2. Samuel 21-24 · Tag 73
Am Ende bleibt Gott der heilige Richter und der barmherzige Retter zugleich.
Weitere Folgen
Kapitel & Zeitmarken
Mitlesen
Text dieser Folge Zum Mitlesen aufklappen
Unter der Regierung Davids herrschte einst eine Hungersnot drei Jahre lang, Jahr für Jahr. Als sich David nun an den HERRN mit einer Anfrage wandte, antwortete der HERR, auf Saul und seinem Hause laste eine Blutschuld, weil er die Gibeoniten getötet habe.
Da ließ der König die Gibeoniten kommen und fragte sie – die Gibeoniten gehörten nämlich nicht zu den Israeliten, sondern zu dem Überrest der Amoriter; obgleich nun die Israeliten einen Vertrag beschworen hatten, war Saul doch in seinem Eifer für die Israeliten und Judäer darauf ausgegangen, sie auszurotten. –
David fragte also die Gibeoniten: »Was soll ich für euch tun, und womit soll ich Sühne schaffen, damit ihr das Eigentumsvolk des HERRN segnet?«
Die Gibeoniten antworteten ihm: »Es ist uns dem Saul und seinem Hause gegenüber nicht um Silber und Gold zu tun, auch kommt es uns nicht zu, jemand in Israel zu töten.« Da fragte er sie: »Was verlangt ihr, daß ich für euch tun soll?«
Da antworteten sie dem König: »Der Mann, der uns hat vernichten wollen und der darauf ausgegangen ist, uns auszurotten, damit in keinem Teil Israels unseres Bleibens mehr sein sollte: –
von dessen Nachkommen liefere man uns sieben Männer aus, daß wir sie vor dem HERRN aufhängen in Sauls-Gibea auf dem Berge des HERRN.«
Da sagte der König: »Ich will sie euch geben.«
Der König verschonte aber Mephiboseth, den Sohn Jonathans und Enkel Sauls, um des Schwures beim HERRN willen, der zwischen David und Jonathan, dem Sohne Sauls, bestand.
Der König nahm vielmehr die beiden Söhne, welche Rizpa, die Tochter Ajjas, dem Saul geboren hatte, Armoni und Mephiboseth, dazu die fünf Söhne, welche Merab, die Tochter Sauls, dem Adriel, dem Sohne des Meholathiters Barsillai, geboren hatte.
Er übergab sie den Gibeoniten, und diese hängten sie vor dem HERRN auf dem Berge auf. So kamen die sieben zu gleicher Zeit ums Leben, und zwar wurden sie in den ersten Tagen der Ernte, bei Beginn der Gerstenernte, getötet.
Da nahm Rizpa, die Tochter Ajjas, Sackleinwand und breitete es für sich auf dem Felsen aus, vom Beginn der Ernte an, bis der Herbstregen auf die Toten niederfiel; und sie sorgte dafür, daß bei Tage kein Raubvogel und während der Nacht kein wildes Tier an die Leichen herankam. –
Als man nun David berichtete, was Rizpa, das Nebenweib Sauls, die Tochter Ajjas, getan hatte,
ging er hin und ließ sich von den Bürgern der Stadt Jabes in Gilead die Gebeine Sauls und die Gebeine seines Sohnes Jonathan ausliefern, die sie einst vom Marktplatz in Beth-San heimlich weggeholt hatten, wo die Philister sie damals aufgehängt hatten, als die Philister Saul auf dem Gilboa geschlagen hatten .
Als nun David die Gebeine Sauls und die seines Sohnes Jonathan von dort hatte holen lassen, sammelte man auch die Gebeine der Gehenkten
und begrub sie bei den Gebeinen Sauls und seines Sohnes Jonathan im Gebiet des Stammes Benjamin zu Zela im Begräbnis seines Vaters Kis. Als man so alles nach dem Befehl des Königs ausgeführt hatte, ließ Gott sich von da an für das Land wieder günstig stimmen.
