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Johannes 1–4 · Tag 300 · 2025

Licht, das dich beim Namen ruft.

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Vorwort: Jesus als das menschgewordene ›Wort‹
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.
Dieses war im Anfang bei Gott.
Alle Dinge sind durch dieses geworden, und ohne dieses ist nichts geworden , was geworden ist.
In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis, doch die Finsternis hat es nicht ergriffen.
Es trat ein Mann auf, von Gott gesandt, sein Name war Johannes;
dieser kam, um Zeugnis abzulegen, Zeugnis von dem Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kämen.
Er war nicht selbst das Licht, sondern Zeugnis sollte er von dem Licht ablegen.
Das Licht war da, das wahre, das jeden Menschen erleuchtet, es kam gerade in die Welt;
es war in der Welt, und die Welt war durch ihn geschaffen worden, doch die Welt erkannte ihn nicht.
Er kam in das Seine, doch die Seinen nahmen ihn nicht auf;
allen aber, die ihn annahmen, verlieh er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, nämlich denen, die an seinen Namen glauben,
die nicht durch Geblüt oder durch den Naturtrieb des Fleisches, auch nicht durch den Willen eines Mannes, sondern aus Gott gezeugt sind.
Und das Wort wurde Fleisch und nahm seine Wohnung unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, eine Herrlichkeit, wie sie dem eingeborenen Sohne vom Vater verliehen wird; eine mit Gnade und Wahrheit erfüllte.
Johannes legt Zeugnis von ihm ab und hat laut verkündet: Dieser war es, von dem ich gesagt habe: ›Der nach mir kommt, ist vor mir gewesen, denn er war eher als ich.‹
Aus seiner Fülle haben wir ja alle empfangen, und zwar Gnade über Gnade.
Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben worden, aber die Gnade und die Wahrheit sind durch Jesus Christus geworden.
Niemand hat Gott jemals gesehen: der eingeborene Sohn, der an des Vaters Brust liegt, der hat Kunde gebracht. I. Einführung Jesu in die Welt
Dies ist nun das Zeugnis des Johannes, als die Juden aus Jerusalem Priester und Leviten zu ihm sandten, die ihn fragen sollten, wer er sei.
Da bekannte er unverhohlen und erklärte offen: Ich bin nicht Christus.
Sie fragten ihn weiter: Was denn? Bist du Elia? Er sagte: Nein, ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein.
Da sagten sie zu ihm: Wer bist du denn? Wir müssen doch denen, die uns gesandt haben, eine Antwort bringen! Wofür gibst du selbst dich aus?
Da antwortete er: Ich bin die Stimme dessen, der in der Wüste ruft: ›Ebnet dem Herrn den Weg!‹, wie der Prophet Jesaja geboten hat.
Die Gesandten aber gehörten zu den Pharisäern
und fragten ihn weiter: Warum taufst du denn, wenn du weder Christus noch Elia, noch der Prophet bist?
Da antwortete Johannes ihnen: Ich taufe nur mit Wasser; aber mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt,
der nach mir kommt und für den ich nicht gut genug bin, ihm den Riemen seines Schuhwerks aufzubinden.
Dies ist in Bethanien geschehen jenseits des Jordans, wo Johannes sich aufhielt und taufte.
Am folgenden Tage sah er Jesus auf sich zukommen; da sagte er: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!
Dieser ist’s, von dem ich gesagt habe: ›Nach mir kommt ein Mann, der vor mir gewesen ist; denn er war eher da als ich.‹
Ich selbst kannte ihn nicht; aber damit er Israel offenbart würde, deshalb bin ich gekommen, ich mit meiner Wassertaufe.
Weiter legte Johannes Zeugnis ab mit den Worten: Ich habe gesehen, daß der Geist wie eine Taube aus dem Himmel herabschwebte und auf ihm blieb;
und ich selbst kannte ihn nicht, aber der, welcher mich gesandt hat, um mit Wasser zu taufen, der hat zu mir gesagt: ›Auf welchen du den Geist herabschweben und auf ihm bleiben siehst, der ist’s, der mit heiligem Geiste tauft.‹
Nun habe ich selbst es auch gesehen und bezeugt, daß dieser der Sohn Gottes ist.
Am folgenden Tage stand Johannes wieder da mit zweien seiner Jünger,
und indem er den Blick auf Jesus richtete, der dort umherging, sagte er: Seht, das Lamm Gottes!
Als die beiden Jünger ihn das sagen hörten, gingen sie hinter Jesus her;
dieser wandte sich um, und als er sie hinter sich herkommen sah, fragte er sie: Was sucht ihr? Sie antworteten ihm: Rabbi – das heißt übersetzt ›Meister‹ –, wo hast du deine Herberge?
Er antwortete ihnen: Kommt mit, so werdet ihr es sehen! Sie gingen also mit und sahen, wo er seine Herberge hatte, und blieben jenen ganzen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.
Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und hinter Jesus hergegangen waren.
Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias – das heißt übersetzt ›den Gesalbten‹ – gefunden.
Er führte ihn dann zu Jesus; dieser blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes; du sollst Kephas – das heißt übersetzt ›Fels‹ – heißen.
Am folgenden Tage wollte Jesus nach Galiläa aufbrechen; da traf er Philippus und sagte zu ihm: Folge mir nach!
Philippus stammte aber aus Bethsaida, dem Heimatort des Andreas und des Petrus.
Philippus traf den Nathanael und berichtete ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, den Sohn Josephs, aus Nazareth.
Da sagte Nathanael zu ihm: Kann aus Nazareth etwas Gutes kommen? Philippus erwiderte ihm: Komm mit uns sieh!
Als Jesus den Nathanael auf sich zukommen sah, sagte er von ihm: Siehe da, in Wahrheit ein Israelit, in dem kein Falsch ist!
Nathanael fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm mit den Worten: Noch ehe Philippus dich rief, als du unter dem Feigenbaum warst, habe ich dich gesehen.
Da antwortete ihm Nathanael: Rabbi, du bist Gottes Sohn, du bist der König von Israel!
Jesus gab ihm zur Antwort: Du glaubst , weil ich dir gesagt habe, daß ich dich unter dem Feigenbaum gesehen habe? Du wirst noch Größeres als dies zu sehen bekommen.
Dann fuhr er fort: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ihr werdet den Himmel offen sehen und die Engel Gottes über dem Menschensohn hinauf- und herabsteigen sehen.

