr Vieh und alle bei ihnen lebenden Fremden, ihre Tagelöhner und die für Geld erkauften Sklaven legten Sacktuch an;
und ganz Israel, auch die Weiber und Kinder, die in Jerusalem wohnten, warfen sich vor dem Tempel nieder, streuten sich Asche aufs Haupt und breiteten ihre Sacktücher vor dem Herrn aus;
auch den Altar umhüllten sie mit einem Trauergewand und schrieen einmütig und inbrünstig zum Gott Israels, er möge nicht zulassen, daß ihre Kinder ihnen geraubt, ihre Weiber in die Gefangenschaft geschleppt, die Städte ihres Erbbesitzes zerstört und das Heiligtum entweiht und geschändet würde, zum Spott für die Heiden.
Der Herr aber vernahm ihren Hilferuf und sah ihre Bedrängnis an. Und das Volk fastete mehrere Tage in ganz Judäa und Jerusalem vor dem Heiligtum des allmächtigen Gottes;
Jojakim dagegen, der Hohepriester, und alle, die den heiligen Dienst vor dem Herrn versahen, Priester und Leviten, brachten, mit Trauergewändern angetan, das tägliche Brandopfer und die Gelübde und die freiwilligen Gaben des Volkes dar;
Asche lag auf ihren Kopfbinden, und sie riefen den Herrn mit aller Kraft an, daß er das ganze Haus Israel in Gnaden ansehen wolle.
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