Als einst wieder einmal ein Krieg zwischen den Philistern und Israeliten ausgebrochen und David mit seinen Leuten hinabgezogen war , um mit den Philistern zu kämpfen, und David ermüdet war,
da war da ein Mann namens Jisbi-Benob, einer von den Riesenkindern; der hatte einen Speer, dessen eherne Spitze dreihundert Schekel wog, und hatte eine neue Rüstung an und gedachte David zu erschlagen.
Aber Abisai, der Sohn der Zeruja, kam ihm zu Hilfe und schlug den Philister tot. Damals beschworen Davids Leute ihn mit den Worten: »Du darfst nicht wieder mit uns in den Kampf ziehen, damit du die Leuchte Israels nicht auslöschest!«
Später kam es dann nochmals zum Kampf mit den Philistern bei Gob. Damals erschlug der Husathiter Sibbechai den Saph, der auch zu den Riesenkindern gehörte.
Dann fand nochmals ein Kampf mit den Philistern bei Gob statt; und Elhanan aus Bethlehem, der Sohn Jaare-Orgims , erschlug den Goliath aus Gath, dessen Speerschaft wie ein Weberbaum war.
Als es dann wiederum zum Kampf und zwar bei Gath kam, war da ein Mann von riesiger Größe, der an jeder Hand sechs Finger und an jedem Fuß sechs Zehen hatte, im ganzen vierundzwanzig; auch dieser stammte aus dem Riesengeschlecht.
Er hatte die Israeliten verhöhnt; aber Jonathan, der Sohn Simeas, des Bruders Davids, erschlug ihn.
Diese vier stammten aus dem Riesengeschlecht in Gath, und sie fielen durch die Hand Davids und seiner Krieger.
Das folgende Lied richtete David an den HERRN zu der Zeit, als der HERR ihn aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls errettet hatte. Er betete :
Der HERR ist mein Fels, meine Burg
und mein Erretter;
Gott ist mein Fels, zu dem ich mich flüchte,
mein Schild und das Horn meines Heils,
mein fester Turm und meine Zuflucht,
mein Erretter, der von Gewalttat mich rettet.
Den Preiswürdigen rufe ich an, den HERRN:
so werd’ ich von meinen Feinden errettet.
Denn die Wogen des Todes hatten mich umringt,
die Ströme des Unheils schreckten mich,
die Netze des Totenreichs umfingen mich,
die Schlingen des Todes fielen über mich .
In meiner Angst rief ich zum HERRN
und schrie um Hilfe zu meinem Gott;
da vernahm er in seinem Palast mein Rufen,
und mein Notschrei drang zu seinen Ohren.
Da wankte und schwankte die Erde,
des Himmels Grundfesten bebten
und wankten hin und her, denn er war zornentbrannt;
Rauch stieg auf aus seiner Nase,
und fressendes Feuer drang aus seinem Munde,
glühende Kohlen sprühten von ihm aus.
Er neigte den Himmel und fuhr herab,
Wolkennacht lag unter seinen Füßen;
Er fuhr auf dem Cherub und flog daher
und schoß herab auf den Fittichen des Sturms;
Finsternis machte er rings um sich her zu seinem Gezelt,
Regendunkel, dichtes Gewölk;
aus dem Glanz vor ihm her brannten Feuerflammen.
Dann donnerte der HERR vom Himmel her,
der Höchste ließ seine Stimme erschallen;
er schoß seine Pfeile ab und zerstreute sie ,
schleuderte Blitze und schreckte sie .
Da wurden sichtbar die Tiefen des Meeres
und aufgedeckt die Grundfesten der Erde
durch das Schelten des HERRN,
von dem Zornesschnauben seiner Nase.
Er streckte die Hand herab aus der Höhe, ergriff mich,
zog mich heraus aus den großen Fluten,
entriß mich meinem starken Feinde,
meinen Widersachern, die zu stark mir waren.
Sie hatten mich überfallen an meinem Unglückstage,
doch der HERR ward mir zur Stütze;
er führte mich heraus auf weiten Raum,
riß mich heraus, weil er Wohlgefallen an mir hatte.
Der HERR hat mir gelohnt nach meiner Gerechtigkeit,
nach der Reinheit meiner Hände mir vergolten;
denn ich habe innegehalten die Wege des HERRN
und bin von meinem Gott nicht treulos abgefallen;
nein, alle seine Rechte haben mir vor Augen gestanden,
und von seinen Geboten bin ich nicht abgewichen.
