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Richter 5–8 · Tag 56

Gott rettet durch Schwache und bewahrt durch Demut, damit der Sieg in Anbetung mündet.

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  5. 21:57 Lesung: Richter 8 bis 29:01
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An jenem Tage sangen Debora und Barak, der Sohn Abinoams, folgendes Lied:

Der Leitgedanke und die Aufforderung an die Hörer

Daß Führer an der Spitze standen in Israel,
daß das Volk sich willig zeigte: drob preiset den HERRN!
Hört zu, ihr Könige! Merkt auf, ihr Fürsten!
Ich will, ja, ich will dem HERRN lobsingen,
will spielen dem HERRN, dem Gott Israels!

Gott naht im Gewitter

HERR, als du auszogst von Seir,
als du schrittest von Edoms Gefilden her,
da bebte die Erde, es troffen die Himmel,
ja, die Wolken troffen von Wasser;
die Berge wankten vor dem HERRN,
der Sinai dort vor dem HERRN, dem Gott Israels .

Die betrübenden bisherigen Verhältnisse

In den Tagen Samgars, des Sohnes Anaths ,
in den Tagen Jaels waren öde die Straßen,
und die Wegewandrer gingen auf krummen Pfaden ;
es fehlte an Führern in Israel, gebrach,
bis du auftratst, Debora,
auftratst, eine Mutter in Israel.
Man wählte sich neue Götter;
damals war Kampf schon vor den Toren,
und weder Schild noch Lanze war zu sehn
bei Vierzigtausenden in Israel.

Die glückliche Gegenwart

Mein Herz gehört den Führern Israels,
denen, die willig sich zeigten im Volk: – preiset den HERRN!
Die ihr reitet auf weißglänzenden Eselinnen, die ihr sitzet auf Teppichen
und die zu Fuß ihr wandert: erzählt es euch!
Horch! … zwischen den Tränkrinnen!
Dort preist man die Heilstaten des HERRN,
die Heilstaten seiner Führerschaft in Israel.
Da zog das Volk des HERRN zu den Toren hinab.

Israels Stämme in der Schlacht

Wach auf, erwache, Debora!
Wach auf, erwache und stimme den Sang an!
Erhebe dich, Barak, und fange deine Fänger, Sohn Abinoams!
Da zog Israel hinab samt seinen Edlen;
das Volk des HERRN zog hinab als Heldenschar.
Aus Ephraim kamen die, deren Stammsitz unter Amalek ist,
hinter ihnen Benjamin mit seinen Scharen;
aus Machir zogen Gebieter hinab
und aus Sebulon die Träger des Führerstabs,
und die Fürsten in Issaschar mit Debora
und wie Issaschar so Barak :
in die Ebene stürmte er hin zu Fuß.
An Rubens Bächen fanden schwere Erwägungen statt:
»Warum bliebst du zwischen den Hürden sitzen,
um das Herdengeblök zu hören?«
An Rubens Bächen fanden schwere Erwägungen statt.
Gliead blieb ruhig jenseits des Jordans,
und Dan – warum weilte er bei den Schiffen?
Asser saß still am Gestade des Meeres
und blieb ruhig an seinen Buchten;
aber Sebulon ist ein Volk, das sein Leben dem Tode preisgibt,
auch Naphthali auf den Höhen seines Gefildes.

Die Schlacht

Könige kamen und stritten;
damals stritten die Könige Kanaans
bei Thaanach an den Wassern Megiddos:
Beute an Silber gewannen sie nicht.
Vom Himmel her stritten die Sterne,
von ihren Bahnen her stritten sie gegen Sisera.
Der Kisonbach spülte sie weg,
der alte Schlachtenbach, der Kisonbach:
tritt sie nieder, meine Seele, mit aller Kraft!
Damals stampften die Hufe der Rosse
vom Rennen, dem Rennen ihrer Helden.
»Verfluchet Meros!« ruft der Engel des HERRN,
»ja, fluchet seinen Bewohnern!
Denn sie sind dem HERRN nicht zu Hilfe gekommen,
dem HERRN nicht zu Hilfe unter den Helden!«

Die Großtat der Jael

Gepriesen vor allen Weibern sei Jael,
das Weib des Keniters Heber,
vor den Weibern im Zelt gepriesen!
Um Wasser bat er, Milch gab sie,
im Ehrenbecher reichte sie Sahne.
Ihre Hand streckte sie aus nach dem Zeltpflock,
ihre Rechte nach einem Arbeitshammer,
hämmerte los auf Sisera, zermalmte sein Haupt,
zerschmetterte und durchbohrte ihm die Schläfe;
zu ihren Füßen brach er zusammen, sank hin, lag da;
zu ihren Füßen brach er zusammen, sank hin:
wo er zusammenbrach, blieb entseelt er liegen.

