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Lukas 8-10 · Tag 294 · 2025

Was wirklich zählt – Jesus nahe sein!

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In der folgenden Zeit durchwanderte er dann das Land von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf, indem er öffentlich lehrte und die Heilsbotschaft vom Reiche Gottes verkündigte. In seiner Begleitung befanden sich die zwölf Jünger
sowie auch einige Frauen, die er von bösen Geistern und Krankheiten geheilt hatte, z.B. Maria, die Magdalena genannt wurde, aus der sieben böse Geister ausgefahren waren,
ferner Johanna, die Frau des Chuza, eines Verwalters des Herodes, und Susanna und noch viele andere, die ihnen mit den ihnen zu Gebote stehenden Mitteln Dienste leisteten.
Als nun eine große Volksmenge zusammenkam und die Leute aus allen Städten ihm zuströmten, sprach er in der Form eines Gleichnisses:
Der Sämann ging aus, um seinen Samen zu säen; und beim Säen fiel einiges auf den Weg längshin und wurde zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf.
Anderes fiel auf felsigen Boden, und als es aufgegangen war, verdorrte es, weil ihm die Feuchtigkeit fehlte.
Wieder anderes fiel mitten unter die Dornen, und die Dornen wuchsen mit auf und erstickten es.
Anderes aber fiel auf den guten Boden, wuchs auf und brachte hundertfältigen Ertrag. Bei diesen Worten rief er laut aus: Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Da fragten ihn seine Jünger nach dem Sinn dieses Gleichnisses;
und er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu erkennen, den anderen aber nur in Gleichnissen , damit ›sie mit sehenden Augen doch nicht sehen und mit hörenden Ohren doch nicht verstehen‹ .
Dies ist aber die Deutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes.
Die, bei denen der Same auf den Weg längshin fiel, sind solche, die gehört haben, darauf aber kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen weg, damit sie nicht zum Glauben gelangen und dadurch gerettet werden.
Die, bei denen der Same auf den felsigen Boden fiel, sind solche, die das Wort, wenn sie es gehört haben, mit Freuden annehmen; doch es kann nicht Wurzel bei ihnen schlagen: eine Zeitlang glauben sie wohl, aber zur Zeit der Versuchung fallen sie ab.
Was dann unter die Dornen fiel, das deutet auf solche, die das Wort gehört haben, dann aber hingehen und es von den Sorgen und dem Reichtum und den Freuden des Lebens ersticken lassen, so daß sie die Frucht nicht zur Reife bringen.
Was aber auf den guten Boden fiel, das deutet auf solche, die das Wort, welches sie gehört haben, in einem feinen und guten Herzen festhalten und mit Beharrlichkeit Frucht bringen.
Niemand aber, der ein Licht angezündet hat, deckt es mit einem Gefäß zu oder stellt es unter ein Bett, sondern er stellt es auf einen Leuchter, damit die Eintretenden den hellen Schein sehen .
Denn nichts ist verborgen, was nicht offenbar werden wird, und nichts ist geheim, was nicht bekannt werden und ans Tageslicht kommen wird .
Darum gebt wohl acht, wie ihr hört! Denn wer da hat, dem wird noch dazugegeben werden, und wer nicht hat, dem wird auch das noch genommen werden, was er zu haben meint.
Es stellten sich dann seine Mutter und seine Brüder bei ihm ein, konnten jedoch wegen der Volksmenge nicht zu ihm gelangen.
Da wurde ihm gemeldet: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wünschen dich zu sehen.
Er aber antwortete ihnen mit den Worten: Meine Mutter und meine Brüder sind diese da, die das Wort Gottes hören und tun.
Eines Tages begab es sich, daß er mit seinen Jüngern in ein Boot stieg und zu ihnen sagte: Wir wollen an die andere Seite des Sees hinüberfahren! So stießen sie denn vom Lande ab.
Während der Fahrt aber schlief er ein. Da fuhr ein Sturmwind auf den See herab, das Boot füllte sich mit Wasser, und sie gerieten in Lebensgefahr.
Da traten sie zu ihm und weckten ihn mit den Worten: Meister, Meister, wir gehen unter! Er aber stand auf und bedrohte den Wind und das Gewoge des Wassers: da legten sie sich, und es trat Windstille ein.
