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Psalm 72-75 · Tag 153

Zwischen königlicher Hoffnung, ehrlichem Zweifel und Gottes gerechtem Gericht wächst ein tieferes Vertrauen.

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  1. 0:00 Intro bis 2:05
  2. 2:05 Psalm 72 bis 4:33
  3. 4:33 Psalm 73 bis 7:41
  4. 7:41 Psalm 74 bis 10:24
  5. 10:24 Psalm 75 bis 11:41
  6. 11:41 Outro bis 12:32

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Von Salomo.
Gott, dein richterlich Walten verleihe dem König

und deine Gerechtigkeit dem Königssohn,

daß er dein Volk mit Gerechtigkeit richte

und deine Elenden nach dem Recht!

Laß die Berge dem Volke Frieden tragen

und die Hügel sich kleiden in Gerechtigkeit!

Er schaffe Recht den Elenden im Volk,

er helfe den armen Leuten und zertrete den Bedrücker.A

Möge er leben, solange die Sonne scheint

und der Mond , von Geschlecht zu Geschlecht!

Er möge sein wie Regen für frischgemähte Wiesen,

wie Regenschauer, die das Land besprengen!

In seinen Tagen möge der Gerechte blühen

und Friede in Fülle bestehn, bis kein Mond mehr scheint.

Er herrsche von Meer zu Meer

und vom Euphratstrom bis hin an die Enden der Erde!

Vor ihm müssen die Steppenvölker die Knie beugen

und seine Feinde den Staub lecken ;

die Könige von Tharsis und den Meeresländern

müssen Geschenke ihm bringen, die Herrscher von Saba und SebaB
Abgaben entrichten;

ja huldigen müssen ihm alle Könige,

die Völker alle ihm dienen!

Denn er wird den Armen retten, der um Hilfe schreit,

den Leidenden und den, der keinen Helfer hat.

Er wird sich erbarmen des Schwachen und Armen

und Hilfe gewähren den Seelen der Armen;

aus Bedrückung und Gewalttat wird er ihre Seelen erlösen,

und ihr Blut wird kostbar sein in seinen Augen.

So lebe er denn, und man gebe ihm vom Golde aus Saba,

man bete immerdar für ihn und segne ihn allezeit!

Fülle von Korn möge sein im Lande

bis auf die Gipfel der Berge,
es rausche seine Frucht wie der Libanon!
Und aus den Städten blühe das Volk hervor
so zahlreich wie das Gras der Erde!

Sein Name möge ewig bestehn:

solange die Sonne scheint, lebe sein Name fort,
so daß man in ihm sich Segen wünscht
und alle Völker ihn glücklich preisen!
*

Gepriesen sei Gott der HERR, der Gott Israels,

der Wunder vollbringt, er allein!

Und gepriesen sei sein herrlicher Name in Ewigkeit,

und die ganze Erde sei seiner Herrlichkeit voll!
Amen, ja Amen! –

Zu Ende sind die Gebete Davids, des Sohnes Isais.

Drittes Buch

Das gottgewirkte »Dennoch«

Ein Psalm von Asaph .
Dennoch ist Gott voll Güte gegen den Frommen,

der Herr gegen alle, die reinen Herzens sind.

Doch ich – fast wär’ ich gestrauchelt mit meinen Füßen,

nichts fehlte, so wären meine Schritte ausgeglitten;

denn ich ereiferte mich über die Großsprecher,

wenn ich sehen mußte der Gottlosen Wohlergehn.

Denn bis zu ihrem Tode leiden sie keine Schmerzen,

und wohlgenährt ist ihr Leib;

Unglück trifft sie nicht wie andere Sterbliche,

und sie werden nicht geplagt wie sonst die Menschen.

Drum ist auch Hochmut ihr Halsgeschmeide,

und Gewalttat ist das Kleid, das sie umhüllt.

Aus strotzendem Antlitz tritt ihr Auge hervor,

die Gebilde ihres Herzens wallen über.