So bin ich unsträflich vor ihm gewandelt
und hab’ mich vor jeder Verschuldung gehütet;
drum hat mir der HERR vergolten nach meiner Gerechtigkeit,
nach meiner Reinheit, die seinen Augen sichtbar war.
Gegen den Guten erweist du dich gütig,
gegen den Redlichen zeigst du dich redlich,
gegen den Reinen erweist du dich rein,
doch gegen den Falschen zeigst du dich enttäuschend;
denn du schaffst demütigen Leuten Hilfe,
aber stolze Augen erniedrigst du.
Ja, du bist meine Leuchte, o HERR;
und mein Gott erhellt meine Finsternis.
Denn mit dir überrenne ich Feindesscharen,
mit meinem Gott überspringe ich Mauern.
Dieser Gott – sein Walten ist vollkommen,
die Worte des HERRN sind lauter,
ein Schild ist er allen, die zu ihm sich flüchten.
Denn wer ist Gott außer dem HERRN
und wer ein Fels als nur unser Gott?,
dieser Gott, der mit Kraft mich gegürtet
und der meinen Weg ohn’ Anstoß gemacht;
der mir Füße verliehen den Hirschen gleich
und mich sicher auf Bergeshöhen gestellt;
der meine Hände streiten gelehrt,
daß meine Arme den ehernen Bogen spannten.
Du reichtest mir deinen schützenden Schild,
und deine Gnade machte mich groß.
Du schafftest weiten Raum meinen Schritten unter mir,
und meine Knöchel wankten nicht.
Ich verfolgte meine Feinde, vertilgte sie
und kehrte nicht um, bis ich sie vernichtet;
ich vernichtete und zerschmetterte sie, daß sie nicht wieder aufstehn konnten:
sie sanken unter meine Füße nieder.
Und du gürtetest mich mit Kraft zum Streit,
beugtest unter mich, die sich gegen mich erhoben;
du triebst meine Feinde vor mir in die Flucht,
und alle, die mich haßten, vernichtete ich.
Sie blickten nach Hilfe umher – doch da war kein Helfer –
zum HERRN – doch er hörte sie nicht;
ich zermalmte sie wie Staub auf dem Boden,
wie Kot auf den Gassen zertrat, zerstampfte ich sie.
Du hast mich aus meines Volkes Fehden errettet,
mich zum Oberhaupt von Völkern eingesetzt:
Völker, die ich nicht kannte, dienen mir;
die Söhne des Auslands huldigen mir,
aufs bloße Wort gehorchen sie mir;
die Söhne des Auslands sinken mutlos hin
und kommen zitternd hervor aus ihren Schlössern.
Der HERR lebt: gepriesen sei mein Hort!,
und erhaben ist der Gott, der Fels meines Heils,
der Gott, der mir Rache verliehen
und die Völker unter meine Herrschaft gezwungen,
der mich von meinen Feinden frei gemacht
und über meine Widersacher mich erhöht,
von dem Mann der Gewalttat mich befreit hat!
Drum will ich dich preisen , HERR, unter den Völkern
und deinem Namen lobsingen ,
dir, der seinem Könige großes Heil verleiht
und Gnade an seinem Gesalbten übt,
an David und seinem Hause ewiglich!
Dies sind Davids letzte Worte:
Ausspruch Davids, des Sohnes Isais,
und Ausspruch des Mannes, der hoch erhoben ward,
des Gesalbten des Gottes Jakobs
und des Lieblings der Lieder Israels:
Der Geist des HERRN redet in mir ,
und sein Wort liegt auf meiner Zunge.
Es hat gesprochen der Gott Israels ,
der Fels Israels zu mir gesagt:
Wer gerecht herrscht über die Menschen,
wer da herrscht in der Furcht Gottes,
der ist wie das Licht, das am Morgen aufstrahlt,
wie die Sonne am Morgen ohne Gewölk:
von ihrem Glanz nach dem Regen
sproßt junges Grün aus der Erde hervor.