In Siseras Hause

Durchs Fenster spähte sie aus und rief in Angst,
Siseras Mutter, durchs Gitter hindurch:
»Warum zaudert sein Wagen heimzukommen?
Warum säumt der Hufschlag seiner Gespanne?«
Die klügste ihrer Edelfrauen erwidert ihr,
und auch sie selbst gibt sich die Antwort:
»Sicherlich haben sie Beute zu teilen gefunden,
eine Dirne, zwei Dirnen für jeden Mann,
Beute an bunten Stoffen für Sisera,
Beute an buntgestickten Gewändern,
farbiges Zeug, ein Paar gestickte Tücher für den Hals der Herrin.«

Der Abgesang

So müssen umkommen alle deine Feinde, HERR!
Doch die ihn lieben,
sind wie der Sonne Aufgang in ihrer Kraft . –

Darauf hatte das Land vierzig Jahre lang Ruhe.

Als dann die Israeliten wiederum taten, was dem HERRN mißfiel, gab der HERR sie sieben Jahre lang in die Gewalt der Midianiter;
und die Hand der Midianiter lag schwer auf Israel. Um sich der Midianiter zu erwehren, richteten die Israeliten sich die Schlupfwinkel ein, die sich in den Bergen befinden, und legten die Höhlen und die Bergfesten an.
Denn sooft die Israeliten gesät hatten, zogen die Midianiter, die Amalekiter und die übrigen Horden des Ostens gegen sie heran,
lagerten sich gegen sie im Lande und verwüsteten den Ertrag der Felder bis nach Gaza hin und ließen keine Lebensmittel in Israel übrig, auch kein Kleinvieh, keine Rinder und Esel;
denn wenn sie mit ihren Herden und Zelten heranzogen, kamen sie so zahlreich wie Heuschreckenschwärme, so daß sie selbst und ihre Kamele nicht zu zählen waren; und wenn sie eingedrungen waren, verheerten sie das Land.
Als Israel so von den Midianitern arg mitgenommen wurde, schrien die Israeliten zum HERRN um Hilfe.

Als nun die Israeliten den HERRN um Hilfe gegen die Midianiter angerufen hatten,
sandte der HERR einen Propheten zu den Israeliten, der zu ihnen sagte: »So hat der HERR, der Gott Israels, gesprochen: ›Ich selbst habe euch aus Ägypten hergebracht und euch aus dem Hause der Knechtschaft herausgeführt;
ich habe euch aus der Hand der Ägypter und aus der Gewalt aller eurer Bedrücker errettet und sie vor euch her vertrieben und euch ihr Land gegeben
und habe zu euch gesagt: Ich, der HERR, bin euer Gott: ihr dürft die Götter der Amoriter, in deren Lande ihr wohnt, nicht verehren! Aber ihr habt nicht auf meine Mahnung gehört.‹«