II. Jesus offenbart seine göttliche Herrlichkeit vor der Welt
Am dritten Tage darauf fand zu Kana in Galiläa eine Hochzeit statt, und die Mutter Jesu nahm daran teil;
aber auch Jesus wurde mit seinen Jüngern zu der Hochzeit eingeladen.
Als es nun an Wein mangelte, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein !
Jesus antwortete ihr: Was kümmern dich meine Angelegenheiten, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.
Seine Mutter sagte dann zu den Aufwärtern: Was er euch etwa sagt, das tut.
Nun waren dort sechs steinerne Wassergefäße aufgestellt, wie es die Sitte der jüdischen Reinigung erforderte; jedes von ihnen faßte zwei bis drei große Eimer.
Da sagte Jesus zu den Aufwärtern: Füllt die Gefäße mit Wasser! Sie füllten sie darauf bis oben hin.
Dann sagte er zu ihnen: Schöpft nun davon und bringt es dem Speisemeister! Sie brachten es hin.
Als aber der Speisemeister das zu Wein gewordene Wasser gekostet hatte, ohne zu wissen, woher es gekommen war – die Aufwärter aber, die das Wasser geschöpft hatten, wußten es –, ließ der Speisemeister den Bräutigam rufen
und sagte zu ihm: Jedermann setzt doch zuerst den guten Wein vor und, wenn sie trunken geworden sind, dann den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten.
Hiermit machte Jesus den Anfang seiner Zeichen zu Kana in Galiläa; er offenbarte dadurch seine Herrlichkeit, und seine Jünger lernten an ihn glauben.
Hierauf zog er nach Kapernaum hinab, er, seine Mutter, seine Brüder und seine Jünger; sie blieben dort aber nur wenige Tage;
denn weil das Passah der Juden nahe bevorstand, zog Jesus nach Jerusalem hinauf.
Er fand dort im Tempel die Verkäufer von Rindern, Schafen und Tauben und die Geldwechsler sitzen.
Da flocht er sich eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle samt ihren Schafen und Rindern aus dem Tempel hinaus, verschüttete den Wechslern das Geld und stieß ihnen die Tische um
und rief den Taubenhändlern zu: Schafft das weg von hier, macht das Haus meines Vaters nicht zu einem Kaufhaus!
Da dachten seine Jünger an das Schriftwort : Der Eifer um dein Haus wird mich verzehren.
Nun richteten die Juden die Frage an ihn: Welches Wunderzeichen läßt du uns sehen , daß du so vorgehen darfst?
Jesus antwortete ihnen mit den Worten: Brecht diesen Tempel ab, so werde ich ihn in drei Tagen wieder erstehen lassen!
Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre lang hat man an diesem Tempel gebaut, und du willst ihn in drei Tagen wieder erstehen lassen?
Jesus hatte aber den Tempel seines eigenen Leibes gemeint.
Als er nun von den Toten auferweckt worden war, dachten seine Jünger an diese seine Worte und kamen zum Glauben an die Schrift und an den Ausspruch, den Jesus getan hatte. Einführung: Das Wirken Jesu in Jerusalem inmitten des Unglaubens und Halbglaubens des Volkes
Während er sich nun am Passahfest in Jerusalem aufhielt, kamen viele zum Glauben an seinen Namen, weil sie die Wunderzeichen sahen, die er tat.
Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte
und von niemand ein Zeugnis über irgendeinen Menschen nötig hatte; denn er erkannte von sich selbst aus, wie es innerlich mit jedem Menschen stand.