Er sagte dann zu ihnen: Wo ist nun euer Glaube ? Sie waren aber in Furcht und Staunen geraten und sagten zueinander: Wer ist denn dieser, daß er sogar den Winden und dem Wasser gebietet und sie ihm gehorsam sind?
Sie fuhren dann nach dem Lande der Gergesener, das Galiläa gegenüber liegt.
Als er dort ans Land gestiegen war, kam ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der von bösen Geistern besessen war; schon seit langer Zeit hatte er keine Kleider mehr angezogen, auch hielt er sich in keinem Hause mehr auf, sondern in den Gräbern.
Als er Jesus sah, schrie er auf, warf sich vor ihm nieder und rief laut: Was willst du von mir, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte dich! Quäle mich nicht!
Jesus war nämlich im Begriff, dem unreinen Geist zu gebieten, aus dem Manne auszufahren; denn dieser hatte ihn schon seit langer Zeit in seiner Gewalt, und man hatte ihn mit Ketten und Fußfesseln gebunden und in Gewahrsam gehalten; doch er hatte die Bande allemal zerrissen und wurde von dem bösen Geiste in die Einöden getrieben.
Jesus fragte ihn nun: Wie heißt du? Er antwortete: Legion; denn viele böse Geister waren in ihn gefahren.
Diese baten ihn nun, er möchte ihnen nicht gebieten, in den Abgrund zu fahren.
Nun befand sich dort eine große Herde Schweine auf der Weide an dem Berge; deshalb baten die Geister ihn um die Erlaubnis, in diese fahren zu dürfen, und er erlaubte es ihnen.
So fuhren denn die Geister aus dem Manne aus und in die Schweine hinein; und die Herde stürmte den Abhang hinab in den See und ertrank dort.
Als nun die Hirten sahen, was geschehen war, ergriffen sie die Flucht und erstatteten Meldung in der Stadt und in den Gehöften.
Da zogen die Leute hinaus, um zu sehen, was vorgefallen war; sie kamen zu Jesus und fanden den Mann, aus dem die Geister ausgefahren waren, bekleidet und ganz vernünftig zu den Füßen Jesu sitzen und gerieten darüber in Furcht.
Die Augenzeugen erzählten ihnen dann, wie der Besessene geheilt worden war.
Da bat ihn die gesamte Bevölkerung der Umgegend von Gergesa, er möchte ihr Gebiet verlassen; denn sie waren in große Furcht geraten. So stieg er denn wieder ins Boot und machte sich auf den Rückweg.
Hierauf richtete der Mann, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, die Bitte an ihn, bei ihm bleiben zu dürfen; doch Jesus hieß ihn gehen mit den Worten:
Kehre in dein Haus zurück und erzähle dort, wie Großes Gott an dir getan hat! Da ging er denn auch hin und verkündete in der ganzen Stadt, wie Großes Jesus an ihm getan hatte.
Als Jesus dann zurückkehrte, nahm die Volksmenge ihn mit Freuden in Empfang, denn sie hatten alle auf ihn gewartet.
Da kam ein Mann namens Jairus, ein Vorsteher der Synagoge, warf sich vor Jesus nieder und bat ihn, in sein Haus zu kommen;
er hatte nämlich eine einzige Tochter von ungefähr zwölf Jahren, und diese lag im Sterben. Während Jesus nun hinging, umdrängte ihn die Volksmenge.
Und eine Frau, die schon seit zwölf Jahren am Blutfluß litt und bei keinem Heilung hatte finden können,
die trat von hinten an ihn heran und faßte die Quaste seines Mantels an, und augenblicklich kam der Blutfluß bei ihr zum Stillstand.
Da fragte Jesus: Wer hat mich angefaßt? Als nun alle es in Abrede stellten, sagte Petrus: Meister, die Volksmenge umdrängt und stößt dich von allen Seiten!
Jesus aber erwiderte: Es hat mich jemand angefaßt, ich habe ja gefühlt, daß eine Kraft von mir ausgegangen ist.