Da kam der Engel des HERRN und setzte sich unter die Terebinthe in Ophra, die dem Abiesriten Joas gehörte, während dessen Sohn Gideon gerade Weizen in der Kelter ausklopfte, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen.
Diesem erschien also der Engel des HERRN und redete ihn mit den Worten an: »Der HERR ist mit dir, du tapferer Held!«
Gideon antwortete ihm: »Mit Verlaub , mein Herr! Wenn der HERR wirklich mit uns wäre, wie hätte uns da dies alles widerfahren können? Und wo sind alle seine Wundertaten, von denen unsere Väter uns erzählt haben, indem sie sagten: ›Der HERR ist es gewesen, der uns aus Ägypten hergeführt hat!‹? Jetzt aber hat der HERR uns verstoßen und uns in die Hand der Midianiter fallen lassen!«
Da wandte der HERR sich ihm zu und sagte: »Gehe hin in dieser deiner Kraft und rette Israel aus der Gewalt der Midianiter! Ich sende dich ja!«
Er aber entgegnete ihm: »Mit Verlaub , mein Herr! Wie könnte ich Israel erretten, da doch mein Geschlecht das geringste in Manasse ist und ich der Jüngste in meines Vaters Hause bin?«
Da antwortete ihm der HERR: »Ich werde ja mit dir sein, und du sollst die Midianiter schlagen wie einen einzelnen Mann.«
Da entgegnete er ihm: »Wenn du mir wirklich gnädig gesinnt bist, so gib mir ein Zeichen, daß du selbst es bist, der mit mir redet!
Entferne dich doch nicht von hier, bis ich zu dir zurückkehre und eine Gabe von mir herausbringe und sie dir vorsetze!« Da antwortete er: »Ich will hier sitzen bleiben, bis du wiederkommst.«

Darauf ging Gideon ins Haus hinein und richtete ein Ziegenböckchen zu und ungesäuerte Kuchen von einem Epha Mehl; das Fleisch legte er in einen Korb, und die Brühe tat er in einen Topf und brachte es dann zu ihm hinaus unter die Terebinthe und setzte es ihm vor.
Doch der Engel Gottes sagte zu ihm: »Nimm das Fleisch und die ungesäuerten Kuchen, lege sie auf den Felsen drüben und gieße die Brühe darüber aus!« Als er es getan hatte,
streckte der Engel des HERRN den Stab aus, den er in der Hand hatte, und berührte mit der Spitze das Fleisch und die ungesäuerten Kuchen; da schlug Feuer aus dem Gestein hervor und verzehrte das Fleisch und die Kuchen; der Engel des HERRN aber war vor seinen Augen verschwunden.
Da erkannte Gideon, daß es der Engel des HERRN gewesen war, und er rief aus: »Wehe, HERR mein Gott! Ach, ich habe den Engel des HERRN von Angesicht zu Angesicht gesehen!«
Aber der HERR antwortete ihm: »Friede dir ! Fürchte nichts! Du wirst nicht sterben!«
Darauf erbaute Gideon dort dem HERRN einen Altar und nannte ihn: »Der HERR ist Heil!« Bis auf den heutigen Tag steht er noch in Ophra, dem Wohnort der Abiesriten.

In derselben Nacht gebot ihm dann der HERR: »Nimm den jungen Stier, den dein Vater hat, und außerdem den zweiten siebenjährigen Stier, reiße den Altar Baals, der deinem Vater gehört, nieder und haue den Götzenbaum um, der daneben steht!
Dann baue dem HERRN, deinem Gott, auf der höchsten Stelle dieser Bergfeste einen Altar aus aufgeschichteten Steinen und nimm den Stier und bringe ihn als Brandopfer dar mit dem Holz des Götzenbaumes, den du umhauen sollst!«
Da nahm Gideon zehn Männer von seinen Knechten und tat, wie der HERR ihm befohlen hatte; weil er sich aber vor seiner Familie und vor den Leuten der Stadt fürchtete, es bei Tage zu tun, tat er es bei Nacht.

Als nun die Männer der Stadt am nächsten Morgen aufstanden, fanden sie den Altar Baals niedergerissen und den Götzenbaum, der daneben gestanden hatte, umgehauen; der Stier aber war als Brandopfer auf dem neuerbauten Altar dargebracht worden.
Da fragten sie einer den andern: »Wer hat das getan?«, und als sie dann nachforschten und sich erkundigten, hieß es: »Gideon, der Sohn des Joas, hat das getan.«
Da sagten die Männer der Stadt zu Joas: »Gib deinen Sohn heraus: er muß sterben, weil er den Altar Baals niedergerissen und den heiligen Baum, der danebenstand, umgehauen hat!«
Aber Joas entgegnete allen, die bei ihm standen: »Wollt ihr etwa für Baal streiten, oder wollt ihr für ihn eintreten? Wer für ihn streitet, soll noch diesen Morgen sterben! Wenn Baal ein Gott ist, so mag er für sich selbst eintreten, weil man seinen Altar niedergerissen hat!«
Daher gab man ihm an jenem Tage den Namen »Jerubbaal« , indem man sagte: »Baal möge gegen ihn streiten, weil er seinen Altar niedergerissen hat.«

