Matthäus 25-28 · Tag 285 · 2025
Hoffnung, die nie endet – Jesus lebt!
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Das Gleichnis von den zehn Jungfrauen
Alsdann wird das Himmelreich zehn Jungfrauen gleichen, die sich mit ihren Lampen in der Hand zur Einholung des Bräutigams aufmachten.
Fünf von ihnen waren töricht und fünf klug;
denn die törichten nahmen wohl ihre Lampen, nahmen aber kein Öl mit;
die klugen dagegen nahmen außer ihren Lampen auch noch Öl in den Gefäßen mit sich.
Als nun der Bräutigam auf sich warten ließ, wurden sie alle müde und schliefen ein.
Um Mitternacht aber erscholl ein Geschrei: ›Der Bräutigam ist da! Macht euch auf, ihn zu empfangen!‹
Da erhoben sich jene Jungfrauen alle vom Schlaf und brachten ihre Lampen in Ordnung;
die törichten aber sagten zu den klugen: ›Gebt uns von eurem Öl, denn unsere Lampen wollen ausgehen!‹
Da antworteten die klugen: ›Nein, es würde für uns und euch nicht reichen; geht lieber zu den Krämern und kauft euch welches!‹
Während sie nun hingingen, um Öl einzukaufen, kam der Bräutigam, und die Jungfrauen, welche in Bereitschaft waren, gingen mit ihm zum Hochzeitsmahl hinein, und die Tür wurde verschlossen.
Später kamen dann auch noch die übrigen Jungfrauen und riefen: ›Herr, Herr, öffne uns doch!‹
Er aber gab ihnen zur Antwort: ›Wahrlich ich sage euch: Ich kenne euch nicht!‹
Darum seid wachsam, denn Tag und Stunde sind euch unbekannt. Gleichnis von den anvertrauten Geldern
Es wird so sein wie bei einem Manne, der vor Antritt einer Reise ins Ausland seine Knechte rief und ihnen sein Vermögen übergab;
dem einen gab er fünf Talente, dem andern zwei, dem dritten eins, einem jeden nach seiner Tüchtigkeit; dann reiste er ab.
Da ging der, welcher die fünf Talente empfangen hatte, sogleich ans Werk, machte Geschäfte mit dem Geld und gewann andere fünf Talente;
ebenso gewann der, welcher die zwei Talente , zwei andere dazu.
Der aber, welcher das eine Talent erhalten hatte, ging hin, grub ein Loch in die Erde und verbarg darin das Geld seines Herrn.
Nach längerer Zeit kam der Herr dieser Knechte zurück und rechnete mit ihnen ab.
Da trat der herzu, welcher die fünf Talente empfangen hatte, brachte noch fünf andere Talente mit und sagte: ›Herr, fünf Talente hast du mir übergeben; hier sind noch andere fünf Talente, die ich dazugewonnen habe.‹
Da sagte sein Herr zu ihm: ›Schön, du guter und treuer Knecht! Du bist über Wenigem treu gewesen, ich will dich über Vieles setzen: gehe ein zum Freudenmahl deines Herrn!‹
Dann kam auch der herbei, der die zwei Talente , und sagte: ›Herr, zwei Talente hast du mir übergeben; hier sind noch zwei andere Talente, die ich dazugewonnen habe.‹
Da sagte sein Herr zu ihm: ›Schön, du guter und treuer Knecht! Du bist über Wenigem treu gewesen, ich will dich über Vieles setzen: gehe ein zum Freudenmahl deines Herrn!‹
Da trat auch der herzu, welcher das eine Talent empfangen hatte, und sagte: ›Herr, ich wußte von dir, daß du ein harter Mann bist: du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst ein, wo du nicht ausgestreut hast.
Da bin ich aus Furcht hingegangen und habe dein Talent in der Erde verborgen: hier hast du dein Geld wieder!‹
Da antwortete ihm sein Herr: ›Du böser und träger Knecht! Du wußtest, daß ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und einsammle, wo ich nicht ausgestreut habe?
