Psalm 40-43 · Tag 145
Zwischen Rettung, Schmerz und Sehnsucht wächst die Hoffnung der Seele auf Gott.
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Dem Musikmeister; von David ein Psalm.
Geduldig hatte ich des HERRN geharrt:
da neigte er sich zu mir und hörte mein Schreien;
er zog mich herauf aus der Grube des Unheils,
aus dem schlammigen Sumpf,
und stellte meine Füße auf Felsengrund,
verlieh meinen Schritten Festigkeit;
er legte ein neues Lied mir in den Mund,
einen Lobgesang auf unsern Gott.
Das werden viele sehen und Ehrfurcht fühlen
und Vertrauen fassen zum HERRN.
Glückselig der Mann , der sein Vertrauen setzt auf den HERRN,
der’s nicht mit den Stolzen hält
und nicht mit den treulosen Lügenfreunden!
Zahlreich sind die Wunder, die du getan hast,
und deine Heilsgedanken mit uns, o HERR, mein Gott;
dir ist nichts zu vergleichen; wollt’ ich von ihnen reden
und sie verkünden – sie übersteigen jede Zahl.
An Schlacht- und Speisopfern hast du kein Gefallen,
doch offne Ohren hast du mir gegeben;
nach Brand- und Sündopfern trägst du kein Verlangen.
Da hab’ ich gesagt: »Siehe, hier bin ich!
In der Rolle des Buches, da steht für mich geschrieben:
Deinen Willen zu tun, mein Gott, ist meine Lust,
und dein Gesetz ist tief mir ins Herz geschrieben.«
Von Gerechtigkeit hab’ ich in großer Versammlung gesprochen,
siehe, meinen Lippen hab’ ich nicht Einhalt getan:
du selbst, HERR, weißt es!
Deine Gerechtigkeit habe ich nicht verborgen in meinem Herzen,
von deiner Treue und Hilfe laut geredet;
ich habe deine Gnade und Wahrheit nicht verschwiegen,
vor der großen Versammlung.
So wirst du, HERR, mir dein Erbarmen nicht versagen;
deine Gnade und Wahrheit werden stets mich behüten.
Denn Leiden ohne Zahl umringen mich,
meine Sünden haben mich ereilt, unübersehbar;
zahlreicher sind sie als die Haare meines Hauptes,
und der Mut ist mir entschwunden.
Laß dir’s wohlgefallen, o HERR, mich zu retten,
eile, o HERR, zu meiner Hilfe herbei!
Laß sie allesamt beschämt und schamrot werden,
die nach dem Leben mir stehn, um es wegzuraffen!
Laß mit Schande beladen abziehn, die mein Unglück wünschen!
Erschaudern müssen ob ihrer Schmach,
die über mich rufen: »Haha, haha!«
Laß jubeln und deiner sich freuen
alle, die dich suchen;
laß alle, die nach deinem Heil verlangen,
immerdar bekennen: »Groß ist der HERR.«
Bin ich auch elend und arm – der Allherr wird für mich sorgen.
Meine Hilfe und mein Retter bist du:
mein Gott, säume nicht!
Klage eines Kranken über boshafte Feinde und treulose Freunde
Dem Musikmeister; ein Psalm von David.
Wohl dem, der des Schwachen sich annimmt:
am Tage des Unglücks wird der HERR ihn erretten!
Der HERR wird ihn behüten und am Leben erhalten,
daß er glücklich gepriesen wird im Lande;
und du gibst ihn nicht preis der Gier seiner Feinde.
Der HERR wird ihn auf dem Siechbett erquicken:
sein ganzes Krankenlager machst du ihm leicht.A
Ich sage: »O HERR, sei mir gnädig,
ach, heile meine Seele, denn an dir hab’ ich gesündigt!«
Meine Feinde reden Böses von mir:
»Wann wird er sterben, daß sein Name verschwindet?«
Kommt jemand, mich zu besuchen, so redet er Falschheit;
sein Herz sammelt Bosheit an;
dann geht er hinaus, um draußen davon zu reden.
Alle, die mich hassen, zischeln vereint über mich,
Unheil sinnen sie gegen mich:
»Ein heilloses Übel haftet ihm an!
Wer so sich gelegt hat, kommt nicht wieder hoch!«
Sogar mein bester Freund, dem ich fest vertraute,
der mein Brot aß,A hat die Ferse gegen mich erhoben.