Sie höhnen und reden in Bosheit von Gewalttat,

führen Reden von oben herab;

gegen den Himmel richten sie ihren Mund,

und ihre Zunge ergeht sich frei auf Erden.

Darum wendet das Volk sich ihnen zu

und schlürft das Wasser in vollen Zügen;

sie sagen: »Wie sollte Gott es wissen,

und wie sollte der Höchste Kenntnis davon haben?«

Seht, so treiben’s die Gottlosen,

und, immer in Sicherheit lebend, häufen sie Reichtum an.

Ach, ganz umsonst hab’ ich rein mein Herz erhalten

und in Unschuld meine Hände gewaschen;

ich ward ja doch vom Unglück allzeit geplagt,

und alle Morgen war meine Züchtigung da.

Doch hätt’ ich gesagt : »Ich will auch so reden!«,

so hätt’ ich treulos verleugnet deiner Söhne Geschlecht.

So sann ich denn nach, um dies zu begreifen,

doch es war zu schwer für mein Verständnis,

bis ich eindrang in die Heiligtümer Gottes

und achtgab auf der Gottlosen Endgeschick.

Fürwahr, auf schlüpfrigen Boden stellst du sie,

läßt sie fallen, daß sie in Trümmer zergehn.

Wie werden sie doch im Nu vernichtet,

weggerafft, und nehmen ein Ende mit Schrecken!

Wie ein Traumbild gleich nach dem Erwachen verfliegt,

so läßt du, o Allherr, beim Wachwerden ihr Bild verschwinden.

Wenn mein Herz sich nun noch verbitterte

und ich in meinem Innern empört mich fühlte,

so wär’ ich ein ganzer Tor und bar der Einsicht,

benähme mich wie ein vernunftloses Tier gegen dich.

Doch nein, ich bleibe stets mit dir verbunden,

du hältst mich fest bei meiner rechten Hand;

du leitest mich nach deinem Ratschluß

und nimmst mich endlich auf in die Herrlichkeit.A

Wen hätt’ ich sonst noch im Himmel?

Und außer dir erfreut mich nichts auf Erden.

Mag Leib und Seele mir verschmachten,

bleibt Gott doch allzeit meines Herzens Fels und mein Teil.

Denn gewiß: wer von dir sich lossagt, der kommt um;

du vernichtest alle, die treulos von dir abfallen.

Mir aber ist Gottes Nähe beglückend:

ich setze mein Vertrauen auf Gott den HERRN,
um alle deine Werke zu verkünden.

Klage der Gemeinde über die Verwüstung des Tempels und Bitte um Hilfe

Ein Lehrgedicht von Asaph .
Warum hast du uns, o Gott, für immer verworfen,

warum raucht dein Zorn gegen die Herde, die du weidest?

Gedenke deiner Gemeinde, die vor alters du erworben,

die zum Eigentumsvolk du dir erlöst hast!
des Berges Zion, auf dem du Wohnung genommen!

Lenk deine Schritte hinauf zu den ewigen Trümmern:

ach, alles hat der Feind im Heiligtum zerstört!

Wild brüllen deine Feinde im Innern deiner Versammlungsstätte;

haben dort ihre Fahnen als Siegeszeichen aufgestellt.

Es sieht sich an, als ob man die Äxte hoch

geschwungen hätte im Dickicht des Waldes.

Und jetzt zerschlagen sie auch sein Schnitzwerk

allzumal mit Beilen und Hämmern.

Sie haben dein Heiligtum in Brand gesteckt,

bis zum Boden entweiht die Wohnung deines Namens.

Sie haben sich vorgenommen: »Wir rotten sie allesamt aus!«

und haben alle Gottesstätten im Lande verbrannt.

Unsre Zeichen sehn wir nicht mehr, kein Prophet ist mehr da,

und niemand weiß bei uns, wie lange das dauern soll.

Wie lange, o Gott, soll der Widersacher noch schmähen,

der Feind deinen Namen immerfort lästern?

Warum doch ziehst du deine Hand zurück?