Ja, steht nicht so mein Haus zu Gott?
Hat er doch einen ewigen Bund mit mir geschlossen,
der in allen Stücken gesichert und festgestellt ist.
Ja, all mein Glück und all mein Verlangen,
sollte er das nicht sprossen lassen?
Die Bösen aber sind allesamt wie Dornen, die man wegwirft;
denn mit der Hand faßt man sie nicht an;
nein, wer sich mit ihnen befaßt, bewehrt sich mit Eisen und Speerschaft,
und im Feuer verbrennt man sie gänzlich an ihrer Stätte.
Dies sind die Namen der Helden Davids: Joseb-Bassebeth, der Tahchemoniter, das Haupt der Drei ; der schwang seinen Speer über achthundert , die er auf einmal erschlagen hatte. –
Nach ihm kam unter den drei Eleasar, der Sohn Dodos, der Ahohiter. Er war bei David in Pas-Dammim, als die Philister sich dort zur Schlacht versammelt hatten. Als nun die Israeliten sich vor ihnen zurückzogen,
war er es, der standhielt und unter den Philistern ein Blutbad anrichtete, bis sein Arm erlahmt war und seine Hand am Schwert kleben blieb. So verlieh der HERR an jenem Tage einen herrlichen Sieg. Da kehrte das Heer unter seiner Führung wieder um, doch nur, um auszuplündern. –
Nach ihm kam Samma, der Sohn des Harariters Age. Einst hatten sich nämlich die Philister in Lehi gesammelt, und es war dort ein Ackerstück mit Linsen; als nun das Heer vor den Philistern floh,
trat er mitten auf das Feld, behauptete es und schlug die Philister; so verlieh der HERR einen herrlichen Sieg.
Wagnis dreier Helden
Einst kamen drei von den dreißig Rittern während der Erntezeit zu David in die Höhle von Adullam hinab, während die Schar der Philister sich in der Ebene Rephaim gelagert hatte.
David befand sich aber damals in der Bergfeste, während eine Besatzung der Philister damals in Bethlehem lag.
Nun verspürte David ein Gelüsten und rief aus: »Wer verschafft mir Wasser zu trinken aus dem Brunnen, der in Bethlehem am Stadttor liegt?«
Da schlugen sich die drei Helden durch das Lager der Philister hindurch, schöpften Wasser aus dem Brunnen am Tor zu Bethlehem und brachten es glücklich zu David hin. Aber dieser wollte es nicht trinken, sondern goß es als Trankopfer für den HERRN aus
mit den Worten: »Der HERR behüte mich davor, daß ich so etwas tun sollte! Das ist ja das Blut der Männer, die unter Lebensgefahr dorthin gezogen sind!« Und er wollte es nicht trinken. Das hatten die drei Helden ausgeführt.
Abisai und Benaja
Abisai aber, der Bruder Joabs, der Sohn der Zeruja, war das Haupt der Dreißig; der schwang seinen Speer über dreihundert , die er erschlagen hatte, und besaß hohes Ansehen unter den Dreißig.
Unter den Dreißig genoß er die höchste Ehre, so daß er auch ihr Oberster wurde; aber an die drei Helden reichte er nicht heran. –
Benaja, der Sohn Jojadas, , groß an Taten, stammte aus Kabzeel; er war es, der die beiden Söhne Ariels aus Moab erschlug. Auch stieg er einmal in eine Zisterne hinab und erschlug darin einen Löwen an einem Tage, an dem Schnee gefallen war.
Auch erschlug er einen Ägypter von riesiger Größe, der einen Speer in der Hand hatte; er aber ging mit einem Stecken auf ihn los, riß dem Ägypter den Speer aus der Hand und tötete ihn mit seinem eigenen Speer.
Das tat Benaja, der Sohn Jojadas; er besaß hohes Ansehen unter den dreißig Rittern
und war der geehrteste unter den Dreißig, aber an die drei Helden reichte er nicht heran. David stellte ihn an die Spitze seiner Leibwache.
