5. Mose 29–34 · Tag 48
Am Ende von Moses Weg leuchtet Gottes Nähe auf: sein Wort ist nah, damit wir leben.
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Mose berief also alle Israeliten und sagte zu ihnen: »Ihr habt selbst alles gesehen, was der HERR vor euren Augen im Lande Ägypten dem Pharao und allen seinen Knechten und seinem ganzen Lande hat widerfahren lassen:
die großen Machterweise, die du mit eigenen Augen gesehen hast, jene großen Zeichen und Wunder.
Aber bis auf den heutigen Tag hat der HERR euch kein Herz zum Erkennen, keine Augen zum Sehen und keine Ohren zum Hören gegeben.
Und doch habe ich euch vierzig Jahre lang in der Wüste wandern lassen: eure Kleider sind euch dabei nicht am Leibe zerfallen, und deine Schuhe haben sich an deinen Füßen nicht abgenutzt;
ihr habt kein Brot zu essen gehabt und keinen Wein und kein starkes Getränk getrunken, weil ihr erkennen solltet, daß ich der HERR, euer Gott, bin.
Als ihr dann in diese Gegend gelangtet, zogen Sihon, der König von Hesbon, und Og, der König von Basan, uns zum Kampf entgegen, aber wir schlugen sie
und eroberten ihr Land und gaben es den Stämmen Ruben und Gad und dem halben Stamm Manasse zum Erbbesitz.
So beobachtet denn die Bestimmungen dieses Bundes und befolgt sie, damit ihr bei allen euren Unternehmungen glücklichen Erfolg habet!«
»Ihr steht heute allesamt vor dem HERRN, eurem Gott: eure Stammeshäupter, eure Richter , eure Ältesten und Obmänner, alle Männer Israels,
eure Kinder, eure Weiber und die Nichtisraeliten, die sich bei dir inmitten deines Lagers befinden, von den Holzhauern an bis zu den Wasserträgern bei dir,
damit du in den Bund mit dem HERRN, deinem Gott, und zwar in seine Eidgemeinschaft eintretest, den der HERR, dein Gott, heute mit dir schließt,
weil er dich heute zu seinem Volk einsetzen und er dein Gott sein will, wie er dir zugesagt und wie er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat.
Aber nicht mit euch allein schließe ich diesen Bund und diesen Fluchvertrag,
sondern sowohl mit denen, die heute hier mit uns vor dem HERRN, unserm Gott, stehen, als auch mit denen, die heute noch nicht mit uns hier zugegen sind.«
»Ihr wißt ja selbst, wie wir im Lande Ägypten gewohnt haben und wie wir mitten durch die Völker gezogen sind, die ihr durchzogen habt;
und ihr habt ihre Scheusale und Götzen von Holz und Stein, Silber und Gold gesehen, die es bei ihnen gibt.
Daß nur ja kein Mann oder Weib, kein Geschlecht oder Stamm sich unter euch befinde, dessen Herz sich heute vom HERRN, unserm Gott, abwendet, daß er hingeht, den Göttern jener Völker zu dienen! Daß sich unter euch nur ja keine Wurzel finde, die Schierling und Wermut als Frucht hervorbringt,
niemand, der, wenn er die Worte dieses Fluchvertrags vernimmt, dann sich in seinem Herzen glücklich preist, indem er denkt: ›Gut wird es mir ergehen, wenn ich auch in der Verstocktheit meines Herzens wandle!‹ Das würde zur Folge haben, daß alles, das bewässerte Land mitsamt dem trockenen, hinweggerafft würde.
Einem solchen Menschen wird der HERR nicht gewillt sein zu verzeihen, nein, lodern wird alsdann der Zorn und Eifer des HERRN gegen den betreffenden Mann, und alle Flüche, die in diesem Buch aufgezeichnet stehen, werden auf ihn einstürmen, und der HERR wird seinen Namen unter dem Himmel austilgen,
und der HERR wird ihn aus allen Stämmen Israels zum Unheil aussondern, wie es allen Flüchen des Bundes entspricht, der in diesem Gesetzbuch aufgezeichnet steht.
