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4. Mose 21–24 · Tag 37

Gott trägt sein Volk durch die Wüste und verwandelt Fluch in Segen, selbst wenn Herzen schwanken.

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Als nun der kanaanäische König von Arad, der im Südland wohnte, die Kunde erhielt, daß die Israeliten auf dem Wege von Atharim heranzögen, griff er die Israeliten an und nahm einige von ihnen gefangen.
Da legten die Israeliten ein Gelübde vor dem HERRN ab und versprachen: »Wenn du dieses Volk in unsere Gewalt gibst, so wollen wir an ihren Ortschaften den Bann vollstrecken.«
Da erhörte der HERR die Bitte der Israeliten und gab ihnen die Kanaanäer preis. Man vollstreckte dann an ihnen und ihren Ortschaften den Bann und nannte die Stätte seitdem Horma .

Dann brachen sie vom Berge Hor auf in der Richtung nach dem Schilfmeer, um das Land der Edomiter zu umgehen. Unterwegs aber wurde das Volk mißmutig
und erhob Anklage gegen Gott und gegen Mose: »Warum habt ihr uns aus Ägypten hierher geführt? Um uns in der Wüste sterben zu lassen? Es gibt hier ja weder Brot noch Wasser, und uns ekelt vor diesem erbärmlichen Brotzeug!«
Da sandte der HERR feurige Schlangen unter das Volk; die bissen die Leute, so daß zahlreiche Israeliten starben.
Da kam das Volk zu Mose und bekannte: »Wir haben gesündigt, daß wir Anklagen gegen den HERRN und gegen dich erhoben haben; lege Fürbitte beim HERRN ein, daß er uns von den Schlangen befreie!« Als Mose nun Fürbitte für das Volk einlegte,
sagte der HERR zu ihm: »Fertige dir ein Schlangenbild an und befestige es an einer Stange; wer dann gebissen ist und es anschaut, soll am Leben bleiben.«
Da fertigte Mose eine eherne Schlange an und befestigte sie oben an einer Stange. Wenn nun eine Schlange jemanden gebissen hatte und er auf die eherne Schlange hinschaute, so blieb er am Leben.

Darauf zogen die Israeliten weiter und lagerten bei Oboth.
Dann zogen sie von Oboth weiter und lagerten bei Ijje-Abarim in der Wüste, die vor dem Lande der Moabiter nach Osten liegt.
Von dort zogen sie weiter und lagerten im Bachtal Sered.
Von dort zogen sie weiter und lagerten jenseits des Arnon, der im Lande der Amoriter entspringt; der Arnon bildet nämlich die Grenze Moabs zwischen den Moabitern und Amoritern.
Daher heißt es im Buch der Kriege des HERRN: »Waheb in Supha, dazu die Bachtäler des Arnon
und den Abhang der Bachtäler, der bis in die Gegend von Ar reicht und sich an die Grenze von Moab anlehnt.«

Von dort dann nach Beer; das ist der Brunnen, den der HERR meinte, als er zu Mose sagte: »Versammle das Volk, damit ich ihm Wasser gebe.«
Damals sangen die Israeliten folgendes Lied:
»Quill empor, o Brunnen! Singt ihm zu:
›O Brunnen, den Fürsten gegraben,
den die Edlen des Volks erschlossen haben
mit dem Zepter, mit ihren Stäben!‹«
Aus der Wüste dann nach Matthana,
von Matthana nach Nahaliel, von Nahaliel nach Bamoth,
von Bamoth in das Tal, das in der moabitischen Ebene liegt an der Höhe des Pisga, der auf die weite Einöde hinabblickt.