Eine Liste anderer Helden Davids
Zu den dreißig gehörten: Asahel, der Bruder Joabs; Elhanan aus Bethlehem, der Sohn Dodos;
Samma aus Harod; Elika aus Harod;
Helez aus Pelet; Ira, der Sohn des Ikkes, aus Thekoa;
Abieser aus Anathoth; Mebunnai aus Husa;
Zalmon aus Ahoah; Maharai aus Netopha;
Heleb, der Sohn Baanas, aus Netopha; Itthai, der Sohn Ribais, aus Gibea im Stamme Benjamin;
Benaja aus Pirathon; Hiddai aus Nahale-Gaas;
Abi-Albon aus Beth-Araba; Asmaweth aus Bahurim;
Eljahba aus Saalbon; Jasen, der Gunit;
Jonathan, der Sohn Sammas, aus Harar; Ahiam, der Sohn Sarars, aus Harar;
Eliphelet, der Sohn Ahasbais, aus Beth-Maacha; Eliam, der Sohn Ahithophels, aus Gilo;
Hezrai aus Karmel; Paarai, der Arkiter;
Jigal, der Sohn Nathans, aus Zoba; Bani aus Gad;
Zelek, der Ammoniter; Naharai aus Beeroth, der Waffenträger Joabs, des Sohnes der Zeruja;
Ira aus Jatthir; Gareb aus Jatthir;
Uria, der Hethiter: zusammen siebenunddreißig.
Der Zorn des HERRN aber entbrannte aufs neue gegen Israel, so daß er David gegen das Volk reizte durch die Aufforderung: »Auf! Nimm eine Zählung in Israel und Juda vor!«
Da befahl der König seinem Heerführer Joab : »Durchwandre alle Stammgebiete Israels von Dan bis Beerseba und nehmt eine Volkszählung vor, damit ich die Zahl des Volkes erfahre!«
Joab antwortete dem König: »Der HERR, dein Gott, möge das Volk, so zahlreich es auch schon ist, noch hundertmal zahlreicher werden lassen, und mein Herr, der König, möge das selbst noch mit eigenen Augen schauen! Aber warum trägt mein Herr, der König, Verlangen nach einer derartigen Vornahme?«
Doch der Befehl des Königs blieb trotz den Vorstellungen Joabs und der Heeresobersten bestehen, und so machte sich denn Joab mit den Heeresobersten auf Geheiß des Königs daran, die Volkszählung in Israel vorzunehmen.
Sie gingen also über den Jordan und lagerten sich bei Aroer rechts von der Stadt, die inmitten des Flußtales liegt, in der Richtung nach Gad und nach Jaser hin.
Dann begaben sie sich nach Gilead und bis zum Lande der Hethiter gegen Kades hin; hierauf gelangten sie nach Dan, bogen hierauf um nach Sidon zu,
kamen alsdann zu der festen Stadt Tyrus und zu allen Ortschaften der Hewiter und Kanaanäer und begaben sich schließlich in das Südland von Juda, nach Beerseba.
Nachdem sie so das ganze Land durchzogen hatten, kehrten sie nach Verlauf von neun Monaten und zwanzig Tagen nach Jerusalem zurück.
Da teilte Joab dem König das Ergebnis der Volkszählung mit, und zwar belief sich die Zahl der kriegstüchtigen, schwertbewaffneten Männer in Israel auf 800000, in Juda auf 500000 Mann.
Nachdem aber David die Volkszählung hatte vornehmen lassen, schlug ihm das Gewissen; daher betete er zum HERRN: »Ich habe mich durch mein Tun schwer versündigt; doch laß nun, o HERR, deinem Knecht seine Verschuldung ungestraft hingehen, denn ich habe in großer Verblendung gehandelt!«
Als aber David am folgenden Morgen aufstand, erging das Wort des HERRN an den Propheten Gad, den Seher Davids, folgendermaßen:
»Gehe hin und sage zu David: ›So hat der HERR gesprochen: Dreierlei lege ich dir vor: wähle dir eins davon, damit ich es an dir zur Ausführung bringe!‹«
Da begab sich Gad zu David, teilte es ihm mit und sagte zu ihm: »Sollen dir zur Strafe drei Jahre Hungersnot über dein Land kommen? Oder willst du drei Monate lang vor deinen Feinden fliehen müssen und von ihnen verfolgt werden? Oder soll die Pest drei Tage lang in deinem Lande sein? Nun gehe mit dir zu Rat und überlege, welche Antwort ich dem bringen soll, der mich gesandt hat.«
Da sagte David zu Gad: »Mir ist sehr bange! Wir wollen aber lieber in die Hand des HERRN fallen, denn sein Erbarmen ist groß; aber in die Hand von Menschen möchte ich nicht fallen!«
Da ließ der HERR eine Pest über Israel kommen vom Morgen an bis zum Nachmittag, und es starben aus dem Volke von Dan bis Beerseba siebzigtausend Menschen.
