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Tobit 6-9 · Tag 108 · 2025

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III. Reise und Heirat des Tobias
Die beiden Reisenden kamen nun abends an den Fluß Tigris und übernachteten dort.
Als nun der junge Mann ins Wasser stieg, um sich zu baden, sprang ein Fisch aus dem Strom und wollte ihn verschlingen.
Der Engel aber rief ihm zu: Fasse den Fisch! Da ergriff der junge Mann den Fisch und warf ihn ans Land.
Hierauf sagte der Engel zu ihm: Schneide den Fisch auf, nimm Herz, Leber und Galle heraus und hebe sie sorgfältig auf!
Der junge Mann tat, wie der Engel ihm geboten hatte; den Fisch aber brieten und aßen sie. Beide zogen dann weiter, bis sie in die Nähe von Ekbatana kamen.
Da fragte der junge Mann den Engel: Bruder Asarja, was hat’s denn für eine Bewandtnis mit dem Herzen, der Leber und der Galle des Fisches?
Er antwortete ihm: Was Herz und Leber betrifft, so muß man sie, wenn ein Dämon oder böser Geist jemanden plagt, sei es ein Mann oder eine Frau, vor ihnen in Rauch aufgehen lassen, so werden sie nicht mehr geplagt.
Die Galle aber dient dazu, daß man einen Menschen damit bestreiche, der weiße Flecken in den Augen hat; er wird dadurch geheilt werden.
Als sie sich dann Ekbatana näherten, sagte der Engel zu Tobias:
Bruder, heute werden wir bei Raguel übernachten; er ist dein Verwandter und hat eine Tochter namens Sara.
Ich will ihretwegen mit ihm reden, daß sie dir zur Frau gegeben werde; denn ihr Erbteil kommt dir zu, weil du der einzige bist, der zu ihrer Familie gehört, und das Mädchen ist schön und klug.
Und nun höre mich an! Ich will mit ihrem Vater reden, und wenn wir aus Rages zurückgekehrt sind, wollen wir die Hochzeit feiern. Ich weiß, daß Raguel sie nach dem mosaischen Gesetz keinem andern Manne verheiraten kann, ohne des Todes schuldig zu sein; denn dir kommt die Erbschaft vor jedem andern zu.
Darauf sagte der junge Mann zu dem Engel: Bruder Asarja, ich habe gehört, daß das Mädchen schon an sieben Männer verheiratet gewesen ist und daß sie alle im Brautgemach ums Leben gekommen sind.
Nun bin ich der einzige Sohn meines Vaters, und ich fürchte, wenn ich da hineingehe, daß ich auch sterben muß wie die früheren; denn es liebt sie ein Dämon, der keinem etwas zu leide tut außer denen, die sich ihr nahen. Und so fürchte ich auch sterben zu müssen und so das Leben meines Vaters und meiner Mutter mit Betrübnis über mich ins Grab zu bringen; und dann ist kein anderer Sohn für sie da, der sie begraben könnte.
Da antwortete ihm der Engel: Denkst du denn nicht mehr an die Mahnung, die dein Vater an dich gerichtet hat, du möchtest eine Frau aus deiner Verwandtschaft nehmen? Höre mich nur an, mein Bruder: sie wird deine Frau werden. Um den Dämon mache dir keine Sorgen; noch heute Abend wird sie dir zur Frau gegeben werden.
Wenn du dann ins Brautgemach eintrittst, nimmst du Glutasche von Räucherwerk, legst ein Stück von dem Herzen und von der Leber des Fisches darauf und räucherst damit.
Sobald der Dämon das riecht, wird er die Flucht ergreifen und in alle Ewigkeit nicht wiederkommen. Wenn du dann zu ihr hingehst, so erhebt euch beide und ruft den barmherzigen Gott an; der wird euch bewahren und sich euer annehmen. Fürchte dich nicht, denn sie ist dir von jeher bestimmt gewesen, und du wirst sie retten. Sie wird dann mit dir ziehen, und ich zweifle nicht, daß du Kinder von ihr erhalten wirst. Als Tobias dies vernahm, faßte er Liebe zu ihr und sein Herz neigte sich ihr innig zu.