Darauf sandten die Israeliten Boten zu Sihon, dem König der Amoriter, und ließen ihm sagen:
»Gestatte uns den Durchzug durch dein Land! Wir wollen nicht auf die Äcker und in die Weinberge abbiegen, auch kein Wasser aus den Brunnen trinken; nein, wir wollen auf der Königsstraße ziehen, bis wir dein Gebiet durchzogen haben.«
Aber Sihon gestattete den Israeliten den Durchzug durch sein Gebiet nicht, sondern sammelte sein gesamtes Kriegsvolk und zog den Israeliten in die Wüste entgegen; und als er nach Jahaz gekommen war, griff er die Israeliten an.
Diese aber schlugen ihn mit der Schärfe des Schwertes und eroberten sein Land vom Arnon bis zum Jabbok, bis an das Land der Ammoniter; denn Jaser liegt an der Grenze des Ammoniterlandes.
So nahmen denn die Israeliten alle dortigen Städte ein und ließen sich in allen Städten der Amoriter nieder, in Hesbon und allen dazugehörigen Ortschaften.
Denn Hesbon war die Hauptstadt des Amoriterkönigs Sihon; dieser hatte nämlich mit dem vorigen Könige der Moabiter Krieg geführt und ihm sein ganzes Land bis an den Arnon abgenommen.
Darum singen die Dichter:
Kommt nach Hesbon!
Aufgebaut und befestigt werde die Stadt Sihons!
Denn Feuer ging aus von Hesbon,
eine Flamme von der Stadt Sihons;
die fraß die Städte Moabs
und verbrannte die Höhen am Arnon.
Wehe dir, Moab!
Dem Untergang geweiht bist du, Volk des Kamos,
der seine Söhne zu Flüchtlingen gemacht hat
und seine Töchter zu Gefangenen
für Sihon, den Amoriterkönig.
Da haben wir niedergeschossen,
Hesbon ist verlorengegangen bis Dibon;
da haben wir verwüstet bis Nophah:
Feuer ging aus bis Medeba.

Als sich nun die Israeliten im Lande der Amoriter festgesetzt hatten,
sandte Mose Männer aus, um Jaser auszukundschaften, und sie nahmen dann die Stadt und die dazugehörigen Ortschaften ein, und man vertrieb die dort ansässigen Amoriter.
Hierauf wandten sie sich und zogen in der Richtung nach Basan hinauf. Da rückte Og, der König von Basan, mit seinem gesamten Kriegsvolk ihnen nach Edrei entgegen, um ihnen eine Schlacht zu liefern.
Der HERR aber sagte zu Mose: »Fürchte dich nicht vor ihm! Denn ich habe ihn mit seinem ganzen Volk und seinem Land in deine Gewalt gegeben: verfahre mit ihm so, wie du mit dem Amoriterkönig Sihon, der in Hesbon wohnte, verfahren bist.«
Da erschlugen sie ihn nebst seinen Söhnen und seinem ganzen Kriegsvolk, so daß ihm auch nicht einer übrigblieb, der entronnen wäre, und nahmen sein Land in Besitz.

Hierauf zogen die Israeliten weiter und lagerten in den Steppen der Moabiter jenseits des Jordans, Jericho gegenüber.

Als nun Balak, der Sohn Zippors, alles Unheil sah, das die Israeliten den Amoritern zugefügt hatten,
überkam die Moabiter eine große Angst vor dem Volk , weil es so zahlreich war, und sie empfanden ein Grauen vor den Israeliten.
Da sagten die Moabiter zu den Ältesten der Midianiter: »Nun wird dieser Schwarm alles rings um uns her kahlfressen, wie die Rinder das Grün des Feldes abfressen!« Damals war aber Balak, der Sohn Zippors, König der Moabiter.
Dieser sandte Boten zu Bileam, dem Sohne Beors, nach Pethor, das am Euphratstrom liegt, ins Land seiner Volksgenossen, um ihn holen zu lassen, und ließ ihm sagen: »Da ist ein Volk aus Ägypten ausgezogen, das hat sich jetzt über das ganze Land ausgebreitet und sich mir gegenüber festgesetzt.
So komm nun doch her und verfluche mir dieses Volk; denn mir ist es zu stark; vielleicht gelingt es mir dann, eine Niederlage unter ihnen anzurichten und es aus dem Lande zu vertreiben; denn ich weiß: wen du segnest, der ist gesegnet, und wem du fluchst, der ist verflucht.«

Da machten sich die Ältesten der Moabiter samt den Ältesten der Midianiter, nachdem sie sich mit Wahrsagerlohn versehen hatten, auf den Weg, kamen glücklich bei Bileam an und teilten ihm das Anliegen Balaks mit.
Er aber antwortete ihnen: »Bleibt diese Nacht hier, dann will ich euch Bescheid geben, je nachdem der HERR mir Weisung erteilt.« So blieben denn die Fürsten der Moabiter bei Bileam.