Die späteren Geschlechter aber, eure Kinder, die nach euch erstehen werden, und die Ausländer, die aus fernen Ländern kommen, werden fragen, wenn sie die Unglücksschläge und Krankheiten sehen, mit denen der HERR dieses Land heimgesucht hat,
den Schwefel und das Salz – eine Brandstätte wird sein ganzer Boden sein, so daß er nicht besät werden kann und nichts sprossen läßt und keine Pflanze in ihm aufkommt, eine Verwüstung wie die von Sodom und Gomorrha, Adama und Zeboim, die der HERR in seinem Zorn und Grimm dem Untergang preisgegeben hat –,
ja, alle Völker werden fragen: ›Warum hat der HERR diesem Lande solches Geschick widerfahren lassen? Welchen Grund hat diese schreckliche Zornesglut?‹
Dann wird man antworten: ›Das ist die Strafe dafür, daß sie den Bund mit dem HERRN, dem Gott ihrer Väter, verlassen haben, den er mit ihnen geschlossen hatte, als er sie aus dem Lande Ägypten herausführte,
und daß sie dazu übergegangen sind, anderen Göttern zu dienen und sich vor ihnen niederzuwerfen, Göttern, die ihnen vorher unbekannt gewesen waren und die er ihnen nicht zugeteilt hatte:
darum ist der Zorn des HERRN gegen dieses Land entbrannt, so daß er den ganzen Fluch, der in diesem Buche aufgezeichnet steht, über das Land hat kommen lassen;
und darum hat der HERR sie im Zorn und Grimm und in gewaltiger Erbitterung aus ihrem Lande herausgerissen und sie in ein anderes Land geschleudert, wie es heutigentags der Fall ist.‹
Das noch Verborgene steht beim HERRN, unserm Gott, aber das bereits offenbar Gewordene ist für uns und unsere Kinder für alle Ewigkeit bestimmt, damit wir alle Worte dieses Gesetzes erfüllen.«
»Wenn nun alle diese Worte, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgetragen habe, bei dir eintreffen werden und du es unter allen Völkern, unter die der HERR, dein Gott, dich verstoßen hat, dir zu Herzen nehmen wirst
und du samt deinen Kindern von ganzem Herzen und mit ganzer Seele zum HERRN, deinem Gott, zurückkehrst und seinen Weisungen in allem, was ich dir heute gebiete, gehorsam bist:
so wird der HERR, dein Gott, dein Geschick wenden und sich deiner erbarmen und wird dich wieder aus all den Völkern sammeln, unter die der HERR, dein Gott, dich zerstreut hat.
Wenn deine verstoßenen sich auch am Ende des Himmels befinden sollten, wird der HERR, dein Gott, dich doch von dort sammeln und von dort dich zurückholen;
und der HERR, dein Gott, wird dich in das Land zurückbringen, das deine Väter besessen hatten, damit du es wieder in Besitz nimmst, und er wird dich glücklicher und zahlreicher werden lassen, als deine Väter waren.
Und der HERR wird dir und deinen Nachkommen das Herz beschneiden, damit du den HERRN, deinen Gott, von ganzem Herzen und mit ganzer Seele liebst um deines Lebens willen;
und der HERR, dein Gott, wird alle jene Flüche über deine Feinde und über deine Widersacher hereinbrechen lassen, die dich verfolgt haben.
Du aber wirst wieder den Weisungen des HERRN gehorchen und alle seine Gebote befolgen, die ich dir heute zur Pflicht mache.
Alsdann wird der HERR, dein Gott, dir Überfluß an Glück bei allem, was du unternimmst, verleihen durch Kindersegen, durch reichen Viehbesitz und reichen Ertrag deiner Felder; denn der HERR wird zu deinem Heil wieder Freude an dir haben, wie er an deinen Vätern Freude gehabt hat,
wenn du nämlich den Weisungen des HERRN, deines Gottes, gehorchst, so daß du seine Gebote und Satzungen beobachtest, alles, was in diesem Gesetzbuch aufgezeichnet steht, wenn du dich von ganzem Herzen und mit ganzer Seele zum HERRN, deinem Gott, bekehrst.«
»Denn dieses Gesetz, das ich dir heute gebiete, ist für dich nicht zu schwer und nicht unerreichbar;
es ist nicht im Himmel, daß du sagen müßtest: ›Wer wird für uns in den Himmel hinaufsteigen, um es uns zu holen und es uns zu verkündigen, damit wir es befolgen können?‹
Es ist auch nicht jenseits des Meeres, daß du sagen müßtest: ›Wer wird für uns über das Meer hinüberfahren, um es uns zu holen und es uns zu verkündigen, damit wir es befolgen können?‹
Nein, ganz nahe ist dir das Wort: in deinem Munde und in deinem Herzen hast du es, so daß du es befolgen kannst.«
»Bedenke wohl: ich habe dir heute das Leben und das Glück und den Tod und das Unglück zur Wahl vorgelegt.
