Sirach 18-21 · Tag 196 · 2025
Deine Worte verändern die Welt!
Weitere Folgen
Mitlesen
Text dieser Folge Zum Mitlesen aufklappen
Er, der in Ewigkeit Lebende, hat alles ohne Ausnahme geschaffen;
der Herr allein bewährt sich als gerecht.
Niemandem verleiht er die Fähigkeit, seine Werke zu verkünden, und wer vermag seine Großtaten zu erforschen?
Wer kann seine gewaltige Erhabenheit zutreffend ermessen und wer noch überdies seine Gnadenerweise aufzählen?
Es geht nicht an, etwas davon abzuziehen, noch etwas hinzuzufügen, und es ist unmöglich, die Wundertaten des Herrn zu erforschen.
Wenn der Mensch damit zu Ende ist, fängt er eben erst an, und wenn er aufhört, fühlt er sein Unvermögen.
Was ist der Mensch, und wozu ist er nütze? worin besteht sein Glück und worin sein Unglück?
Die Zahl der Lebenstage eines Menschen beträgt, wenn’s hoch kommt, hundert Jahre.
Wie ein Wassertropfen aus dem Meer und wie ein Sandkorn , so sind diese wenigen Jahre im Verhältnis zu einem Tage der Ewigkeit.
Darum ist der Herr langmütig gegen sie und gießt seine Barmherzigkeit über sie aus;
er sieht und erkennt, daß ihr Ende böse ist; darum gewährt er ihnen reichlich seine Vergebung.
Das Erbarmen eines Menschen gilt seinem Nächsten, aber das Erbarmen des Herrn erstreckt sich über alles Fleisch; er weist zurecht, erzieht und belehrt und führt wie ein Hirt seine Herde zurück;
er erbarmt sich derer, die seine Zucht annehmen, und derer, die zu seinem Erbarmen herzueilen .
Mein Sohn, beim Gutestun füge keinen Vorwurf hinzu und bei keiner Gabe verletzende Worte.
Macht nicht der Tau der Hitze des Glutwindes ein Ende? So ist auch ein Wort besser als die Gabe .
Bedenke wohl: ist nicht ein Wort mehr wert als eine wohltätige Gabe? und beides steht einem freundlichen Manne zur Verfügung.
Der Tor macht auf unliebenswürdige Weise Vorwürfe, und die Gabe des Mißgünstigen preßt den Augen Tränen aus.
Ehe du redest, lerne, und ehe du krank wirst, sorge für deine Gesundheit;
ehe das Gericht eintritt, prüfe dich selbst, so wirst du zur Zeit der Heimsuchung Verzeihung erlangen;
ehe du in Krankheit verfällst, demütige dich, und in der Zeit deiner Verfehlungen lege Bekehrung an den Tag.
Versäume nicht, ein Gelübde rechtzeitig zu erfüllen, und warte nicht bis zum Tode, um dich davon frei zu machen.
Ehe du ein Gelübde tust, stelle eine sorgfältige Überlegung an und sei nicht wie ein Mensch, der den Herrn versucht.
Denke an den Zorn in den Tagen des Endes und an die Zeit der Vergeltung, wenn er sein Angesicht von dir abwendet.
Denke an die Zeit des Hungers zur Zeit des Überflusses, an Armut und Mangel in den Tagen des Reichtums.
Vom Morgen bis zum Abend kann die Zeit sich ändern, und alles verläuft schnell vor den Augen des Herrn.
Der weise Mann ist in allen Stücken auf seiner Hut und hütet sich in den Tagen der Sünden vor Verfehlung.
Jeder Verständige kennt die Weisheit und zollt dem, der sie erlangt hat, Anerkennung.
Diejenigen, welche Verständnis für Spruchreden besitzen, beweisen sich auch selbst als weise und strömen zutreffende Sinnsprüche in Menge aus.