Da erschien Gott dem Bileam im Traum und fragte ihn: »Was sind das für Männer bei dir?«
Bileam antwortete Gott: »Balak, der Sohn Zippors, der König der Moabiter, hat mir durch sie sagen lassen:
›Da ist ein Volk, das aus Ägypten ausgezogen ist und sich über das ganze Land ausgebreitet hat. So komm nun her und verfluche es mir; vielleicht vermag ich dann den Kampf mit ihm aufzunehmen und es zu vertreiben.‹«
Gott aber sagte zu Bileam: »Du darfst nicht mit ihnen gehen! Du darfst das Volk nicht verfluchen; denn es ist gesegnet.«
Als Bileam nun am Morgen aufgestanden war, sagte er zu den Häuptlingen Balaks: »Kehrt in euer Land zurück; denn der HERR hat mir die Erlaubnis versagt, mit euch zu ziehen.«
So machten sich denn die Häuptlinge der Moabiter auf den Weg, kehrten zu Balak zurück und berichteten ihm: »Bileam hat sich geweigert, mit uns zu gehen.«

Da sandte Balak noch einmal Fürsten ab, die zahlreicher und vornehmer waren als die ersten.
Als diese zu Bileam kamen, sagten sie zu ihm: »So läßt Balak, der Sohn Zippors, dir sagen: ›Weigere dich doch nicht, zu mir zu kommen!
Denn ich will dich gar hoch ehren und alles tun, was du von mir verlangen wirst. So komm doch her und verfluche mir dieses Volk!‹«
Bileam aber gab den Gesandten Balaks die Antwort: »Wenn Balak mir auch alles Silber und Gold geben wollte, soviel in seinen Palast geht, so vermöchte ich doch den Befehl des HERRN, meines Gottes, nicht zu übertreten, weder im Großen noch im Kleinen.
Indessen – bleibt doch auch ihr diese Nacht hier, damit ich in Erfahrung bringe, was der HERR mir weiter zu sagen hat.«
Da erschien Gott dem Bileam in der Nacht und sagte zu ihm: »Wenn die Männer gekommen sind, um dich zu holen, so mache dich auf und gehe mit ihnen; aber du darfst nur das tun, was ich dir sagen werde.«
Da machte sich Bileam am Morgen auf, sattelte seine Eselin und machte sich mit den Häuptlingen der Moabiter auf den Weg.

Da entbrannte aber der Zorn Gottes darüber, daß er sich aufgemacht hatte, und der Engel des HERRN stellte sich ihm in den Weg, um ihm feindlich entgegenzutreten, während er auf seiner Eselin dahinritt und zwei seiner Diener ihn begleiteten.
Als nun die Eselin den Engel des HERRN sah, der mit gezücktem Schwert in der Hand ihm den Weg vertrat, bog sie vom Wege ab und ging ins Feld; da schlug Bileam die Eselin, um sie wieder auf den Weg zu bringen.
Hierauf stellte sich der Engel des HERRN in einem Hohlwege zwischen den Weinbergen auf, wo zu beiden Seiten eine Mauer war.
Als nun die Eselin den Engel des HERRN erblickte, drückte sie sich fest an die Mauer und preßte dabei den Fuß Bileams gegen die Mauer; da schlug er sie zum zweitenmal.
Hierauf ging der Engel des HERRN nochmals eine Strecke weiter und blieb an einer engen Stelle stehen, wo ein Ausweichen nach rechts oder links unmöglich war.
Als nun die Eselin den Engel des HERRN erblickte, legte sie sich unter Bileam auf den Boden nieder. Da geriet Bileam in Zorn, so daß er die Eselin mit dem Stock schlug.
Der HERR aber tat der Eselin den Mund auf, und sie sagte zu Bileam: »Was habe ich dir getan, daß du mich nun schon dreimal geschlagen hast?«
Bileam antwortete der Eselin: »Weil du mich zum besten gehabt hast! Hätte ich nur ein Schwert in der Hand, so hätte ich dich längst umgebracht!«
Da sagte die Eselin zu Bileam: »Bin ich nicht deine Eselin, auf der du zeit deines Lebens bis auf den heutigen Tag geritten bist? Ist es denn jemals meine Art gewesen, mich so gegen dich zu benehmen?« Er antwortete: »Nein.«