Als sie nun nach Ekbatana gekommen und in das Haus Raguels gelangt waren, kam Sara dem Tobias entgegen und begrüßte ihn. Nachdem er ihren Gruß erwidert hatte, führte sie beide ins Haus hinein.
Da sagte Raguel zu seiner Frau Edna: Wie ähnlich ist doch dieser junge Mann meinem Vetter Tobit!
Raguel fragte sie dann: Woher seid ihr, meine Brüder? Sie antworteten ihm: Wir sind Naphthaliter aus der Zahl der Kriegsgefangenen in Ninive.
Darauf fragte er sie: Kennt ihr unsern Bruder Tobit? Als sie mit Ja geantwortet hatten, fragte er sie: Ist er gesund?
Sie sagten: Er lebt und ist gesund, und Tobias fuhr fort: Er ist mein Vater.
Da sprang Raguel auf, küßte ihn und weinte;
dann segnete er ihn und sagte: O du Sohn des guten und wackeren Mannes! Als er dann erfuhr, daß Tobit das Augenlicht verloren habe, wurde er betrübt und weinte;
auch seine Frau Edna und seine Tochter weinten und nahmen sie herzlich auf;
sie schlachteten einen Schafbock und setzten ihnen ein reichliches Mahl vor. Tobias aber sagte zu Raphael: Bruder Asarja, rede doch von dem, was du unterwegs mit mir besprochen hast, damit die Sache abgemacht werde.
Als jener nun dem Raguel Mitteilung von der Sache gemacht hatte, sagte Raguel zu Tobias: Iß und trink jetzt und sei guter Dinge; dir kommt es zu, meine Tochter zu erhalten; aber ich muß dir doch die Wahrheit sagen.
Ich habe mein Kind bereits sieben Männern gegeben, und allemal, wenn sie zu ihr eingingen, sind sie in derselben Nacht gestorben. Doch für jetzt laß dir’s wohl sein! Tobias aber antwortete: Ich genieße hier nichts, bis ihr sie zu mir geführt und sie mir feierlich verlobt habt.
Da sagte Raguel: Nimm sie gleich jetzt hin, wie das Gesetz es bestimmt; du bist ja ihr Bruder, und sie gehört dir; der barmherzige Gott aber schenke euch seinen reichsten Segen!
Hierauf rief er seine Tochter Sara, faßte sie bei der Hand, gab sie dem Tobias als Gattin und sagte: Hier ist sie, nimm sie nach dem mosaischen Gesetz und führe sie zu deinem Vater! Nachdem er sie hierauf gesegnet hatte,
rief er seine Frau Edna, nahm dann ein Blatt Papier, schrieb den Ehevertrag darauf und versah ihn mit seinem Siegel.
Darauf setzten sie sich zum Mahl nieder.
Raguel aber rief seine Frau Edna und sagte zu ihr: Liebe Schwester, setze das andere Zimmer in Bereitschaft und führe deine Tochter hinein.
Sie kam der Weisung nach und führte Sara hinein, welche weinte. Sie wischte ihrer Tochter die Tränen ab und sagte:
Mut, mein Kind! Der Herr des Himmels und der Erde wolle dir Freude statt dieser deiner Trauer geben, fasse Mut, meine Tochter!