Gehe nicht deinen Begierden nach und halte dich von deinen Lüsten zurück;
denn wenn du deiner Seele das Wohlgefallen an den Lüsten gestattest, so wird sie dich zum Gespött deiner Feinde machen.
Habe keine Freude an häufiger Schwelgerei und beteilige dich nicht an üppigen Gelagen ;
mache dich nicht arm, indem du Schmausereien mit geborgtem Gelde veranstaltest, während du nichts im eigenen Beutel hast.
Ein dem Trunk ergebener Arbeiter wird nicht reich, und wer das Wenige nicht zu Rate hält, wird gar bald herunterkommen.
Wein und Weiber machen das Herz zuchtlos , und wer sich an Dirnen hängt, treibt’s noch toller .
Maden und Würmer nehmen ihn in Besitz, und wer toll daraufloslebt, wird hinweggerafft.
Wer schnell Vertrauen schenkt, ist leichtsinnig, und wer sich dadurch vergeht, fügt sich selbst Schaden zu.
Wer ein schadenfrohes Herz hat, wird Tadel erfahren,
und wer Geschwätz weitersagt, beweist Mangel an Einsicht .
Niemals erzähle ein Gerede weiter, so wird dir nimmermehr ein Nachteil erwachsen .
Bei Freund und bei Feind erzähle es nicht weiter, und wenn es dir keine Sünde ist, so spricht nicht darüber;
denn hat man’s von dir gehört, so hütet man sich vor dir und erweist dir Haß zu geeigneter Zeit.
Hast du ein Gerede gehört, so laß es mit dir sterben; sei ohne Sorge: du wirst nicht davon platzen.
Infolge eines Wortes leidet der Tor Geburtsschmerzen wie eine Gebärende infolge der Leibesfrucht;
wie ein Pfeil, der im fleischigen Schenkel eines Mannes steckt, ebenso ist ein Wort im Inneren eines Toren.
Stelle den Freund zur Rede, ob er es etwa gar nicht getan hat, und wenn er sich etwas hat zu Schulden kommen lassen, daß er es nicht wieder tue.
Stelle den Nächsten zur Rede, ob er es etwa gar nicht gesagt hat, und wenn er’s gesagt hat, daß er es nicht nochmals sage.
Stelle den Freund zur Rede, denn gar oft kommt Verleumdung vor, und glaube nicht jedem Gerede.
Mancher verfehlt sich, aber nicht absichtlich, und wer hätte sich noch nie mit seiner Zunge vergangen?
Stelle deinen Nächsten zur Rede, ehe du Drohworte ausstößt, und laß das Gesetz des Höchsten zur Anwendung kommen.
Jegliche Weisheit ist Furcht des Herrn, und mit jeglicher Weisheit ist Erfüllung des Gesetzes verbunden;
nicht aber ist Weisheit die Kenntnis der Schlechtigkeit, und keine Einsicht ist der Ratschlag der Sünder.
Es gibt eine Schlauheit, und sie ist ein Greuel; und es gibt Unverständige, denen die Schlechtigkeit abgeht.
Besser ist der Gottesfürchtige, dem es an Einsicht gebricht, als wer an Klugheit überreich, aber ein Gesetzesübertreter ist.
Es gibt eine sorgfältig zu Werke gehende Schlauheit, und die ist ungerecht; und mancher verdreht das Recht, um einen Urteilsspruch herauszubringen .
Mancher geht gebückt einher in schwarzem Trauerkleid, aber in seinem Inneren ist er voller Tücke;
er schlägt den Blick zur Erde nieder und stellt sich auf einem Ohre taub; wo er aber unbeobachtet ist, wird er über dich herfallen;
und sieht er sich aus Mangel an Kraft gehindert, Böses zu tun, so wird er’s ausführen, sobald er Gelegenheit dazu findet.
An der äußeren Erscheinung erkennt man den Mann, und an der Art seines Auftretens erkennt man den Einsichtigen;
die Kleidung eines Mannes und das Lachen seines Mundes und der Gang eines Menschen verraten, was an ihm ist.