Was ich dir heute gebiete, ist: den HERRN, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu wandeln und seine Gebote, seine Satzungen und Verordnungen zu beobachten, damit du am Leben bleibst und zahlreich wirst und der HERR, dein Gott, dich segnet in dem Lande, in das du jetzt einziehst, um es in Besitz zu nehmen.
Wenn aber dein Herz sich abwendet und du nicht gehorsam bist, sondern dich dazu verführen läßt, andere Götter anzubeten und ihnen zu dienen,
so kündige ich euch heute schon an, daß ihr unfehlbar zugrunde gehen werdet: ihr werdet alsdann nicht lange in dem Lande wohnen bleiben, in das du jetzt über den Jordan ziehst, um es in Besitz zu nehmen.
Ich rufe heute den Himmel und die Erde zu Zeugen gegen euch an: das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch. So wähle denn das Leben, damit du am Leben bleibst, du und deine Nachkommen,
indem du den HERRN, deinen Gott, liebst, seinen Weisungen gehorchst und fest an ihm hältst; denn davon hängt dein Leben und die Dauer deiner Tage ab, während deren du in dem Lande wohnst, dessen Verleihung der HERR deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat.«
III. Die letzten Schicksale und Abschiedsreden Moses
Nun ging Mose daran, folgende Worte an ganz Israel zu richten;
er sagte zu ihnen: »Ich bin heute 120 Jahre alt: ich vermag nicht mehr den Anforderungen meines Amtes zu genügen; auch hat der HERR zu mir gesagt: ›Du sollst den Jordan da nicht überschreiten!‹
Der HERR, dein Gott, wird selbst an deiner Spitze hinüberziehen: er selbst wird diese Völker vor dir her vernichten, daß du ihr Land in Besitz nehmen kannst. Josua wird an deiner Spitze hinüberziehen, wie der HERR geboten hat,
und der HERR wird mit ihnen verfahren, wie er mit Sihon und Og, den Königen der Amoriter, und mit ihrem Lande verfahren ist, die er vernichtet hat.
Wenn der HERR sie aber in eure Gewalt gibt, so sollt ihr mit ihnen genau nach der Weisung verfahren, die ich euch gegeben habe.
Seid mutig und stark! Fürchtet euch nicht und seid ohne Angst vor ihnen! Denn der HERR, dein Gott, zieht selbst mit dir: er wird dir seine Hilfe nicht versagen und dich nicht verlassen.«
Hierauf berief Mose den Josua und sagte zu ihm in Gegenwart aller Israeliten: »Sei mutig und stark! Denn du sollst mit diesem Volk in das Land kommen, dessen Besitz der HERR ihren Vätern zugeschworen hat, und du sollst es als Erbbesitz unter sie verteilen.
Der HERR selbst aber wird vor dir herziehen; er wird mit dir sein, wird dir seine Hilfe nicht versagen und dich nicht verlassen: fürchte dich nicht und sei ohne Angst!«
Dann schrieb Mose dieses Gesetz nieder und übergab es den Priestern, den Leviten, welche die Lade mit dem Bundesgesetze des HERRN zu tragen hatten, und allen Ältesten Israels.
Mose gab ihnen dabei folgenden Befehl: »Alle sieben Jahre, zur festgesetzten Zeit des Erlaßjahres , am Laubhüttenfeste ,
wenn ganz Israel sich einfindet, um vor dem HERRN, deinem Gott, an der Stätte zu erscheinen, die er erwählen wird, sollst du dieses Gesetz vor ganz Israel laut vorlesen, so daß alle es hören.
Laß das Volk, die Männer, die Frauen und die Kinder, auch die Fremdlinge, die bei dir in deinen Ortschaften wohnen, sich versammeln, damit sie es hören und kennenlernen und den HERRN, euren Gott, fürchten und alle Bestimmungen dieses Gesetzes gewissenhaft befolgen.
Auch ihre Kinder, die es noch nicht kennen, sollen es hören, damit sie den HERRN, euren Gott, fürchten lernen während der ganzen Zeit, die ihr in dem Lande leben werdet, in das ihr jetzt über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen.«
Hierauf sagte der HERR zu Mose: »Nun ist die Zeit für dich gekommen, daß du sterben mußt. Rufe Josua und tretet in das Offenbarungszelt, damit ich ihn zu seinem Amt bestelle!« Da gingen Mose und Josua hin und traten in das Offenbarungszelt;
der HERR aber erschien im Zelte in einer Wolkensäule, und die Wolkensäule blieb am Eingang des Zeltes stehen.