O zieh deine Rechte hervor aus dem Busen, mach ein Ende!

Gott ist ja doch mein König von alters her,

Rettungstaten vollführt er inmitten des Landes .

Du hast das Meer durch deine Kraft gespalten,

die Häupter der DrachenA auf den Fluten zerschellt.

Du hast Leviathans Köpfe zermalmt,

zum Fraß ihn hingegeben dem Volke der Wüstentiere.

Du hast Quellen und Bäche hervorbrechen lassen,

du hast nieversiegende Ströme trocken gelegt.

Dein ist der Tag, dein auch die Nacht,

du hast den MondA und die Sonne hingestellt.

Du hast der Erde rings die Grenzen festgesetzt,

Sommer und Winter, du hast sie gebildet.

Denke daran: der Feind hat dich, o HERR, gehöhnt,

und ein gottloses Volk deinen Namen gelästert!

Gib nicht den Raubtieren preis die Seele deiner Taube,

vergiß nicht für immer das Leben deiner Dulder!

Blick hin auf den Bund! Denn angefüllt sind

die Verstecke des Landes mit Stätten der Gewalttat.

Laß den Bedrängten nicht enttäuscht davongehn,

der Arme und Bedrückte müsse deinen Namen rühmen!

Steh auf, Gott, verficht deine Sache!

Gedenke der Schmach, die dich trifft von den Ruchlosen Tag für Tag!

Vergiß nicht das Geschrei deiner Feinde,

das Toben deiner Gegner, das allzeit aufsteigt!

Gott der gerechte Weltrichter

Dem Musikmeister, nach »Vertilge nicht«; ein Psalm von Asaph , ein Lied.
Wir preisen dich, Gott, wir preisen!

Denn nahe ist uns dein Name: deine Wundertaten verkünden ihn.B

»Wenn ich die Zeit gekommen erachte,

dann halte ich gerechtes Gericht.

Mag wanken die Erde mit allen ihren Bewohnern:

ich bin’s, der ihre Säulen festgestellt. SELA.

Ich rufe den Stolzen zu: ›Seid nicht stolz!‹

und den Frevlern: ›Hebt den KopfA nicht hoch!

Hebt euren Kopf nicht gar so hoch,

redet nicht vermessen mit gerecktem Hals!‹« –

Denn nicht vom Aufgang noch vom Niedergang

und nicht von der Wüste her kommt die Erhöhung ;

nein, Gott ist’s, der da richtet:

diesen erniedrigt und jenen erhöht er.

Denn ein Becher ist in der Hand des HERRN

mit schäumendem Wein, voll von berauschender Mischung;
und er schenkt daraus ein:
sogar die Hefen davon müssen schlürfen und trinken alle Frevler der Erde.

Ich aber will das ewig verkünden,

will lobsingen dem Gotte Jakobs;

und alle Hörner der Frevler will ich abhaun,

doch die Hörner der Gerechten sollen erhöht sein .

Israels Siegeslied zum Lobpreis Gottes

Vertiefung

Kernsatz des Tages

Wo Gottes Nähe erkannt wird, verliert der Lärm der Macht seine letzte Autorität.

Verdichteter Impuls

Psalm 72 beginnt mit der Sehnsucht nach einer Herrschaft, die nicht sich selbst sucht. Der gute König wird daran erkannt, dass die Armen aufatmen, die Bedrängten nicht vergessen werden und Frieden mehr ist als Ordnung.

Verlangsamungsfrage

Wo suche ich Sicherheit bei Mächten, die selbst nicht tragen können?

Dein Schritt für heute

Vielleicht hältst du für einen Moment inne und sprichst leise: „Gott, richte mein Herz auf deine Nähe aus.“

Wenn du hier weitergehen möchtest: im Begleitbuch weiterlesen.

Folgendetails

Psalm 72-75Veröffentlicht am 02. Juni 2026Laufzeit 12 Min. 32 Sek.

Personen in dieser Folge

Samuel Glöggl

Zu hören: Samuel Glöggl.

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