Es gibt eine Zurechtweisung, die zur Unzeit geschieht, und mancher schweigt, und der ist klug.
Wie viel besser ist’s, zur Rede zu stellen als zu grollen! und wer sein Unrecht offen zugesteht, entgeht dem Schaden.
Wie die Begierde des Entmannten, ein Mädchen zu entjungfern, so handelt der , welcher das Recht mit Gewalt durchsetzen will.
Mancher schweigt und wird als weise erfunden, und mancher ist verhaßt infolge seiner großen Geschwätzigkeit.
Mancher schweigt, weil er keine Antwort zur Hand hat, und mancher schweigt, weil er die rechte Zeit kennt.
Ein weiser Mann schweigt bis zur rechten Zeit, aber der Prahler und der Dumme läßt die rechte Zeit unbeachtet.
Wer viele Worte macht, erregt Abscheu, und wer hochmütig auftritt, macht sich verhaßt.
Zuweilen liegt Glück für einen Mann im Unglück, und ein Gewinn dient manchmal zum Verlust.
Es gibt Geschenke, die dir nichts nützen, und für manche Geschenke erhält man doppelte Vergeltung.
Erneidrigung kann eintreten infolge von glänzender Stellung, und mancher hebt sein Haupt aus der Niedrigkeit empor.
Mancher kauft viel um geringen Preis und muß es nachher siebenfach bezahlen.
Der Weise macht sich durch seine Reden beliebt, aber die Gunstbeweise der Toren sind erfolglos verschwendet.
Die Gabe eines Toren nützt dir nichts, denn statt eines Auges hat er deren viele;
er gibt nur wenig und rückt dir viel vor und sperrt seinen Mund auf wie ein Ausrufer; heute gibt er ein Darlehen und fordert es morgen zurück: hassenswert ist solch ein Mensch!
Der Tor sagt: Ich habe keinen Freund, und niemand dankt mir für meine Wohltaten; die mein Brot essen, sind lässig mit ihrer Zunge:
wie oft und wie viele werden ihn auslachen!
Besser ein Fehltritt auf dem Fußboden als mit der Zunge; ebenso tritt der Sturz der Bösen gar schnell ein.
Wie ein widerwärtiger Mensch ist eine unzeitige Rede; im Munde der Ungebildeten findet sie sich allezeit.
Ein Sinnspruch, der aus dem Munde des Toren kommt, findet keinen Anklang, denn er spricht ihn nie zu rechter Zeit aus.
Mancher wird durch Armut vom Sündigen abgehalten; so hat er denn bei seinem ruhigen Leben keine Gewissensbisse.
Mancher richtet sich selbst zugrunde aus Schamgefühl und stürzt sich selbst infolge törichter Verstellung ins Verderben;
Mnacher gibt seinem Freunde aus Scham Versprechungen und macht ihn sich dadurch unnötigerweise zum Feinde.
Ein häßlicher Schandfleck am Menschen ist die Lüge; im Munde der Ungebildeten findet sie sich allezeit;
besser ist noch ein Dieb als ein immerfort Lügender; beide aber bringen Verderben über sich.
Das Ende eines lügenhaften Menschen ist ehrlos, und die Schande, die ihn trifft, bleibt für immer an ihm haften.
Der Weise bringt sich durch seine Reden zu Ehren, und ein kluger Mann gefällt den Großen.
Wer den Acker bebaut, türmt seinen Garbenhaufen hoch empor; und wer den Großen gefällt, kann Verfehlungen gutmachen.
Geschenke und Gaben machen die Augen der Weisen blind und hemmen, wie ein Knebel im Munde, die Vorwürfe.
Verborgene Weisheit und ein vergrabener Schatz – was nützen sie beide?
Besser ein Mensch, der seine Torheit verbirgt, als ein Mensch, der seine Weisheit geheimhält.