Als aber der Engel seine Hand gegen Jerusalem ausstreckte, um es zu vernichten, da gereute den HERRN das Unheil, und er gebot dem Engel, der das Unglück unter dem Volke anzurichten hatte: »Es ist genug so! Laß jetzt deine Hand ruhen!« Der Engel des HERRN befand sich aber gerade bei der Tenne des Jebusiters Arawna.
Als nun David den Engel sah, der das Sterben unter dem Volke anrichtete, rief er, zum HERRN betend, aus: »Ach, ich bin’s ja, der gesündigt hat, und ich habe mich vergangen! Diese Herde aber – was hat sie verschuldet? Laß doch deine Hand mich und meine Familie treffen!«
An jenem Tage kam dann Gad zu David und sagte zu ihm: »Gehe hinauf und errichte dem HERRN einen Altar auf der Tenne des Jebusiters Arawna!«
Da begab sich David nach der Aufforderung Gads, dem Befehl des HERRN gehorsam, hinauf.
Als nun Arawna von oben her ausschaute und den König mit seinen Dienern auf sich zukommen sah , trat er hinaus und verneigte sich vor David mit dem Angesicht bis zur Erde.
Hierauf fragte Arawna: »Warum kommt mein Herr, der König, zu seinem Knecht?« David antwortete: »Um die Tenne von dir zu kaufen; ich will hier dem HERRN einen Altar errichten, damit dem Sterben unter dem Volk Einhalt getan wird.«
Da sagte Arawna zu David: »Mein Herr, der König, nehme sie hin und opfere, was ihm beliebt! Die Rinder hier stehen als Brandopfer und die Dreschschlitten nebst den Geschirren der Rinder als Brennholz zu deiner Verfügung:
das alles, o König, macht Arawna dem Könige zum Geschenk.« Dann fuhr er fort: »Der HERR, dein Gott, wolle dir gnädig sein!«
Aber der König erwiderte dem Arawna: »Nein! Käuflich will ich es von dir erwerben für den vollen Preis; denn ich mag dem HERRN, meinem Gott, keine Brandopfer darbringen, die mir geschenkt sind.« So kaufte denn David die Tenne und die Rinder für den Preis von fünfzig Schekeln Silber.
David erbaute alsdann dem HERRN dort einen Altar und brachte Brandopfer und Heilsopfer dar; hierauf wandte der HERR dem Lande seine Gnade wieder zu, und das Sterben unter den Israeliten erreichte sein Ende.
Vertiefung
Kernsatz des Tages
Selbst dort, wo Schuld, Gericht und Zerbrechlichkeit sichtbar werden, hält Gottes Treue die Geschichte offen.
Verdichteter Impuls
Die letzten Kapitel von 2. Samuel sammeln nicht einfach Ereignisse. Sie legen offen, was ein Menschenleben vor Gott wirklich trägt: nicht Stärke, nicht Erfolg, nicht ein makelloser Weg.
Verlangsamungsfrage
Wo halte ich an etwas fest, das ich lieber vor Gott hinlegen sollte?
Dein Schritt für heute
Vielleicht nimmst du dir einen stillen Moment und sprichst nur dieses eine Wort: Erbarme dich.
Folgendetails
Personen in dieser Folge
Zu hören: Samuel Glöggl.
Weitergehen
Weitere Podcasts von Samuel Glöggl: Katechismus in einem Jahr, Von der inneren Regierung oder direkt diese Arbeit mittragen.