Nun, so hättest du mein Geld bei den Bankhaltern anlegen sollen; dann hätte ich bei meiner Rückkehr mein Geld mit Zinsen zurückerhalten.
So nehmt ihm nun das Talent ab und gebt es dem, der die zehn Talente hat.
Denn jedem, der da hat, wird noch hinzugegeben werden, so daß er Überfluß hat; wer aber nicht hat, dem wird auch noch das genommen werden, was er hat.
Den unnützen Knecht jedoch werft hinaus in die Finsternis draußen! Dort wird lautes Weinen und Zähneknirschen sein.
Wenn aber der Menschensohn in seiner Herrlichkeit kommt und alle Engel mit ihm, dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen;
alle Völker werden alsdann vor ihm versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet;
und er wird die Schafe zu seiner Rechten, die Böcke aber zu seiner Linken stellen.
Dann wird der König zu denen auf seiner rechten Seite sagen: ›Kommt her, ihr von meinem Vater Gesegneten! Empfangt als euer Erbe das Königtum, das für euch seit Grundlegung der Welt bereitgehalten ist.
Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gereicht; ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt;
ich bin ohne Kleidung gewesen, und ihr habt mich gekleidet; ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht; ich habe im Gefängnis gelegen, und ihr seid zu mir gekommen.‹
Dann werden ihm die Gerechten antworten: ›Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist? Oder durstig und haben dir zu trinken gereicht?
Wann haben wir dich als Fremdling gesehen und haben dich beherbergt? Oder ohne Kleidung und haben dich bekleidet?
Wann haben wir dich krank oder im Gefängnis gesehen und sind zu dir gekommen?‹
Dann wird der König ihnen antworten: ›Wahrlich ich sage euch: Alles, was ihr einem von diesen meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.‹
Alsdann wird er auch zu denen auf seiner linken Seite sagen: ›Hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist!
Denn ich bin hungrig gewesen, aber ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich bin durstig gewesen, aber ihr habt mir nichts zu trinken gereicht;
ich bin ein Fremdling gewesen, aber ihr habt mich nicht beherbergt; ohne Kleidung, aber ihr habt mich nicht bekleidet; krank und im Gefängnis , aber ihr habt mich nicht besucht.‹
Dann werden auch diese antworten: ›Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig, als einen Fremdling oder ohne Kleidung, wann krank oder im Gefängnis gesehen und haben dir nicht gedient?‹
Dann wird er ihnen zur Antwort geben: ›Wahrlich ich sage euch: Alles, was ihr einem von diesen Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan.‹
Und diese werden in die ewige Strafe gehen, die Gerechten aber in das ewige Leben.
VIII. Die Leidensgeschichte und der Tod Jesu
Als nun Jesus alle diese Reden beendet hatte, sagte er zu seinen Jüngern:
Ihr wißt, daß übermorgen das Passah stattfindet; da wird der Menschensohn zur Kreuzigung überliefert.
Damals kamen die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes im Palaste des Hohenpriesters namens Kaiphas zusammen
und berieten sich in der Absicht, Jesus mit List festzunehmen und zu töten.
Dabei sagten sie aber: Nur nicht während des Festes, damit keine Unruhen unter dem Volk entstehen!
Als Jesus sich aber in Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen befand,
trat eine Frau mit einem Alabastergefäß voll kostbaren Salböls an ihn heran und goß es ihm über das Haupt, während er bei Tische saß .
Als die Jünger das sahen, wurden sie unwillig und sagten: Wozu diese Verschwendung?
Dieses hätte man doch teuer verkaufen und den Erlös den Armen geben können.
Als Jesus es merkte, sagte er zu ihnen: Warum macht ihr der Frau Vorwürfe? Sie hat ja doch ein gutes Werk an mir getan!
Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.
Daß sie dieses Öl auf meinen Leib gegossen hat, das hat sie für mein Begräbnis getan.
Wahrlich ich sage euch: Wo immer diese Heilsbotschaft in der ganzen Welt verkündet wird, da wird man auch von dem, was diese Frau getan hat, zum ehrenden Gedächtnis für sie erzählen.