Nun tat der HERR dem Bileam die Augen auf, so daß er den Engel des HERRN auf dem Wege mit dem gezückten Schwert in der Hand stehen sah. Da verneigte er sich und warf sich auf sein Angesicht nieder.
Der Engel des HERRN aber sagte zu ihm: »Warum hast du deine Eselin nun schon dreimal geschlagen? Wisse wohl: ich habe mich aufgemacht, um dir feindlich entgegenzutreten; denn diese deine Reise ist unheilvoll und gegen meinen Willen.
Die Eselin aber hat mich gesehen und ist alle drei Male vor mir ausgewichen; hätte sie das nicht getan, so hätte ich dich längst erschlagen, sie aber am Leben gelassen.«
Da sagte Bileam zu dem Engel des HERRN: »Ich habe mich vergangen; ich wußte ja nicht, daß du mir auf dem Wege entgegenstandest. Nun aber will ich, wenn mein Vorhaben dir mißfällt, wieder umkehren!«
Da antwortete der Engel des HERRN dem Bileam: »Gehe mit den Männern hin; aber du darfst nur das reden, was ich dir eingeben werde.« So zog nun Bileam mit den Häuptlingen Balaks weiter.

Als nun Balak hörte, daß Bileam komme, zog er ihm bis Ar-Moab entgegen, das am Grenzfluß Arnon, an der äußersten Grenze seines Landes, lag.
Da sagte Balak zu Bileam: »Habe ich nicht in angemessener Weise zu dir gesandt, um dich rufen zu lassen? Warum bist du nicht sofort zu mir gekommen? Meinst du vielleicht, ich sei nicht imstande, dich zu ehren ?«
Da antwortete ihm Bileam: »Ich bin jetzt ja doch zu dir gekommen; aber werde ich wohl irgend etwas kundtun können? Nur die Worte, die der HERR mir in den Mund legt, die werde ich kundtun.«
So ging denn Bileam mit Balak, bis sie nach Kirjath-Huzoth kamen.
Dort schlachtete Balak Rinder und Kleinvieh und schickte davon an Bileam und an die Fürsten , die bei ihm waren.
Am folgenden Morgen aber nahm Balak den Bileam mit sich und führte ihn nach Bamoth-Baal hinauf, von wo er den äußersten Teil des Volkes sehen konnte.

Da sagte Bileam zu Balak: »Baue mir hier sieben Altäre und stelle mir hier sieben junge Stiere und sieben Widder bereit.«
Balak kam der Aufforderung Bileams nach, und beide opferten je einen Stier und einen Widder auf jedem Altar.
Hierauf sagte Bileam zu Balak: »Bleibe du hier bei deinem Brandopfer stehen, während ich einen Gang mache; vielleicht kommt der HERR mir entgegen , und was immer er mir offenbart, das will ich dir kundtun.« Dann begab er sich auf eine kahle Anhöhe .

Da kam Gott dem Bileam wirklich entgegen, und dieser sagte zu ihm: »Die sieben Altäre habe ich errichtet und auf jedem Altar einen jungen Stier und einen Widder geopfert.«
Da legte der HERR dem Bileam Worte in den Mund und gebot ihm: »Kehre zu Balak zurück und sprich so zu ihm!«
Als er nun zu ihm zurückgekehrt war, stand jener immer noch neben seinem Brandopfer, er mit allen Häuptlingen der Moabiter.

Da trug er seinen Spruch folgendermaßen vor:
»Aus Aram hat Balak mich holen lassen,
Moabs König von den Bergen des Ostens:
›Komm her, verfluche mir Jakob!
ja komm, verwünsche Israel!‹ –
Wie soll ich den verfluchen, den Gott nicht verflucht?
Und wie den verwünschen, den der HERR nicht verwünscht?
Ja, vom Felsengipfel erblicke ich es,
und von den Höhen herab erschaue ich es;
ein Volk zeigt sich mir, das für sich abgesondert wohnt
und sich nicht zu den übrigen Völkern rechnet.
Wer könnte den Staub Jakobs zählen
oder nur den vierten Teil Israels berechnen?
Möchte ich doch den Tod dieser Gerechten sterben
und mein Ende dem ihren gleichen!«
Da sagte Balak zu Bileam: »Was hast du mir da angetan! Um meine Feinde zu verfluchen, habe ich dich holen lassen, und nun hast du sie sogar gesegnet!«
Da gab jener ihm zur Antwort: »Ich muß doch das, was der HERR mir in den Mund legt, getreulich aussprechen!«