Als sich nun alle Midianiter, dazu auch die Amalekiter und die Horden des Ostens insgesamt vereinigt und sich nach Überschreitung in der Ebene Jesreel gelagert hatten,
kam der Geist des HERRN über Gideon, so daß er in die Posaune stieß, worauf die Abiesriter seinem Aufgebot folgten.
Er sandte dann Boten in ganz Manasse umher, und auch dieser Stamm folgte seinem Ruf; ebenso sandte er Boten durch Asser, durch Sebulon und durch Naphthali, und auch diese Stämme zogen zur Hilfeleistung heran.

Nun sagte Gideon zu Gott: »Willst du wirklich Israel durch meine Hand erretten, wie du verheißen hast –
gut, so will ich ein Schaffel auf der Tenne ausbreiten; wenn dann der Tau bloß auf dem Fell liegen wird, der ganze übrige Boden aber trocken bleibt, so will ich daran erkennen, daß du Israel durch meine Hand erretten willst, wie du verheißen hast.«
Und so geschah es: als er am andern Morgen früh das Fell ausdrückte, preßte er Tau aus dem Fell, eine ganze Schale voll Wasser.
Darauf sagte Gideon zu Gott: »Gerate nicht in Zorn gegen mich, wenn ich nur diesmal noch rede! Laß mich nur noch diesmal einen Versuch mit dem Fell machen: das Fell allein möge trocken bleiben, auf dem ganzen übrigen Boden aber Tau liegen!«
Da ließ Gott es in jener Nacht so geschehen: das Fell allein blieb trocken, während sonst auf dem Boden überall Tau lag.

Da machte sich Jerubbaal, das ist Gideon, in der Frühe mit der gesamten Mannschaft, die bei ihm war, auf den Weg und lagerte sich bei der Quelle Harod, so daß sich das Lager der Midianiter nördlich von ihm in der Ebene nach dem Hügel More hin befand.

Da sagte der HERR zu Gideon: »Das Volk, das du bei dir hast, ist zu zahlreich, als daß ich die Midianiter in ihre Gewalt geben sollte; die Israeliten könnten sich sonst mir gegenüber rühmen und behaupten: ›Wir haben uns durch eigene Kraft gerettet!‹
Darum laß vor dem Volk laut ausrufen: ›Wer sich fürchtet und Angst hat, der kehre um !‹« Da zogen 22000 Mann von dem Kriegsvolk ab, und 10000 blieben zurück.
Der HERR aber sagte zu Gideon: »Das Volk ist immer noch zu zahlreich; führe sie hinab ans Wasser: dort will ich sie dir sichten; und von wem ich dir dann sagen werde: ›Dieser soll mit dir ziehen!‹, der soll dich begleiten; aber jeder, von dem ich dir sage: ›Dieser soll nicht mit dir ziehen!‹, der soll dich nicht begleiten!«
Als nun Gideon die Leute an das Wasser hinabgeführt hatte, sagte der HERR zu ihm: »Jeden, der das Wasser mit der Zunge leckt, wie die Hunde es machen, den stelle besonders, und ebenso jeden, der niederkniet, um zu trinken.«
Es belief sich aber die Zahl derer, die das Wasser geleckt hatten, auf dreihundert Mann; alle übrigen hatten sich auf die Knie niedergelassen, um Wasser zu trinken.
Darauf sagte der HERR zu Gideon: »Durch die dreihundert Mann, die geleckt haben, will ich euch erretten und die Midianiter in deine Hand geben; alle übrigen Leute aber sollen ein jeder in seinen Wohnort zurückkehren!«
Da behielten sie den Mundvorrat der Leute und deren Posaunen bei sich zurück, alle übrigen israelitischen Männer aber entließ er, einen jeden in seine Heimat; nur die dreihundert Mann behielt er bei sich. Das Lager der Midianiter aber befand sich unterhalb von ihm in der Ebene.