Hierauf ging einer von den Zwölfen namens Judas Iskariot zu den Hohenpriestern
und sagte: Was wollt ihr mir geben, daß ich ihn euch in die Hände liefere? Da zahlten sie ihm dreißig Silberstücke aus .
Von da an suchte er nach einer guten Gelegenheit, um ihn zu überliefern.
Am ersten Tage der ungesäuerten Brote aber traten die Jünger zu Jesus und fragten ihn: Wo sollen wir dir alles vorbereiten, damit du das Passahmahl halten kannst?
Er antwortete: Geht in die Stadt zu dem und dem und sagt zu ihm: ›Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; bei dir will ich das Passahmahl mit meinen Jüngern halten.‹
Die Jünger taten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte, und richteten das Passahmahl zu.
Als es dann Abend geworden war, setzte er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch;
und während des Essens sagte er: Wahrlich ich sage euch: Einer von euch wird mich ausliefern!
Da wurden sie tief betrübt und fragten ihn, einer nach dem andern: Ich bin es doch nicht etwa, Herr?
Er antwortete: Der die Hand zusammen mit mir in die Schüssel getaucht hat, der wird mich ausliefern.
Der Menschensohn geht zwar dahin, wie über ihn in der Schrift steht; doch wehe dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Für diesen Menschen wäre es besser, er wäre nicht geboren!
Da nahm Judas, der ihn verraten wollte, das Wort und fragte: Ich bin es doch nicht etwa, Rabbi? Er erwiderte ihm: Doch, du bist es.
Während des Essens aber nahm Jesus das Brot, sprach den Lobpreis , brach das Brot und gab es den Jüngern mit den Worten: Nehmt, esset! Dies ist mein Leib.
Dann nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet und gab ihnen den mit den Worten: Trinkt alle daraus!
Denn dies ist mein Blut, das Blut des Bundes , das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.
Ich sage euch aber: Ich werde von nun an von diesem Erzeugnis des Weinstocks nicht mehr trinken bis zu jenem Tage, an dem ich es mit euch neu trinken werde im Reiche meines Vaters.
Nachdem sie dann den Lobpreis gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.
Dabei sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet alle in dieser Nacht an mir Anstoß nehmen; denn es steht geschrieben : ›Ich werde den Hirten niederschlagen, dann werden die Schafe der Herde sich zerstreuen.‹
Nach meiner Auferweckung aber werde ich euch voraus nach Galiläa gehen.
Da antwortete ihm Petrus: Mögen auch alle an dir Anstoß nehmen: ich werde niemals an dir Anstoß nehmen!
Jesus erwiderte ihm: Wahrlich ich sage dir: Noch in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.
Petrus antwortete ihm: Wenn ich auch mit dir sterben müßte, werde ich dich doch niemals verleugnen! Das gleiche versicherten auch die anderen Jünger alle.
Hierauf kam Jesus mit ihnen an einen Ort namens Gethsemane und sagte zu den Jüngern: Setzt euch hier nieder, während ich dorthin gehe und bete!
Dann nahm er Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus mit sich und fing an zu trauern und zu zagen.
Da sagte er zu ihnen: Tiefbetrübt ist meine Seele bis zum Tode; bleibt hier und haltet euch wach mit mir!
Nachdem er dann ein wenig weitergegangen war, warf er sich auf sein Angesicht nieder und betete mit den Worten: Mein Vater, wenn es möglich ist, so laß diesen Kelch an mir vorübergehen! Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!
Hierauf ging er zu den Jüngern zurück und fand sie schlafend und sagte zu Petrus: So wenig seid ihr imstande gewesen, eine einzige Stunde mit mir zu wachen?
Wachet, und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, das Fleisch aber ist schwach.
Wiederum ging er zum zweitenmal weg und betete mit den Worten: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht vorübergehen kann, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille!
Als er dann zurückkam, fand er sie schlafend, denn die Augen fielen ihnen vor Müdigkeit zu.
Da verließ er sie, ging wieder weg und betete zum drittenmal, wieder mit denselben Worten.