Nun sagte Balak zu ihm: »Komm doch mit mir an einen anderen Ort, von wo aus du sehen kannst; du siehst hier nur den äußersten Teil von ihm und kannst es nicht ganz überblicken; verfluche es mir dann von dort aus!«
Hierauf nahm er ihn mit sich nach dem Späherfeld, auf den Gipfel des Pisga, baute dort sieben Altäre und opferte auf jedem Altar einen jungen Stier und einen Widder.
Dann sagte Bileam zu Balak: »Bleibe hier neben deinem Brandopfer stehen; ich aber will dort einer Kundgebung entgegengehen .«

Da kam der HERR dem Bileam entgegen, legte ihm Worte in den Mund und sagte: »Kehre zu Balak zurück und sprich so zu ihm!«
Als er nun zu ihm zurückgekehrt war, stand jener immer noch neben seinem Brandopfer, und die Häuptlinge der Moabiter waren bei ihm.

Als nun Balak ihn fragte: »Was hat der HERR gesagt?«, trug er seinen Spruch folgendermaßen vor:
»Wohlan, Balak, höre zu!
Leihe mir dein Ohr, Sohn Zippors!
Gott ist nicht ein Mensch, daß er lüge,
noch ein Menschenkind, daß ihn etwas gereue:
sollte er etwas sagen und es nicht ausführen?
Sollte er etwas verheißen und es nicht erfüllen?
Siehe, zu segnen ist mir aufgetragen,
und hat er gesegnet, so kann ich’s nicht ändern.
Man erblickt kein Unheil in Jakob
und gewahrt kein Leid in Israel:
der HERR, sein Gott, ist mit ihm,
und Königsjubel erschallt in seiner Mitte.
Gott, der sie aus Ägypten geführt,
ist ihm wie die Hörner eines Wildstiers!
Ja, keine Zauberei haftet an Jakob
und keine Beschwörung gegen Israel.
Jetzt sagt man von Jakob und Israel:
›Wie Großes hat Gott vollführt!‹
Sieh, welch ein Volk! Es steht auf wie die Löwin
und erhebt sich wie der Leu;
es legt sich nicht nieder, ehe es Raub verzehrt
und das Blut der Erschlagnen getrunken.«

Da sagte Balak zu Bileam: »Wenn du es nicht verfluchen willst, so brauchst du es doch nicht zu segnen!«
Bileam aber antwortete dem Balak: »Habe ich dir nicht bestimmt erklärt: Alles, was der HERR mitteilen wird, das werde ich tun?«

Nun sagte Balak zu Bileam: »Komm, ich will dich an einen andern Ort mitnehmen; vielleicht gefällt es Gott dann, daß du mir das Volk von dort aus verfluchst.«
So nahm denn Balak den Bileam mit sich auf den Gipfel des Peor, der über die weite Einöde emporragt.
Dort sagte Bileam zu Balak: »Baue mir hier sieben Altäre und stelle mir hier sieben junge Stiere und sieben Widder bereit.«
Balak kam der Aufforderung Bileams nach und opferte einen Stier und einen Widder auf jedem Altar.

Da Bileam aber erkannte, daß es der Wille des HERRN war, Israel zu segnen, ging er nicht, wie die vorigen Male, auf Wahrzeichen aus, sondern wandte sein Gesicht nach der Wüste hin.

Als er nun seine Augen aufschlug und Israel nach seinen Stämmen gelagert sah, da kam der Geist Gottes über ihn,
und er trug seinen Spruch folgendermaßen vor:
»So spricht Bileam, der Sohn Beors,
und so spricht der Mann, dessen Auge
geschlossen ist;
so spricht der, der Gottes Worte vernimmt
und die Gedanken des Höchsten kennt,
der die Offenbarungen des Allmächtigen schaut,
der hingesunken ist und dessen Augen enthüllt sind:
Wie schön sind deine Zelte, Jakob,
deine Wohnungen, Israel!
Wie Täler, die sich weithin dehnen,
wie Gärten an einem Strom,
wie Aloebäume, die der HERR gepflanzt,
wie Zedern am Wasser!
Wasser rinnt aus seinen Eimern,
und seine Saat ist reichlich getränkt.
Sein König ist mächtiger als Agag ,
und sein Königtum steigt stolz empor.
Gott, der aus Ägypten es geführt,
ist ihm wie die Hörner eines Wildstiers.
Es frißt die ihm feindlichen Völker
und zermalmt ihre Gebeine,
es zerschmettert sie mit seinen Pfeilen .
Es hat sich hingestreckt, liegt da wie ein Leu
und wie eine Löwin: wer will es aufstören?
Wer dich segnet, ist gesegnet,
und wer dir flucht, ist verflucht!«