In derselben Nacht nun gebot ihm der HERR: »Mache dich auf, ziehe gegen das Lager hinab! Denn ich habe es in deine Hand gegeben.
Fürchtest du dich aber hinabzuziehen, so steige mit deinem Knappen Pura zum Lager hinab;
wenn du dann belauscht hast, was man dort redet, wirst du alsdann den Mut in dir fühlen, gegen das Lager hinabzuziehen.« Da begab er sich mit seinem Knappen Pura hinab bis zu den Kriegern am äußersten Rande des Lagers.
Die Midianiter aber sowie die Amalekiter und die sämtlichen Horden aus dem Osten hatten sich in der Ebene gelagert so zahllos wie Heuschreckenschwärme, und die Menge ihrer Kamele war unzählbar wie der Sand am Gestade des Meeres.
Als nun Gideon dort ankam, erzählte ein Mann gerade seinem Kameraden einen Traum mit den Worten: »Denke dir: ich habe einen Traum gehabt! Ich sah, wie ein hartgebackenes Gerstenbrot in das midianitische Lager rollte, bis es an ein Zelt kam und dieses so traf, daß es umfiel: es wurde umgestürzt, das Unterste zuoberst, und so lag das Zelt da.«
Da antwortete der andere: »Das bedeutet nichts anderes als das Schwert des Israeliten Gideon, des Sohnes des Joas! Gott hat die Midianiter und unser ganzes Lager in seine Hand gegeben!«
Als nun Gideon die Erzählung von dem Traum und seine Deutung gehört hatte, warf er sich danksagend auf die Knie nieder, kehrte dann ins israelitische Lager zurück und rief: »Auf! Der HERR hat das Lager der Midianiter in eure Hand gegeben!«

Hierauf teilte er seine dreihundert Mann in drei Abteilungen und gab ihnen allen Posaunen in die Hand und leere Krüge, in denen sich aber Fackeln befanden.
Dann befahl er ihnen: »Achtet darauf, wie ich es mache, und macht es ebenso! Was ich tun werde, sobald ich unmittelbar vor dem Lager angekommen bin, das tut auch ihr!
Wenn ich also samt allen Leuten, die zu meiner Abteilung gehören, in die Posaune stoße, so stoßt auch ihr in die Posaunen rings um das ganze Lager und ruft: ›Für den HERRN und für Gideon!‹«

Als nun Gideon mit den hundert Mann, die seine Abteilung bildeten, bei Beginn der mittleren Nachtwache – soeben hatte man die Wachen aufgestellt – unmittelbar vor dem Lager angekommen war, stießen sie in die Posaunen und zerschlugen die Krüge, die sie in der Hand hatten;
und zwar stießen die drei Abteilungen gleichzeitig in die Posaunen und zerschlugen die Krüge, nahmen dann die Fackeln in die linke Hand und die Posaunen in die rechte, um hineinzustoßen, und schrien: »Schwert für den HERRN und für Gideon!«
Dabei blieben sie ein jeder ruhig an seiner Stelle rings um das Lager herum stehen. Da geriet das ganze Lager in Bewegung, alles schrie und suchte zu fliehen;
als jene dann aber in die dreihundert Posaunen stießen, richtete der HERR das Schwert eines jeden gegen den andern, und zwar im ganzen Lager, und das Heerlager floh bis Beth-Sitta nach Zerera hin, bis an das Ufer von Abel-Mehola bei Tabbath.

Nun wurden die Mannschaften der Israeliten aus den Stämmen Naphthali, Asser und ganz Manasse aufgeboten und verfolgten die Midianiter.
Auch hatte Gideon Boten im ganzen Berglande Ephraim umhergesandt mit der Aufforderung: »Kommt herab den Midianitern entgegen und schneidet ihnen das Wasser ab bis Beth-Bara und den Übergang über den Jordan!« Da folgten alle Männer vom Stamm Ephraim dem Rufe und schnitten ihnen das Wasser ab bis Beth-Bara und den Übergang über den Jordan.
Auch nahmen sie die beiden midianitischen Fürsten Oreb und Seeb gefangen und hieben Oreb am Rabenfelsen nieder und erschlugen Seeb bei der Wolfskelter . Nach der Verfolgung der Midianiter aber brachten sie die Köpfe Orebs und Seebs zu Gideon auf die andere Seite des Jordans.