Da sagte der HERR zu Mose: »Du bist nun im Begriff, dich zu deinen Vätern zu legen; dann wird dieses Volk sich daranmachen, mit den fremden Göttern inmitten des Landes, in das es jetzt einzieht, Abgötterei zu treiben; es wird mich dann verlassen und den Bund mit mir, den ich mit ihnen geschlossen habe, brechen.
Da wird dann mein Zorn gegen sie zu jener Zeit entbrennen, und ich werde sie verlassen und mein Angesicht vor ihnen verbergen; dann wird es der Vertilgung anheimfallen, und viele Leiden und Drangsale werden es treffen. Da wird es dann zu jener Zeit sagen: ›Haben diese Leiden mich nicht deshalb getroffen, weil mein Gott nicht mehr in meiner Mitte ist?‹
Ich aber will dann zu jener Zeit mein Angesicht gänzlich verbergen wegen all des Bösen, das dieses Volk verübt hat, indem es sich anderen Göttern zuwandte.«
Gottes Befehl an Mose, das Lied aufzuschreiben; Mose führt den Befehl aus
»Und nun schreibt euch das nachfolgende Lied auf und lehre es die Israeliten; lege es ihnen in den Mund, damit dieses Lied mir zum Zeugnis gegen die Israeliten diene.
Denn ich werde sie allerdings in das Land bringen, das ich ihren Vätern zugeschworen habe, das von Milch und Honig überfließt; aber wenn sie dann essen und satt werden und fett geworden sind, werden sie sich anderen Göttern zuwenden und ihnen dienen, mich aber werden sie verwerfen und den Bund mit mir brechen.
Wenn dann viele Leiden und Drangsale sie treffen, dann soll dieses Lied – denn es wird im Munde ihrer Nachkommen unvergessen fortleben – Zeugnis gegen sie ablegen, daß ich ihr Sinnen und Trachten, mit dem sie schon heute umgehen, gekannt habe, noch ehe ich sie in das Land habe gelangen lassen, das ich zugeschworen habe.«
So schrieb denn Mose dieses Lied noch an demselben Tage auf und lehrte es die Israeliten;
dem Josua aber, dem Sohne Nuns, erteilte der HERR folgenden Auftrag: »Sei mutig und stark! Denn du sollst die Israeliten in das Land bringen, das ich ihnen zugeschworen habe, und ich selbst will mit dir sein.«
Mose übergibt das Gesetzbuch den Leviten zur Aufbewahrung und trägt sein Lied dem Volke als letzte Warnung vor
Als nun Mose dieses Gesetz nach seinem Wortlaut vollständig bis zu Ende in ein Buch geschrieben hatte,
gab er den Leviten, welche die Lade mit dem Bundesgesetze des HERRN zu tragen hatten, folgenden Befehl:
»Nehmt dieses Gesetzbuch und legt es neben die Bundeslade des HERRN, eures Gottes, damit es dort zum Zeugnis gegen euch dient.
Denn ich kenne deine Widerspenstigkeit und deine Halsstarrigkeit wohl. Wenn ihr schon jetzt, während ich noch als Lebender unter euch weile, widerspenstig gegen den HERRN gewesen seid: wieviel mehr wird es da nach meinem Tode so sein!
Beruft zu einer Versammlung bei mir alle Ältesten eurer Stämme und eure Obmänner , ich will ihnen diese Worte laut vorlesen und den Himmel und die Erde zu Zeugen gegen sie anrufen.
Denn ich weiß, daß ihr nach meinem Tode ganz verwerflich handeln und von dem Wege abweichen werdet, den ich euch zur Pflicht gemacht habe. So wird denn schließlich das Unglück über euch hereinbrechen, weil ihr tun werdet, was dem HERRN mißfällt, indem ihr ihn durch euer ganzes Tun zum Zorn reizt.«
Hierauf trug Mose der ganzen Gemeindeversammlung der Israeliten den Wortlaut des folgenden Liedes bis zu Ende vor:
Horcht auf, ihr Himmel, denn ich will reden,
und die Erde vernehme die Worte meines Mundes!