Hierauf kehrte er zu den Jüngern zurück und sagte zu ihnen: Schlaft ein andermal und ruht euch aus! Doch jetzt ist die Stunde gekommen, daß der Menschensohn Sündern in die Hände geliefert wird!
Steht auf, wir wollen gehen! Seht, mein Verräter ist nahe gekommen!
Während er noch redete, da kam plötzlich Judas, einer von den Zwölfen, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Knütteln, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes her.
Sein Verräter hatte aber ein Zeichen mit ihnen verabredet, nämlich: Der, den ich küssen werde, der ist’s; den nehmt fest!
Er trat also sogleich auf Jesus zu mit den Worten: Sei gegrüßt, Rabbi! und küßte ihn.
Jesus aber sagte zu ihm: Freund, wozu du hergekommen bist! Hierauf traten sie herzu, legten Hand an Jesus und nahmen ihn fest.
Einer jedoch von den Begleitern Jesu streckte die Hand aus, zog sein Schwert, schlug damit nach dem Knechte des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab.
Da sagte Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert wieder an seinen Ort! Denn wer zum Schwerte greift, wird durchs Schwert umkommen!
Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, und er würde mir nicht sogleich mehr als zwölf Legionen Engel zu Hilfe senden?
Wie sollten dann aber die Aussprüche der Schrift erfüllt werden, daß es so geschehen muß?
In jener Stunde sagte Jesus zu den Haufen: Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knütteln ausgezogen, um mich gefangen zu nehmen. Täglich habe ich im Tempel gesessen und gelehrt, und ihr habt mich nicht festgenommen.
Dies alles ist aber geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt werden! Hierauf verließen ihn die Jünger alle und ergriffen die Flucht.
Die Männer aber, die Jesus festgenommen hatten, führten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas ab, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten sich versammelten.
Petrus aber folgte ihm von fern bis zum Palast des Hohenpriesters, ging hinein und setzte sich dort unter den Dienern hin, um den Ausgang der Sache abzuwarten.
Die Hohenpriester aber und der gesamte Hohe Rat suchten nach einer falschen Zeugenaussage gegen Jesus, um ihn zum Tode verurteilen zu können;
doch sie fanden keine, obgleich viele falsche Zeugen herzutraten. Zuletzt aber traten zwei auf
und sagten aus: Dieser Mensch hat behauptet: ›Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und ihn in drei Tagen wieder aufbauen.‹
Da stand der Hohepriester auf und fragte ihn: Entgegnest du nichts auf das, was diese Zeugen gegen dich aussagen? Jesus aber schwieg.
Da sagte der Hohepriester zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott: Sage uns, bist du Christus, der Sohn Gottes?
Da gab Jesus ihm zur Antwort: Ja, ich bin es! Doch ich tue euch kund: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn sitzen sehen zur Rechten der Macht und kommen auf den Wolken des Himmels.
Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sagte: Er hat Gott gelästert! Wozu brauchen wir noch Zeugen? Jetzt habt ihr selbst die Gotteslästerung gehört! Was urteilt ihr?
Sie gaben die Erklärung ab: Er ist des Todes schuldig!
Hierauf spien sie ihm ins Gesicht und schlugen ihn mit den Fäusten; andere gaben ihm Backenstreiche
und sagten: Weissage uns, Christus! Wer ist es, der dich geschlagen hat?
Petrus aber saß draußen im Hof. Da trat eine Magd auf ihn zu und sagte: Du bist auch bei Jesus, dem Galiläer, gewesen!
Er aber leugnete vor allen und sagte: Ich verstehe nicht, was du da sagst!
Als er dann in die Torhalle hinausgegangen war, bemerkte ihn eine andere Magd und sagte zu den Leuten dort: Dieser ist auch mit Jesus, dem Nazoräer, zusammen gewesen!
Da leugnete er wieder, mit einem Eid: ich kenne den Menschen nicht!
Nach einer kleinen Weile aber traten die Leute, die dort standen, hinzu und sagten zu Petrus: Wahrhaftig, du gehörst auch zu ihnen: schon deine Sprache verrät dich!
Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht!, und sogleich darauf krähte der Hahn.
Da dachte Petrus an das Wort Jesu, der ihm gesagt hatte: Noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
Als es hierauf Tag geworden war, faßten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volkes einen Beschluß gegen Jesus, um seine Hinrichtung zu erreichen.
Sie ließen ihn dann fesseln und abführen und übergaben ihn dem Statthalter Pontius Pilatus.
Als jetzt Judas, sein Verräter, erkannte, daß er verurteilt worden war, bereute er seine Tat. Und er brachte die dreißig Silberstücke den Hohenpriestern und Ältesten zurück
mit den Worten: Ich habe unrecht getan, daß ich unschuldiges Blut überantwortet habe! Sie aber erwiderten: Was geht das uns an? Da sich du selber zu!
Da warf er das Geld in das Tempelhaus und machte sich davon, ging hin und erhängte sich.
Die Hohenpriester aber nahmen das Geld und sagten: Es geht nicht an, daß wir es in den Tempelschatz tun, denn es ist Blutgeld.
Nachdem sie dann einen Beschluß gefaßt hatten, kauften sie für das Geld den ›Töpferacker‹ zum Begräbnisplatz für die Fremden;
daher führt jener Acker den Namen ›Blutacker‹ bis auf den heutigen Tag.
Damals erfüllte sich das Wort des Propheten Jeremia : Sie nahmen die dreißig Silberstücke, den Geldbetrag für den so Gewerteten, auf den man von seiten der Israeliten einen solchen Preis ausgesetzt hatte,
und gaben sie für den Töpferacker, wie der Herr es mir geboten hatte.
Jesus aber wurde dem Statthalter vorgeführt, und dieser befragte ihn mit den Worten: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Ja, ich bin es.
Während er dann von den Hohenpriestern und Ältesten angeklagt wurde, gab er keine Antwort.
Da fragte ihn Pilatus: Hörst du nicht, was sie alles gegen dich aussagen?
Doch er antwortete ihm auf keine einzige Frage, so daß der Statthalter sich sehr verwunderte.
An jedem Fest aber pflegte der Statthalter dem Volke einen Gefangenen nach ihrer Wahl freizugeben.
Man hatte aber damals einen berüchtigten Gefangenen namens Barabbas .
Als die Menge nun versammelt war, fragte Pilatus sie: Wen soll ich euch freigeben, Barabbas oder Jesus, den man Christus nennt?
Er wußte nämlich wohl, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten.
Während er aber auf dem Richterstuhl saß, schickte seine Frau zu ihm und ließ ihm sagen: Habe du mit diesem Gerechten nichts zu schaffen! Denn ich habe heute nacht im Traum viel um seinetwillen ausgestanden.
Die Hohenpriester und Ältesten aber redeten auf das Volk ein, sie möchten sich den Barabbas erbitten, Jesus dagegen hinrichten lassen.
Da richtete der Statthalter die Frage an sie: Wen von den beiden soll ich euch freigeben? Sie riefen: Barabbas!
Pilatus fragte sie weiter: Was soll ich denn mit Jesus machen, den man Christus nennt? Sie riefen alle: Ans Kreuz mit ihm!
Der Statthalter entgegnete ihnen: Was hat er denn Böses getan? Sie schrien nur noch lauter: Ans Kreuz mit ihm!
Als nun Pilatus einsah, daß er nichts erreichte, der Lärm vielmehr immer größer wurde, ließ er sich Wasser reichen, wusch sich vor dem Volk die Hände und sagte: Ich bin am Blut dieses Gerechten unschuldig; seht ihr zu!
Da antwortete das gesamte Volk mit dem Ruf: Sein Blut über uns und über unsere Kinder!
Daraufhin gab er ihnen den Barabbas frei, Jesus aber ließ er geißeln und überwies ihn dann zur Kreuzigung.
Hierauf nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus mit sich in die Statthalterei und riefen dort die ganze Kohorte gegen ihn zusammen.