Die Mannschaft der Ephraimiten aber sagte zu ihm: »Warum hast du uns das zuleide getan, daß du uns nicht gleich gerufen hast, als du zum Kampf gegen die Midianiter auszogst?« und machte ihm schwere Vorwürfe.
Doch er entgegnete ihnen: »Was habe ich denn jetzt geleistet im Vergleich mit euch? Ist nicht die Nachlese Ephraims ergiebiger als die Weinlese Abiesers?
In eure Hand hat ja Gott die Häuptlinge der Midianiter, Oreb und Seeb, fallen lassen. Was habe ich also im Vergleich mit euch zu leisten vermocht?« Durch diese Worte, die er an sie richtete, wurde ihr Unwille gegen ihn beschwichtigt.

Gideons Bitte in Sukkoth und Pnuel unfreundlich zurückgewiesen

Als nun Gideon an den Jordan gekommen und mit seinen dreihundert Mann, erschöpft von der Verfolgung, übergesetzt war,
bat er die Einwohner von Sukkoth: »Gebt doch den Leuten, die mir folgen, einige Laibe Brot , denn sie sind erschöpft; und ich bin auf der Verfolgung der Midianiterkönige Sebah und Zalmunna.«
Aber die Vorsteher von Sukkoth antworteten: »Hast du etwa die Faust Sebahs und Zalmunnas schon in deiner Hand, daß wir deiner Mannschaft Brot geben sollten?«
Da erwiderte Gideon: »Nun gut! Wenn der HERR den Sebah und Zalmunna in meine Gewalt gegeben hat, will ich euch den Leib mit Wüstendornen und Stechdisteln zerdreschen!«
Er zog dann von dort weiter nach Pnuel hinauf und richtete an sie die gleiche Bitte; aber die Einwohner von Pnuel gaben ihm dieselbe Antwort wie die Leute von Sukkoth.
Da erklärte er auch den Einwohnern von Pnuel: »Wenn ich wohlbehalten zurückkomme, will ich den Turm hier niederreißen!«

Gideon nimmt die beiden Könige gefangen und rächt sich an den beiden unfreundlichen Städten

Sebah und Zalmunna aber befanden sich mit ihren Heeren in Karkor, etwa 15000 Mann, alle, die von dem gesamten Heere der Horden des Ostens übriggeblieben waren; denn 120000 Mann hatten den Tod gefunden, lauter schwertbewaffnete Männer.
Gideon zog nun auf der Karawanenstraße östlich von Nobah und Jogbeha heran und überfiel das Heer, das in seinem Lager keine Gefahr ahnte.
Sebah und Zalmunna flohen, er aber verfolgte sie und nahm die beiden midianitischen Könige Sebah und Zalmunna gefangen; das ganze Heer aber hatte er zersprengt.

Als dann Gideon, der Sohn des Joas, von der Anhöhe von Heres her aus dem Kampf zurückkehrte,
griff er einen jungen Mann auf, der in Sukkoth zu Hause war, und fragte ihn aus; dieser mußte ihm die Namen der Vorsteher von Sukkoth und der dortigen Ältesten aufschreiben, siebenundsiebzig Personen.
Als er dann in Sukkoth ankam, sagte er zu den Männern dort: »Hier sind nun Sebah und Zalmunna, derentwegen ihr mich verhöhnt habt mit der Frage: ›Hast du etwa die Faust Sebahs und Zalmunnas schon in deiner Hand, daß wir deinen erschöpften Leuten Brot geben sollten?‹«
Darauf ließ er die Ältesten des Orts ergreifen, nahm Wüstendornen und Stechdisteln und ließ damit den Männern von Sukkoth einen Denkzettel geben.
Den Turm in Pnuel aber zerstörte er und ließ die Männer der Stadt niederhauen.