Wie Regen ergieße sich meine Belehrung,
wie Tau riesele meine Rede,
wie Regenschauer auf junges Grün
und wie Regentropfen auf Pflanzen!
Denn den Namen des HERRN will ich verkünden:
gebt unserm Gott die Ehre!
Er ist ein Fels, vollkommen ist sein Tun,
denn alle seine Wege sind recht;
ein Gott der Treue und ohne Falsch,
gerecht und wahrhaftig ist er.
Übel haben an ihm gehandelt, die wegen ihrer Verworfenheit nicht seine Söhne sind,
ein verderbtes und verkehrtes Geschlecht.
Durftest du dem HERRN so vergelten,
du törichtes und unverständiges Volk?
Ist nicht er dein Vater, der dich geschaffen?
Hat nicht er dich gemacht und bereitet?
Gedenke der Tage der Vorzeit,
betrachte die Jahre von Geschlecht zu Geschlecht!
Frag deinen Vater, der wird dir’s kundtun,
deine Greise, die werden dir’s erzählen:
Als der Höchste den Völkern ihren Erbbesitz zuteilte,
als er die Menschenkinder voneinander schied,
da setzte er die Gebiete der Stämme fest
nach der Zahl der Kinder Israel.
Denn der Anteil des HERRN ist sein Volk,
Jakob der Bezirk seines Erbguts.
Er fand es im Bereich der Wüste,
in der Einöde voll Geheul der Wildnis;
er umhegte es schützend, nahm sich seiner an,
hütete es wie seinen Augapfel.
Wie ein Adler, der seine Brut aus dem Nest hinausführt
und über seinen Jungen flatternd schwebt,
seine Fittiche über sie breitet, sie aufnimmt,
sie trägt auf seinen Schwingen:
so leitete der HERR allein das Volk,
kein fremder Gott war mit ihm .
Er ließ es auf den Höhen der Erde einherfahren,
und es aß die Erträgnisse des Gefildes;
er ließ es Honig aus Felsen schlürfen
und Öl aus Kieselgestein,
Sahne von Kühen und Milch vom Kleinvieh,
dazu das Fett von Lämmern und Widdern,
Sprößlinge von Basan und Böcke
samt dem Nierenfett des Weizens;
und Traubenblut trankst du, feurigen Wein.
Da wurde Jeschurun fett und schlug aus
<ul>
<li>ja, fett wurdest du, wurdest dick, wurdest feist! –
und verwarf den Gott, der ihn geschaffen,
und verachtete den Felsen seines Heils.</li>
</ul>
Sie reizten ihn zur Eifersucht durch fremde Götter,
erbitterten ihn durch greulichen Götzendienst:
sie opferten den Dämonen, die nicht Gott sind,
Göttern, die ihnen unbekannt gewesen,
neuen Göttern, die erst vor kurzem aufgekommen waren,
die eure Väter nicht verehrt hatten.
Des Felsens, der dir das Dasein gegeben, gedachtest du nicht mehr
und vergaßest den Gott, dem du das Entstehn verdanktest.
Der HERR sah es und verwarf sie
voll Unmuts über seine Söhne und Töchter;
er sprach: »Ich will mein Angesicht vor ihnen verbergen,
will sehen, welches ihr Ausgang sein wird;
denn ein Geschlecht voll Verkehrtheit sind sie,
Kinder, in denen keine Treue wohnt.
Sie haben mich zur Eifersucht gereizt durch Nicht-Götter,
mich erbittert durch ihre nichtigen Götzen;
so will auch ich sie zur Eifersucht reizen durch ein Nicht-Volk,
durch einen unverständigen Volksstamm sie erbittern.
Denn ein Feuer ist durch meinen Zorn entbrannt
und hat bis in die Tiefen der Unterwelt gelodert;
es hat die Erde samt ihrem Ertrag verzehrt
und die Grundfesten der Berge in Flammen gesetzt.
Ich will Leiden auf sie häufen,
meine Pfeile gegen sie verbrauchen:
sind sie vor Hunger verschmachtet
und von Fieberglut und giftigen Seuchen verzehrt,
so will ich den Zahn wilder Tiere gegen sie loslassen
samt dem Gift der im Staube kriechenden Schlangen.