Als sie nun fertig gespeist hatten, führten sie Tobias zu ihr hinein.
Dieser war aber beim Eintreten der Mitteilungen Raphaels eingedenk, nahm Glutasche vom Räucherwerk, legte das Herz und die Leber des Fisches darauf und räucherte damit.
Sobald der Dämon den Dunst roch, floh er in die fernsten Gegenden Oberägyptens, wo der Engel ihn in Fesseln legte.
Als nun die beiden in dem Zimmer eingeschlossen waren, stand Tobias von seinem Lager auf und sagte: Steh auf, liebe Schwester! wir wollen beten, daß der Herr uns gnädig sei.
Dann sprach Tobias folgendermaßen: Gepriesen seist du, Gott unserer Väter, und gepriesen sei dein heiliger und ruhmvoller Name in alle Ewigkeit! Preisen müssen dich die Himmel und alle deine Geschöpfe!
Du hast Adam geschaffen und ihm als Gehilfin und Stütze sein Weib Eva gegeben, von denen das Menschengeschlecht ausgegangen ist. Du hast gesagt: ›Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; wir wollen ihm eine Gehilfin schaffen, die zu ihm paßt‹.
Und nun, Herr, nehme ich diese meine Schwester hier nicht um der Fleischeslust willen, sondern aus wahrer Zuneigung . Laß mich Gnade finden und mit ihr alt werden!
Darauf sprachen sie beide zusammen Amen!
und schliefen die Nacht über beieinander. Raguel aber war aufgestanden und hingegangen und hatte ein Grab gegraben,
indem er dachte: Wenn nur dieser nicht auch ums Leben kommt!
Als er dann in sein Haus zurückgekehrt war,
sagte er zu seiner Frau Edna: Schicke doch eine von den Mägden hin, um zuzusehen, ob er noch lebt; wenn nicht, so wollen wir ihn begraben, ohne daß jemand etwas erfährt.
Als nun die Magd die Tür geöffnet hatte und hineingegangen war, fand sie beide schlafend;
bei ihrer Rückkehr meldete sie ihnen also, daß er noch lebe.
Da pries Raguel Gott mit den Worten: Gepriesen seist du, Gott, mit jeglichem reinen und heiligen Lobpreis! Preisen müssen dich alle deine Heiligen und alle deine Geschöpfe, alle deine Engel und deine Auserwählten in alle Ewigkeit!
Gepriesen seist du, daß du mich erfreut hast und daß mir das Unheil nicht widerfahren ist, das ich befürchtete, sondern daß du nach deiner großen Barmherzigkeit mit uns verfahren bist!
Gepriesen seist du, daß du dich dieser beiden einzigen Kinder erbarmt hast! Erweise ihnen Gnade, Herr, und laß sie ihr Leben vollenden in Gesundheit mit Freude und Erbarmen!
Dann befahl er seinen Knechten, das Grab wieder zuzuwerfen,
und richtete ihnen eine Hochzeitsfeier her vierzehn Tage lang;
und ehe die Tage der Hochzeit zu Ende waren, beschwor Raguel den Tobias, er möge nicht abreisen, bevor die vierzehn Hochzeitstage abgelaufen wären;
alsdann solle er die Hälfte seines Vermögens in Empfang nehmen und wohlbehalten zu seinem Vater zurückkehren; die andere Hälfte solle er nach dem Tode seiner Schwiegereltern erhalten.

Darauf rief Tobias den Raphael und sagte zu ihm:
Bruder Asarja, nimm einen Knecht und zwei Kamele mit dir und ziehe nach Rages in Medien zu Gabael; hole mir das Geld und bringe ihn mir selbst zur Teilnahme an der Hochzeit her;
denn Raguel hat mich beschworen, von hier nicht wegzugehen.
Mein Vater aber zählt die Tage, und wenn ich zu lange auf mich warten lasse, wird er sich sehr grämen.
Da reiste Raphael hin, kehrte bei Gabael ein und überreichte ihm den Schuldschein; der aber brachte die versiegelten Säckchen und übergab sie ihm.
Dann machten sie sich zusammen am andern Morgen früh auf den Weg und kamen zur Hochzeit; und Gabael segnete den Tobias und seine Frau.

Folgendetails

Veröffentlicht am 18. April 2025Laufzeit 11 Min. 55 Sek.

Personen in dieser Folge

Samuel Glöggl

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