Gideon übt an den beiden Midianiterkönigen Blutrache

Darauf fragte er Sebah und Zalmunna: »Wie sahen die Männer aus, die ihr am Thabor erschlagen habt?« Sie antworteten: »Ganz wie du, so sahen sie aus, ein jeder wie ein Königssohn an Wuchs.«
Da rief aus: »Das waren meine Brüder, die Söhne meiner Mutter! So wahr der HERR lebt: hättet ihr sie am Leben gelassen, so wollte ich euch auch nicht ums Leben bringen!«
Hierauf sagte er zu seinem erstgeborenen Sohne Jether: »Auf! Haue sie nieder!« Aber der Knabe zog sein Schwert nicht, denn er fürchtete sich, weil er noch zu jung war.
Da sagten Sebah und Zalmunna: »Stehe du auf und stoße uns nieder! Denn wie der Mann, so seine Kraft«. Da stand Gideon auf und hieb Sebah und Zalmunna nieder; die kleinen Monde aber, die ihre Kamele am Halse trugen, nahm er für sich.

Hierauf baten die Israeliten den Gideon: »Sei unser König, sowohl du als auch dein Sohn und deines Sohnes Sohn! Denn du hast uns aus der Gewalt der Midianiter befreit.«
Aber Gideon antwortete ihnen: »Ich will nicht euer König sein, und mein Sohn soll auch nicht über euch herrschen: der HERR soll euer König sein!«
Dann fuhr er fort: »Eine Bitte möchte ich an euch richten: gebt mir ein jeder die Ringe, die er erbeutet hat!« Die Midianiter hatten nämlich goldene Ringe getragen, weil sie Ismaeliter waren.
Da antworteten sie: »Gewiß, die wollen wir dir gern geben.« Da breiteten sie einen Mantel aus, und ein jeder warf die von ihm erbeuteten Ringe darauf.
Es betrug aber das Gewicht der goldenen Ringe, die er sich erbeten hatte, 1700 Schekel Gold, abgesehen von den kleinen Monden und den Ohrgehängen und den Purpurgewändern, welche die midianitischen Könige getragen hatten, und abgesehen von den Halsketten, die an den Hälsen ihrer Kamele gehangen hatten.
Gideon ließ dann daraus einen kostbaren Ephod anfertigen und stellte diesen in seinem Wohnort Ophra auf; und ganz Israel trieb dort Abgötterei mit ihm, so daß er für Gideon und sein Haus zum Fallstrick wurde. –
Die Midianiter aber waren von den Israeliten gedemütigt worden, so daß sie das Haupt nicht mehr hochtragen konnten; und das Land hatte vierzig Jahre lang Ruhe, solange Gideon lebte.

Hierauf ging Jerubbaal , der Sohn des Joas, hin und lebte ruhig in seinem Hause.
Gideon hatte aber siebzig vollbürtige Söhne, denn er hatte viele Frauen;
auch von seinem Nebenweibe, die in Sichem wohnte, hatte er einen Sohn, dem er den Namen Abimelech gab.
Gideon, der Sohn des Joas, starb dann in hohem Alter und wurde im Grabe seines Vaters Joas zu Ophra, dem Wohnort der Abiesriten, beigesetzt.

Nach Gideons Tode aber trieben die Israeliten wiederum Götzendienst mit den Baalen und machten den Bundesbaal zu ihrem Gott;
denn die Israeliten dachten nicht mehr an den HERRN, ihren Gott, der sie aus der Gewalt aller ihrer Feinde ringsum errettet hatte;
auch bewiesen sie sich nicht dankbar gegen das Haus Jerubbaal-Gideons für alles Gute, das er an Israel getan hatte.

Vertiefung

Kernsatz des Tages

Dankbarkeit ist ein Gedächtnis für Gott, das das Herz im Erfolg bewahrt.

Verdichteter Impuls

Manches beginnt mit einem Lied: nicht, weil alles leicht wäre, sondern weil Gottes Eingreifen wirklich war. Wo Rettung geschieht, entsteht ein Raum, in dem Gott wieder als Handelnder erkannt wird.

Verlangsamungsfrage

Wo in mir hat sich nach einer Hilfe Gottes der Blick unmerklich von ihm weg verschoben?

Dein Schritt für heute

Nimm dir kurz Zeit, lege eine Hand auf die Brust und flüstere einmal: „Herr, das warst du“—mit einem konkreten Anlass vor Augen.

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Folgendetails

Richter 5-8Veröffentlicht am 25. Februar 2026Laufzeit 30 Min. 12 Sek.

Personen in dieser Folge

Samuel Glöggl

Zu hören: Samuel Glöggl.

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