Draußen soll das Schwert sie berauben
und drinnen daheim der Schrecken ,
den Jüngling wie die Jungfrau,
den Säugling mitsamt dem Graukopf.«
Ich hätte gesagt: »Zerstreuen will ich sie,
ihr Gedächtnis unter den Menschen verschwinden lassen!«,
wenn nicht Verdruß ich vom Feinde her fürchtete,
daß nämlich ihre Widersacher es falsch deuteten,
daß sie sagen möchten: »Unsere Hand hat obgesiegt,
und nicht der HERR hat dies alles vollbracht!«
Denn ein Volk sind sie, dem alle Einsicht abgeht,
und kein Verständnis findet sich bei ihnen.
Wären sie weise, daß sie dies begriffen,
so würden sie bedenken, welches ihr Endgeschick sein wird.
Wie könnte ein einziger Tausend vor sich hertreiben
und zwei Zehntausend in die Flucht schlagen,
hätte nicht ihr Fels sie verkauft
und der HERR sie preisgegeben?
Denn nicht wie unser Fels ist ihr Fels;
das müssen unsere Feinde selbst anerkennen.
Doch vom Weinstock Sodoms stammt ihr Weinstock
und aus den Gefilden Gomorrhas:
ihre Trauben sind Gifttrauben,
gallenbittre Beeren haben sie;
Schlangengeifer ist ihr Wein
und grausiges Otterngift.
»Liegt das nicht bei mir aufbewahrt,
versiegelt in meinen Schatzkammern?
Mir steht die Rache und Vergeltung zu
für die Zeit, da ihr Fuß wanken wird;
denn nahe ist der Tag ihres Verderbens,
und eilends kommt das ihnen bestimmte Schicksal heran.«
Denn der HERR wird sein Volk richten,
aber seiner Knechte sich erbarmen,
wenn er sieht, daß jeder Halt geschwunden
und daß dahin sind Hörige wie Freie.
Da wird er sagen: »Wo sind nun ihre Götter,
der Fels, auf den sie sich verließen?
Wo sind die, welche das Fett ihrer Schlachtopfer aßen,
den Wein ihrer Gußopfer tranken?
Sie mögen auftreten und euch helfen,
damit sie euer Schirm sind!
Erkennet jetzt, daß ich allein es bin
und neben mir kein andrer Gott besteht!
Ich bin’s, der tötet und lebendig macht,
ich verwunde, aber heile auch wieder,
und niemand kann aus meiner Hand erretten!
Nun denn, ich erhebe meine Hand zum Himmel
und gelobe: So wahr ich ewig lebe:
Hab’ ich mein blitzendes Schwert geschärft
und hat meine Hand zum Gericht gegriffen,
so werde ich Rache an meinen Feinden nehmen
und denen vergelten, die mich hassen!
Meine Pfeile will ich mit Blut trunken machen
<ul>
<li>und mein Schwert soll Fleisch fressen –
mit dem Blut der Erschlagnen und Gefangnen,
vom Haupt der Fürsten des Feindes!«
</li>
</ul>
Jubelt, ihr Heidenvölker, über sein Volk!
denn er wird das Blut seiner Knechte rächen
und Rache an seinen Bedrängern nehmen
und entsünd’gen sein Land, sein Volk.
Mose ging dann hin und trug den ganzen Wortlaut dieses Liedes dem Volke laut vor, er und Hosea , der Sohn Nuns .
Als Mose aber dieses ganze Lied allen Israeliten bis zu Ende vorgetragen hatte,
sagte er zu ihnen: »Beherzigt all diese Worte, die ich euch heute feierlich ans Herz lege! Ihr sollt sie euren Kindern einprägen, damit sie auf die sorgfältige Beobachtung aller Bestimmungen dieses Gesetzes bedacht sind;
denn es ist kein bedeutungsloses Wort für euch, sondern euer Leben hängt davon ab, und durch die Beobachtung dieses Wortes werdet ihr ein langes Bestehen in dem Lande gewinnen, in das ihr jetzt über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen.«
An demselben Tage aber sagte der HERR zu Mose :
»Steige auf das Gebirge Abarim hier, auf den Berg Nebo, der im Lande der Moabiter, Jericho gegenüber, liegt, und sieh dir das Land Kanaan an, das ich den Israeliten zum Eigentum geben will.
Dann sollst du auf dem Berge, auf den du hinaufsteigen wirst, sterben und zu deinen Stammesgenossen versammelt werden, wie dein Bruder Aaron auf dem Berge Hor gestorben und zu seinen Stammesgenossen versammelt worden ist.