Das Gespräch mit Nikodemus über die innerliche Grundlegung des Reiches Gottes
Nun war da unter den Pharisäern ein Mann namens Nikodemus, ein Mitglied des Hohen Rates der Juden;
dieser kam zu Jesus bei Nacht und sagte zu ihm: Rabbi, wir wissen: du bist als Lehrer von Gott gekommen; denn niemand kann solche Wunderzeichen tun, wie du sie tust, wenn Gott nicht mit ihm ist.
Jesus gab ihm zur Antwort: Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wenn jemand nicht von oben her geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.
Nikodemus entgegnete ihm: Wie kann jemand geboren werden, wenn er ein Greis ist? Kann er etwa zum zweitenmal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden?
Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes eingehen.
Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch, und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.
Wundere dich nicht, daß ich zu dir gesagt habe: Ihr müßt von oben her geboren werden.
Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er fährt. Ebenso verhält es sich auch mit jedem, der aus dem Geist geboren ist.
Nikodemus entgegnete ihm mit der Frage: Wie ist das möglich?
Jesus gab ihm zur Antwort: Du bist der Lehrer Israels und verstehst das nicht?
Wahrlich, wahrlich ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und geben Zeugnis von dem, was wir gesehen haben, und doch nehmt ihr unser Zeugnis nicht an.
Wenn ich von den irdischen Dingen zu euch geredet habe und ihr nicht glaubt: wie werdet ihr da glauben, wenn ich von den himmlischen Dingen zu euch rede?
Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem einen, der aus dem Himmel herabgekommen ist, der Menschensohn, der im Himmel ist.
Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muß auch der Menschensohn erhöht werden,
damit alle, die glauben, in ihm ewiges Leben haben.
Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn hingegeben hat, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht dazu in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes geglaubt hat.
Darin besteht aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, die Menschen aber die Finsternis mehr geliebt haben als das Licht, denn ihre Werke waren böse.
Denn jeder, der Nichtiges treibt, haßt das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden;
wer aber die Wahrheit tut, der kommt zum Licht, damit seine Werke offenbar werden, denn sie sind in Gott getan.
Hierauf begab sich Jesus mit seinen Jüngern in die Landschaft Judäa und blieb dort längere Zeit mit ihnen und taufte.
Aber auch Johannes war als Täufer zu Änon in der Nähe von Salim tätig, weil es dort reichlich Wasser gab; und die Leute kamen dorthin und ließen sich taufen;
Johannes war nämlich damals noch nicht ins Gefängnis geworfen.
Da kam es denn zu einem Streite von seiten der Jünger des Johannes mit einem Juden über die Reinigung ;
und sie kamen zu Johannes und berichteten ihm: Rabbi, der Mann, der jenseits des Jordans bei dir war und für den du mit deinem Zeugnis eingetreten bist, denke nur: der tauft , und alle laufen ihm zu.
Da gab Johannes ihnen zur Antwort: Kein Mensch kann sich etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel her gegeben ist.
Ihr selbst könnt mir bezeugen, daß ich gesagt habe: ›Ich bin nicht Christus, sondern bin nur als sein Vorläufer gesandt.‹
Wer die Braut hat, ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich von Herzen über den Jubelruf des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun vollkommen geworden.
Er muß wachsen, ich dagegen muß abnehmen.
Er, der von oben her kommt, steht höher als alle anderen; wer von der Erde her stammt, der gehört zur Erde und redet von der Erde her. Er, der aus dem Himmel kommt, steht über allen anderen;
er legt Zeugnis von dem ab, was er gesehen und gehört hat, und doch nimmt niemand sein Zeugnis an.
Wer sein Zeugnis angenommen hat, der hat damit besiegelt, daß Gott wahrhaftig ist.
Denn der, den Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott verleiht den Geist nicht nach einem Maß.
Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben.
Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohne ungehorsam bleibt, wird das Leben nicht zu sehen bekommen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihn gerichtet.