Du aber, HERR, sei mir gnädig und hilf mir wieder auf,
so will ich’s ihnen vergelten!
Daran will ich erkennen, daß du Gefallen an mir hast,
wenn mein Feind nicht über mich jubeln wird,
doch du mich ob meiner Unschuld aufrecht hältst
und mich vor deinem Angesicht stehn läßt immerdar.
*
Gepriesen sei der HERR, der Gott Israels,
von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen, ja Amen!
Zweites Buch
Sehnsucht nach Gott und seinem Heiligtum auf Zion
Dem Musikmeister; ein Lehrgedicht der Korahiten .
Wie der Hirsch lechzt nach Wasserbächen,
so lechzt meine Seele nach dir, o Gott!
Meine Seele dürstet nach Gott, dem lebendigen Gott:
wann werde ich dahin kommen,
daß ich erscheine vor Gottes Angesicht?
Meine Tränen sind meine Speise geworden
bei Tag und bei Nacht,
weil man den ganzen Tag zu mir sagt:
»Wo ist nun dein Gott?«
Daran will ich gedenken – und meinem Schmerz
freien Lauf in mir lassen –,
wie einst ich dahinschritt in dichter Schar,
mit ihnen wallte zum Hause Gottes,
umbraust von lautem Jubel und Lobgesang
inmitten der feiernden Menge.
Was betrübst du dich, meine Seele,
und stürmst so ruhlos in mir?
Harre auf Gott! Denn ich werde ihm noch danken,
ihm, meines Angesichts Hilfe und meinem Gott.
Gebeugt ist meine Seele in mir: drum denk’ ich an dich
im Lande des Jordans und der Hermongipfel,
am Berge Mizar:
Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner Wasserstürze;
alle, alle deine Wogen und Wellen
sind über mich hingegangen!
Bei Tag seufz’ ich: »Es entbiete der HERR seine Gnade!«,
und nachts ist sein Lied in meinem Munde,
ein Gebet zum Gott meines Lebens.
Ich sage zu Gott, meinem Felsen:
»Warum hast du mich vergessen?
Warum muß ich trauernd einhergehn
unter dem Druck des Feindes?«
Wie Zermalmung liegt mir in meinen Gebeinen
der Hohn meiner Dränger,
weil sie den ganzen Tag zu mir sagen:
»Wo ist nun dein Gott?«
Was betrübst du dich, meine Seele,
und stürmst so ruhlos in mir?
Harre auf Gott! Denn ich werde ihm noch danken,
ihm, meines Angesichts Hilfe und meinem Gott.
Schaffe mir Recht, o Gott, und führe meinen Rechtsstreit
gegen ein liebloses Volk!
Von Menschen des Trugs und der Bosheit
errette mich, HERR!
Du bist ja der Gott, der mich schützt:
warum hast du mich verstoßen?
Warum muß ich trauernd einhergehn
unter dem Druck des Feindes?
Sende dein Licht und deine Treue!
Die sollen mich leiten,
mich bringen zu deinem heiligen Berge
und deiner Wohnstatt,
damit ich zum Altar Gottes komme,
zu dem Gott meines Freudenjubels,
und unter Zitherklang dich preise ,
o Gott, mein Gott!
Was betrübst du dich, meine Seele,
und stürmst so ruhlos in mir?
Harre auf Gott! Denn ich werde ihm noch danken,
ihm, meines Angesichts Hilfe und meinem Gott.
Klagelied und Hilferuf des gesetzestreuen, aber von seinen Feinden besiegten und mißhandelten Volkes
Vertiefung
Kernsatz des Tages
Hoffnung beginnt dort, wo die Seele ihre Not nicht versteckt und dennoch Gott erwartet.
Verdichteter Impuls
Diese Psalmen kennen das lange Warten. Sie sprechen nicht von schneller Beruhigung, sondern von einem Ausharren, das die Tiefe nicht leugnet.
Verlangsamungsfrage
Welche innere Stimme braucht heute nicht dein Gehorchen, sondern deine sanfte Antwort vor Gott?
Dein Schritt für heute
Vielleicht sprichst du einmal leise den Satz: „Harre auf Gott“, und lässt danach einen Atemzug Stille stehen.
Folgendetails
Personen in dieser Folge
Zu hören: Samuel Glöggl.
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