Denn ihr habt euch inmitten der Israeliten am Haderwasser von Kades in der Wüste Zin treulos gegen mich erwiesen, weil ihr inmitten der Israeliten mir nicht als dem Heiligen die Ehre gegeben habt.
Denn nur gegenüber sollst du in das Land, das ich den Israeliten geben will, hineinsehen, aber nicht in das Land selbst hineinkommen!«
Dies ist der Segen, den Mose, der Mann Gottes, über die Israeliten vor seinem Tode ausgesprochen hat.
Er sprach :
»Der HERR kam vom Sinai her
und erschien seinem Volk von Seir her in strahlendem Glanz;
er ließ sein Licht vom Gebirge Paran leuchten
und kam aus der Mitte heiliger Zehntausend-Scharen;
zu seiner Rechten war loderndes Feuer für sie .
Ja, er umgab mit Liebe die Stämme;
alle seine Heiligen sind in seiner Hand;
sie waren gelagert längs deiner Bahn,
so daß jeder etwas von deinen Aussprüchen empfing.
Das Gesetz hat Mose uns verordnet
als Erbbesitz der Gemeinde Jakobs.
So ist er denn König in Jeschurun geworden,
als die Häupter des Volks sich versammelten,
die Stämme Israels allzumal.«
»Ruben lebe, er sterbe nicht,
und seine Mannen seien eine Anzahl !«
Und dies ist der Segen für Juda, und zwar sagte er:
»Erhöre, HERR, die Stimme Judas
und bring ihn zurück zu seinem Volk
<ul>
<li>mit seinen Händen hat er ja für es gestritten –
und sei ihm Hilfe wider seine Feinde!«</li>
</ul>
Und von Levi sagte er:
»Dein Recht-Orakel und dein Licht-Orakel
gehört den Männern deines Getreuen,
den du bei Massa versucht hast,
für den du an den Wassern von Meriba gestritten hast,
jenen Männern, die von Vater und Mutter sagten:
›Ich kenne sie nicht!‹
und die ihre Brüder nicht ansahn, von ihren Kindern nichts wissen wollten;
denn sie bewahrten dein Gebot und hielten an deinem Bunde fest.
Sie sollen Jakob deine Verordnungen lehren und Israel dein Gesetz;
sie sollen Weihrauchduft zum Einatmen vor dich bringen
und Ganzopfer auf deinen Altar.
Segne, HERR, seine Kraft
und laß dir das Tun seiner Hände gefallen!
Zerschmettre seinen Gegnern die Hüften
und seinen Widersachern, daß sie nicht mehr aufstehn!«
Von Benjamin sagte er:
»Als Liebling des HERRN wird er in Ruhe bei ihm wohnen;
er beschirmt ihn allezeit
und wohnt zwischen seinen Schultern .«
Und von Joseph sagte er:
»Gesegnet vom HERRN ist sein Land
mit der köstlichsten Himmelsgabe, mit Tau,
und mit der Wasserflut, die drunten lagert;
mit dem Köstlichsten, was die Sonne hervorbringt,
und dem Köstlichsten, was die Monde sprossen lassen;
mit dem Besten, was vom Gipfel der uralten Berge kommt,
und dem Köstlichsten der ewigen Hügel;
mit dem Köstlichsten der Erde und ihrer Fülle!
Und das Wohlgefallen dessen, der im Dornbusch wohnte ,
das möge kommen auf das Haupt Josephs
und auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern!
Ein erstgeborener Stier ist er – etwas Herrliches,
und seine Hörner sind die eines Wildochsen;
mit ihnen stößt er Völker nieder,
allesamt die Enden der Erde.
So sind die Zehntausende Ephraims und so die Tausende Manasses.«
Und von Sebulon sagte er:
»Freue dich, Sebulon, deiner Meerfahrten
und du, Issaschar, deiner Zelte!
Sie laden Völker ein auf den Berg,
dort opfern sie rechte Opfer ;
denn den Reichtum der Meere saugen sie ein
und die verborgensten Schätze des Sandes .«
Und von Gad sagte er:
»Gepriesen sei der HERR, der Gad weiten Raum schafft!
Wie eine Löwin hat er sich gelagert
und zerfleischt Arm und Schädel.
Er hat sich das Erstlingsgebiet ersehen;
denn dort ward ihm sein Anteil vom Anführer bestimmt.