Als nun der Herr erfuhr, den Pharisäern sei zu Ohren gekommen, daß Jesus mehr Jünger gewinne und taufe als Johannes –
übrigens taufte Jesus nicht selbst, sondern nur seine Jünger –,
verließ er Judäa und kehrte wieder nach Galiläa zurück;
dabei mußte er aber seinen Weg durch Samaria nehmen.
So kam er denn ins Gebiet einer samaritischen Stadt namens Sychar, die nahe bei dem Felde liegt, das Jakob einst seinem Sohne Joseph geschenkt hatte.
Dort war aber der Jakobsbrunnen. Weil nun Jesus von der Wanderung ermüdet war, setzte er sich ohne weiteres am Brunnen nieder; es war ungefähr die sechste Stunde.
Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus bat sie: Gib mir zu trinken!
Seine Jünger waren nämlich in die Stadt weggegangen, um Lebensmittel zu kaufen.
Da sagte die Samariterin zu ihm: Wie kommst du dazu, da du doch ein Jude bist, von mir, einer Samariterin, einen Trunk zu erbitten? – Die Juden haben nämlich mit den Samaritern keinen Verkehr. –
Jesus gab ihr zur Antwort: Wenn du die Gabe Gottes kenntest und wüßtest, wer der ist, der einen Trunk von dir wünscht, so würdest du ihn bitten, und er würde dir lebendiges Wasser geben.
Da erwiderte ihm die Frau: Herr, du hast ja kein Gefäß zum Schöpfen, und der Brunnen ist tief: woher willst du denn das lebendige Wasser nehmen?
Du bist doch nicht mehr als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben hat? Und er selbst hat aus ihm getrunken samt seinen Söhnen und seinen Herden.
Jesus antwortete ihr: Jeder, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten;
wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, der wird in Ewigkeit nicht wieder Durst leiden, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Wasserquelle werden, die zu ewigem Leben sprudelt.
Die Frau antwortete ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht wieder durstig werde und nicht mehr hierher zu kommen brauche, um Wasser zu holen!
Da sagte Jesus zu ihr: Geh hin, rufe deinen Mann und komm dann wieder hierher!
Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus erwiderte ihr: Du hast mit Recht gesagt: ›Ich habe keinen Mann‹;
denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Ehemann; damit hast du die Wahrheit gesagt.
Die Frau entgegnete ihm: Herr, ich sehe: du bist ein Prophet.
Unsere Väter haben auf dem Berge dort angebetet, und ihr behauptet, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten müsse.
Jesus erwiderte ihr: Glaube mir, Frau: die Stunde kommt, in der ihr weder auf dem Berge dort noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen; denn die Rettung ist aus den Juden.
Es kommt aber die Stunde, ja, sie ist jetzt schon da, in der die wahren Anbeter den Vater im Geist und in Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater will solche als seine Anbeter haben.
Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen ihn im Geist und in Wahrheit anbeten.
Da sagte die Frau zu ihm: Ich weiß, daß der Messias kommt, den man Christus nennt; wenn der kommt, wird er uns über alles Auskunft geben.
Jesus antwortete ihr: Ich bin’s, der mit dir redet.
In diesem Augenblick kamen seine Jünger und wunderten sich darüber, daß er mit einer Frau redete; doch fragte ihn keiner: Was willst du ? oder: Wozu redest du mit ihr?
Da ließ nun die Frau ihren Wasserkrug stehen, ging in die Stadt zurück und sagte zu den Leuten dort:
Kommt und seht einen Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Sollte dieser vielleicht Christus sein?
Da gingen sie aus der Stadt hinaus und begaben sich zu ihm.
Inzwischen baten ihn seine Jünger: Rabbi, iß!
Er antwortete ihnen aber: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nichts wißt.
Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm denn jemand zu essen gebracht?
Jesus erwiderte ihnen: Meine Speise ist die, daß ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollende.
Sagt ihr nicht selbst: ›Es währt noch vier Monate, bis die Ernte kommt‹? Nun sage ich euch: Laßt eure Augen ausschauen und seht die Felder an: sie sind weiß zur Ernte.
Nunmehr empfängt der Schnitter Lohn, und zwar dadurch, daß er Frucht sammelt zu ewigem Leben, damit beide sich gemeinsam freuen, der Sämann und der Schnitter.
Denn in diesem Falle trifft das Sprichwort zu: ›Ein anderer ist’s, der da sät, und ein anderer, der da erntet.‹
Ich habe euch ausgesandt, um das zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt: andere haben die Arbeit geleistet, und ihr seid in ihre Arbeit eingetreten.
Aus jener Stadt aber wurden viele von den Samaritern an ihn gläubig infolge der Versicherung der Frau: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.
Als nun die Samariter zu ihm gekommen waren, baten sie ihn, er möchte bei ihnen bleiben; und er blieb auch zwei Tage dort.
Da wurden noch viel mehr Leute infolge seiner Predigt gläubig
und sagten zu der Frau: Wir glauben jetzt nicht mehr infolge deiner Aussage; denn wir haben nunmehr selbst gehört und wissen, daß dieser wirklich der Retter der Welt ist.
Nach Verlauf der beiden Tage aber zog Jesus von dort weiter nach Galiläa ,
wiewohl er selbst ausdrücklich erklärt hatte, daß ein Prophet in seiner eigenen Heimat keine Anerkennung finde .
Doch als er nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer gastlich auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem während des Festes getan hatte; denn sie waren gleichfalls auf dem Fest gewesen.
So kam er denn wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. Es war aber in Kapernaum ein königlicher Beamter, dessen Sohn krank darniederlag.
Als dieser hörte, daß Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, begab er sich zu ihm und bat ihn, er möchte hinunterkommen und seinen Sohn heilen; denn dieser lag im Sterben.
Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr überhaupt nicht!
Der königliche Beamte entgegnete ihm: Herr, komm doch hinab, ehe mein Kind stirbt!
Jesus antwortete ihm: Gehe heim, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte der Versicherung, die Jesus ihm gegeben hatte, und machte sich auf den Heimweg,
und schon während seiner Rückkehr kamen ihm seine Knechte mit der Meldung entgegen, daß sein Sohn lebe.
Da erkundigte er sich bei ihnen nach der Stunde, in der sein Befinden sich gebessert habe. Sie antworteten ihm: Gestern in der siebten Stunde hat das Fieber ihn verlassen.
Nun erkannte der Vater, daß es in jener Stunde geschehen war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt; und er wurde gläubig mit seinem ganzen Hause.
Dies ist das zweite Wunderzeichen, das Jesus wiederum nach seiner Rückkehr aus Judäa nach Galiläa getan hat.

Folgendetails

Veröffentlicht am 27. Oktober 2025Laufzeit 3 Min. 40 Sek.

Personen in dieser Folge

Samuel Glöggl

Zu hören: Samuel Glöggl.

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