Dann entkleideten sie ihn und legten ihm einen scharlachroten Mantel um,
flochten aus Dornen eine Krone, die sie ihm aufs Haupt setzten, und ihm ein Rohr in die rechte Hand; darauf warfen sie sich vor ihm auf die Knie nieder und verhöhnten ihn mit den Worten: Sei gegrüßt, Judenkönig!
Auch spien sie ihn an, nahmen das Rohr und schlugen ihn damit aufs Haupt.
Nachdem sie ihn so verspottet hatten, nahmen sie ihm den Mantel wieder ab und legten ihm seine eigenen Kleider an; dann führten sie ihn zur Kreuzigung ab.
Während sie aber hinauszogen, trafen sie einen Mann aus Cyrene namens Simon an; diesen zwangen sie, ihm das Kreuz zu tragen.
Als sie dann auf einem Platz namens Golgatha, das bedeutet Schädelstätte, angekommen waren,
gaben sie ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war ; doch als er ihn gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken.
Nachdem sie ihn dann gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleidungsstücke unter sich, indem sie das Los um sie warfen ,
setzten sich hierauf nieder und bewachten ihn dort.
Über seinem Haupt hatten sie eine Inschrift angebracht, die seine Schuld angeben sollte; sie lautete: Dieser ist Jesus, der König der Juden.
Sodann wurden zwei Räuber mit ihm gekreuzigt, der eine zu seiner Rechten, der andere zu seiner Linken.
Die Vorübergehenden aber schmähten ihn, wobei sie den Kopf schüttelten
und ausriefen: Du wolltest ja den Tempel abbrechen und ihn in drei Tagen wieder aufbauen! Hilf dir nun selbst, wenn du Gottes Sohn bist, und steige vom Kreuz herab!
Ebenso verhöhnten ihn auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und Ältesten mit den Worten:
Anderen hat er geholfen, sich selber kann er nicht helfen! Er ist der König von Israel: so steige er jetzt vom Kreuz herab, dann wollen wir an ihn glauben!
Er hat auf Gott vertraut: der rette ihn jetzt, wenn er ihm wohlwill! Er hat ja doch behauptet: ›Ich bin Gottes Sohn.‹
In der gleichen Weise schmähten ihn auch die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren.
Aber von der sechsten Stunde an trat eine Finsternis über das ganze Land ein bis zur neunten Stunde.
Um die neunte Stunde aber rief Jesus mit lauter Stimme aus: Eli, Eli, lema sabachthani?, das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? .
Als einige von den dort Stehenden dies hörten, sagten sie: Der ruft den Elia!
Und sogleich lief einer von ihnen hin, nahm einen Schwamm, tränkte ihn mit Essig, steckte ihn an ein Rohr und wollte Jesus trinken lassen.
Die anderen aber sagten: Laß das! Wir wollen doch sehen, ob Elia wirklich kommt, um ihm zu helfen.
Jesus aber stieß noch einmal einen lauten Schrei aus und gab dann seinen Geist auf.
Da zerriß der Vorhang im Tempel von oben bis unten in zwei Stücke, die Erde erbebte und die Felsen zersprangen,
die Gräber taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt,
kamen nach seiner Auferstehung aus ihren Gräbern hervor, gingen in die heilige Stadt hinein und erschienen vielen.
Als aber der Hauptmann und seine Leute, die Jesus zu bewachen hatten, das Erdbeben und was geschah, sahen, gerieten sie in große Furcht und sagten: Dieser ist wirklich Gottes Sohn gewesen!
Es waren dort aber auch viele Frauen zugegen, die von weitem zuschauten; sie waren Jesus aus Galiläa nachgefolgt und hatten ihm Dienste geleistet.
Unter ihnen befanden sich Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus und des Joseph, und die Mutter der Söhne des Zebedäus.
Als es dann Spätnachmittag geworden war, kam ein reicher Mann von Arimathäa namens Joseph, der gleichfalls ein Jünger Jesu geworden war;
dieser begab sich zu Pilatus und bat ihn um den Leichnam Jesu. Da gab Pilatus den Befehl, man solle ihm den Leichnam übergeben.