Doch ist er zu den Häuptern des Volks gekommen,
hat die Gerechtigkeit des HERRN vollstreckt
und seine Strafgerichte gemeinsam mit Israel.«
Und von Dan sagte er:
»Dan ist ein junger Löwe,
der aus Basan hervorstürmt.«
Und von Naphthali sagte er:
»Naphthali ist gesättigt mit Glück
und reichlich bedacht mit dem Segen des HERRN;
Meer und Südland nimm in Besitz!«
Und von Asser sagte er:
»Der gesegnetste unter den Söhnen sei Asser!
Er sei der Liebling seiner Brüder
und tauche seinen Fuß in Öl!
Von Eisen und Erz seien deine Riegel,
und solange du lebst, währe deine Ruhe !«
»Keiner ist dem Gott Jeschuruns gleich,
der über den Himmel dahinfährt als dein Helfer
und in seiner Hoheit auf den Wolken.
Eine Zuflucht für dich ist der Gott der Urzeit,
und unter dir sind ewige Arme ausgebreitet;
er hat den Feind vor dir her vertrieben
und dir geboten: ›Vertilge!‹
So wohnt denn Israel in Sicherheit,
abgesondert für sich der Quell Jakobs
in einem Land voll Korn und Wein,
und sein Himmel träufelt Tau.
Heil dir, Israel! Wer ist dir gleich? Ein Volk, gerettet durch den HERRN!
Er ist der Schild, der dich schirmt,
und das Schwert, das dir Ruhm verschafft;
deine Feinde müssen dir huldigen,
du aber schreitest dahin auf ihren Höhen!«
Als Mose dann aus den Steppen der Moabiter auf den Berg Nebo, den Gipfel des Pisga, der Jericho gegenüber liegt, gestiegen war, ließ der HERR ihn das ganze Land sehen: Gilead bis nach Dan
und ganz Naphthali, das Land Ephraim und Manasse und die ganze Landschaft Juda bis an das westliche Meer
sowie das Südland und die Jordan-Aue, die Tiefebene der Palmenstadt Jericho bis nach Zoar.
Hierauf sagte der HERR zu ihm: »Dies ist das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe mit den Worten: ›Deiner Nachkommenschaft will ich es geben!‹ Ich habe es dich mit eigenen Augen sehen lassen, aber hinüber sollst du nicht kommen!«
So starb denn dort Mose, der Knecht des HERRN, im Lande der Moabiter nach dem Befehl des HERRN;
und er begrub ihn im Tal im Lande der Moabiter, Beth-Peor gegenüber; aber niemand kennt sein Grab bis auf den heutigen Tag.
Mose war bei seinem Tode hundertundzwanzig Jahre alt; seine Augen waren nicht schwach geworden, und seine Rüstigkeit war nicht geschwunden.
Die Israeliten beweinten Mose in den Steppen der Moabiter dreißig Tage lang, bis die Tage des Weinens in der Trauer um ihn zu Ende waren.
Josua aber, der Sohn Nuns, war mit dem Geist der Weisheit erfüllt, denn Mose hatte ihm die Hände fest aufgelegt; daher gehorchten ihm die Israeliten und taten, wie der HERR dem Mose geboten hatte.
Würdigung der Größe und hohen Bedeutung Moses
Es ist aber hinfort kein Prophet mehr in Israel aufgestanden wie Mose, mit dem der HERR von Angesicht zu Angesicht verkehrt hätte;
hinsichtlich aller der Zeichen und Wunder, die der HERR ihn als seinen Gesandten in Ägypten am Pharao und all seinen Dienern und an seinem ganzen Lande hat vollführen lassen,
und hinsichtlich aller Erweise von gewaltiger Kraft und hinsichtlich aller erstaunlichen Großtaten, die Mose vor den Augen von ganz Israel vollbracht hat.
Vertiefung
Kernsatz des Tages
Gottes Bund trägt weiter, auch wenn ein Abschnitt endet.
Verdichteter Impuls
Manche Texte stehen wie an einer Schwelle: Hinter dir liegt eine lange Geschichte, vor dir beginnt etwas, das du noch nicht greifen kannst. Genau dort wird nicht zuerst erklärt, sondern erinnert.
Verlangsamungsfrage
Wo spüre ich gerade ein Ende — und was könnte darin Gottes Treue sein, die mich weiterträgt?
Dein Schritt für heute
Nimm dir 90 Sekunden und sprich leise einen Satz: „Gott, führe mich weiter“, und bleib danach still, ohne etwas zu erklären.
Folgendetails
Personen in dieser Folge
Zu hören: Samuel Glöggl.
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