Da geriet Balak in Zorn gegen Bileam, so daß er die Hände zusammenschlug. Dann sagte Balak zu Bileam: »Um meine Feinde zu verfluchen, habe ich dich holen lassen, und nun hast du sie sogar gesegnet, nun schon dreimal!
Kehre jetzt nur sofort in deine Heimat zurück! Ich hatte gedacht, dich hoch zu ehren ; doch nun hat der HERR dich um die Ehre gebracht!«
Da antwortete Bileam dem Balak: »Habe ich nicht schon deinen Boten, die du an mich gesandt hattest, ausdrücklich erklärt :
›Wenn Balak mir auch sein ganzes Haus voll Silber und Gold geben wollte, so vermöchte ich doch den Befehl des HERRN nicht zu übertreten, um nach eigenem Belieben etwas zu tun, sei es zum Guten oder zum Bösen; sondern nur, was der HERR mir eingäbe, das würde ich kundtun‹?
Weil ich denn jetzt zu meinem Volk zurückkehre, so komm: ich will dir verkünden, was dieses Volk deinem Volk in künftigen Zeiten antun wird!«

Hierauf trug er seinen Spruch folgendermaßen vor:
»So spricht Bileam, der Sohn Beors,
und so spricht der Mann, dessen Auge geschlossen ist;
So spricht der, welcher Gottes Worte vernimmt und die Gedanken des Höchsten kennt,
der die Offenbarungen des Allmächtigen schaut,
der hingesunken ist und dessen Augen enthüllt sind:
Ich sehe ihn, doch nicht schon jetzt,
ich gewahre ihn, doch noch nicht in der Nähe;
es geht ein Stern aus Jakob auf,
und ein Herrscherstab ersteht aus Israel,
der zerschmettert die Schläfen Moabs,
den Scheitel aller Söhne Seths.
Und Edom wird sein Eigentum werden
und Seir sein Eigentum, sie, seine Feinde;
Israel aber wird große Taten verrichten.
Von Jakob wird der Herrscher ausgehn
und Entronnene vertilgen aus den Städten.«

Als er dann die Amalekiter erblickte, trug er seinen Spruch folgendermaßen vor:
»Der Völker erstes ist Amalek,
doch sein Ende fällt dem Untergang anheim!«
Als er dann die Keniter erblickte, trug er seinen Spruch folgendermaßen vor:
»Fest ist dein Wohnsitz,
und auf Felsen gebaut dein Nest;
gleichwohl ist Kain dem Untergang geweiht:
wie lange noch, so führt Assur dich in Gefangenschaft!«
Dann trug er nochmals seinen Spruch folgendermaßen vor:
»Wehe! Wer wird am Leben bleiben,
wenn Gott dies eintreten läßt?
Denn Schiffe kommen vom Strand der Kittäer ,
die demütigen Assur und demütigen Eber;
doch auch der wird dem Untergang verfallen!«

Hierauf machte Bileam sich auf den Weg und kehrte in seine Heimat zurück; und auch Balak ging seines Weges.

Vertiefung

Kernsatz des Tages

Was Gott segnet, kann kein Mensch und keine Macht endgültig verfluchen.

Verdichteter Impuls

Wüste ist nicht nur ein Ort, sondern ein Zustand: erschöpft weitergehen, während das Innere trocken wird. In solchen Zeiten werden Worte scharf—gegen Gott, gegen andere, gegen sich selbst.

Verlangsamungsfrage

Welche Anklage in mir klingt so selbstverständlich, dass ich sie fast für Wahrheit halte?

Dein Schritt für heute

Sprich leise einen Satz des Segens über dich, z. B.: „Herr, stell mich unter dein Wort des Lebens.“

Wenn du hier weitergehen möchtest: im Begleitbuch weiterlesen.

Folgendetails

4. Mose 21-24Veröffentlicht am 06. Februar 2026Laufzeit 28 Min. 6 Sek.

Personen in dieser Folge

Samuel Glöggl

Zu hören: Samuel Glöggl.

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