Joseph nahm nun den Leichnam, wickelte ihn in reine Leinwand
und legte ihn in das neue Grab, das er für sich selbst im Felsen hatte aushauen lassen; dann wälzte er einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und entfernte sich.
Es waren aber dort Maria von Magdala und die andere Maria zugegen; die saßen dem Grabe gegenüber. –
Am nächsten Tage aber, der auf den Rüsttag folgte, versammelten sich die Hohenpriester und Pharisäer bei Pilatus
und sagten: Herr, es ist uns eingefallen, daß jener Betrüger bei seinen Lebzeiten angekündigt hat: ›Nach drei Tagen werde ich auferweckt.‹
Gib also Befehl, daß das Grab bis zum dritten Tag sicher bewacht wird; sonst könnten seine Jünger kommen, könnten ihn stehlen und dann zum Volke sagen: ›Er ist von den Toten auferweckt worden‹; dann würde der letzte Betrug noch schlimmer sein als der erste.
Pilatus antwortete ihnen: Ihr sollt eine Wachmannschaft haben; geht hin und verwahrt sicher, so gut ihr könnt!
Da gingen sie hin und sicherten das Grab unter Hinzuziehung der Wachmannschaft, nachdem sie den Stein versiegelt hatten.
IX. Der Auferstehungsbericht
Nach Ablauf des Sabbats aber, als der erste Tag nach dem Sabbat anbrechen wollte, gingen Maria von Magdala und die andere Maria hin, um nach dem Grabe zu sehen.
Da entstand plötzlich ein starkes Erdbeben; denn ein Engel des Herrn, der vom Himmel herabgekommen und herangetreten war, wälzte den Stein weg und setzte sich oben darauf.
Sein Aussehen war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee.
Aus Furcht vor ihm zitterten die Wächter und wurden wie tot.
Der Engel aber wandte sich an die Frauen mit den Worten: Fürchtet ihr euch nicht! Denn ich weiß, daß ihr Jesus, den Gekreuzigten, sucht.
Er ist nicht hier, denn er ist auferweckt worden, wie er es vorausgesagt hat. Kommt her, seht euch die Stelle an, wo er gelegen hat.
Geht nun eilends hin und sagt seinen Jüngern: Er ist von den Toten auferweckt worden und geht euch voran nach Galiläa; dort werdet ihr ihn wiedersehen; beachtet wohl, was ich euch gesagt habe!
Da gingen sie eilends vom Grabe weg voller Furcht und voll großer Freude und eilten davon, um seinen Jüngern die Botschaft zu bringen.
Und siehe! Jesus kam ihnen entgegen mit den Worten: Seid gegrüßt! Da gingen sie auf ihn zu, umfaßten seine Füße und warfen sich anbetend vor ihm nieder.
Hierauf sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht hin und verkündigt meinen Brüdern, daß sie nach Galiläa gehen sollen: dort werden sie mich wiedersehen.
Während sie nun hingingen, begaben sich einige von der Wachmannschaft in die Stadt und meldeten den Hohenpriestern alles, was sich zugetragen hatte.
Nachdem diese sich mit den Ältesten versammelt und sich beraten hatten, gaben sie den Soldaten reichlich Geld
und sagten: Macht folgende Aussagen: ›Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.‹
Und wenn dies dem Statthalter zu Ohren kommen sollte, wollen wir ihn schon beschwichtigen und dafür sorgen, daß ihr keine Angst zu haben braucht.
Da nahmen sie das Geld und verfuhren nach der empfangenen Weisung; und so ist dieses Gerede bei den Juden in Umlauf gekommen bis zum heutigen Tag.
Die elf Jünger aber begaben sich nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte;
und als sie ihn erblickten, warfen sie sich vor ihm nieder; einige aber hegten Zweifel.
Da trat Jesus herzu und redete sie mit den Worten an: Mir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden verliehen.
Darum gehet hin und macht alle Völker zu Jüngern: tauft sie auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes
und lehrt sie alles halten, was ich euch geboten habe. Und wisset wohl: Ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit!
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