Mein Sohn, hast du gesündigt, so tu es nicht wieder, und wegen deiner früheren Sünden bitte um Vergebung.
Wie vor einer Schlange fliehe vor der Sünde; denn wenn du ihr nahe kommst, so beißt sie dich; Löwenzähne sind ihre Zähne, die die Menschen ums Leben bringen.
Wie ein zweischneidiges Schwert ist jegliches Unrecht; für die Wunde, die es schlägt, gibt’s keine Heilung.
Gewalttätigkeit und Übermut verwüsten den Reichtum; ebenso wird das Haus des Übermütigen zerstört.
Das Gebot des Armen dringt aus seinem Munde bis zu den Ohren Gottes, dessen Strafgericht dann gar bald erfolgt.
Wer Zurechtweisung haßt, tritt in die Fußstapfen des Sünders; wer aber den Herrn fürchtet, nimmt sie zu Herzen.
Schon von weitem her kenntlich ist der Zungenheld; der Verständige aber erkennt es, sobald er einen Fehler macht.
Wer sein Haus mit fremdem Gelde baut, ist wie einer, der Steine zu seinem eigenen Grabhügel sammelt.
Ein Haufen Werg ist die Rotte der Gottlosen, und ihr Ende ist die Feuerflamme.
Der Weg der Sünder ist mit Steinen gepflastert, aber an seinem Ende ist die Grube der Unterwelt.
Wer das Gesetz beobachten will, bezähmt seine Gelüste, und die Vollendung der Gottesfurcht ist die Weisheit.
Wer nicht klug ist, nimmt keine Zucht an; es gibt aber auch eine Klugheit, die viel bitteren Verdruß schafft.
Die Erkenntnis des Weisen wächst an wie eine Wasserflut, und sein Ratschlag ist wie ein lebendiger Quell.
Das Innere des Toren ist wie eine zusammengestürzte Zisterne und keine Erkenntnis hält er dauernd fest.
Wenn der Verständige ein weises Wort hört, so lobt er es und fügt noch ein neues hinzu; hört es dagegen der Leichtfertige, so mißfällt es ihm und er wirft es hinter seinen Rücken.
Das Gespräch eines Toren ist wie eine Bürde auf der Reise ; aber auf den Lippen des Verständigen ist Annehmlichkeit zu finden.
Nach dem Munde des Einsichtigen trägt man Verlangen in der Versammlung, und seine Worte erwägt man im Herzen.
Wie ein Gefangenhaus, so ist dem Toren die Weisheit, und die Erkenntnis des Unverständigen besteht in unverständlichen Worten.
Wie Ketten an den Füßen ist für den Unverständigen die Zucht und wie Handschellen am rechten Arm.
Der Tor läßt beim Lachen seine Stimme laut erschallen, aber ein kluger Mann lächelt kaum leise.
Wie Goldschmuck ist die Zucht für den Klugen und wie eine Spange am rechten Arm.
Der Fuß des Toren stürmt in ein Haus hinein, aber ein welterfahrener Mann wartet draußen am Eingang .
Der Unverständige guckt schon von der Tür aus ins Haus hinein, aber der gebildete Mann bleibt draußen stehen.
Es ist ein Ungezogenheit, an der Tür zu horchen; der Verständige fühlt sich dadurch mit Schimpf beladen .
Die Lippen der Toren ergehen sich in Unbesonnenheit , aber die Worte der Klugen sind mit der Wage abgewogen.
Im Munde der Toren ist ihr Herz, aber das Herz der Weisen ist ihr Mund.
Wenn der Gottlose den Satan verflucht, so verflucht er sich selbst.
Der Ohrenbläser macht sich selbst ehrlos und wird gehaßt, wo er auch weilt.
Folgendetails
Personen in dieser Folge
Zu hören: Samuel Glöggl.
Weitergehen
Weitere Podcasts von Samuel Glöggl: Katechismus in einem Jahr, Von der inneren Regierung oder direkt diese Arbeit mittragen.