Als nun die Frau sah, daß sie nicht unbemerkt geblieben war, kam sie zitternd herbei, warf sich vor ihm nieder und bekannte vor dem ganzen Volk, aus welchem Grunde sie ihn angefaßt habe und wie sie augenblicklich gesund geworden sei.
Da sagte er zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dir Heilung verschafft: gehe in Frieden!
Während er noch redete, kam einer von den Leuten des Synagogenvorstehers mit der Meldung: Deine Tochter ist gestorben: bemühe den Meister nicht weiter!
Als Jesus das hörte, sagte er zu Jairus: Fürchte dich nicht, glaube nur, dann wird sie gerettet werden!
Als er dann an das Haus gekommen war, ließ er niemand mit sich eintreten außer Petrus, Johannes, Jakobus und den Eltern des Mädchens.
Alle weinten aber und wehklagten laut um sie; er jedoch sagte: Weinet nicht! Sie ist nicht tot, sondern schläft nur;
da verlachten sie ihn, weil sie wohl wußten, daß sie tot war.
Er aber faßte sie bei der Hand und rief ihr laut zu: Mädchen, stehe auf!
Da kehrte ihr Geist zu ihr zurück, und sie stand sogleich auf; und er ordnete an, man solle ihr zu essen geben.
Und ihre Eltern waren vor Erregung ganz außer sich; er aber gebot ihnen, keinem etwas von dem Geschehenen zu erzählen.

Er rief dann die Zwölf zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht über alle bösen Geister sowie zur Heilung von Krankheiten,
hierauf sandte er sie aus, das Reich Gottes zu verkünden und zu heilen.
Dabei gab er ihnen die Weisung: Nehmt nichts mit auf den Weg, weder einen Stock noch einen Ranzen, weder Brot noch Geld; auch sollt ihr nicht jeder zwei Röcke haben!
Wo ihr in ein Haus eingetreten seid, dort bleibt und von dort zieht weiter!
Und wo man euch nicht aufnimmt, da geht aus einer solchen Stadt weg und schüttelt den Staub von euren Füßen ab zum Zeugnis wider sie!
So machten sie sich denn auf den Weg und wanderten von Dorf zu Dorf, indem sie überall die Heilsbotschaft verkündeten und Heilungen vollführten.
Es hörte aber der Vierfürst Herodes von allen diesen Begebenheiten und fühlte sich dadurch beunruhigt; denn manche behaupteten, Johannes sei von den Toten auferweckt worden;
andere wieder meinten, Elia sei erschienen; noch andere, einer von den alten Propheten sei auferstanden.
Herodes aber sagte: Den Johannes habe ich enthaupten lassen; wer mag nun dieser sein, über den ich solche Dinge höre? So hegte er denn den Wunsch, Jesus persönlich zu sehen.
Nach ihrer Rückkehr berichteten ihm die Apostel alles, was sie getan hatten. Da nahm er sie mit sich und zog sich in die Stille zurück in eine Ortschaft namens Bethsaida.
Als aber die Volksmenge das in Erfahrung gebracht hatte, zogen sie ihm nach, und er ließ sie auch zu sich kommen, redete zu ihnen vom Reiche Gottes und machte die gesund, welche der Heilung bedurften.
Als der Tag sich dann zu neigen begann, traten die Zwölf an ihn heran und sagten zu ihm: Laß das Volk ziehen, damit sie in die umliegenden Ortschaften und Gehöfte gehen und dort Unterkunft und Verpflegung finden; denn hier sind wir in einer öden Gegend.
Doch er antwortete ihnen: Gebt ihr ihnen doch zu essen! Da erwiderten sie: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; wir müßten sonst hingehen und Lebensmittel für dieses ganze Volk einkaufen –
es waren nämlich gegen fünftausend Männer. Er sagte aber zu seinen Jüngern: Laßt sie sich in Gruppen von etwa je fünfzig Personen lagern.
Sie taten so und brachten alle dazu, sich zu lagern.
Darauf nahm er die fünf Brote und die beiden Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis , brach die Brote und gab sie immer wieder den Jüngern, damit diese sie dem Volk vorlegten.
Und sie aßen und wurden alle satt; dann las man die Brocken auf, die sie übriggelassen hatten, zwölf Körbe voll.
Es begab sich hierauf, als er für sich allein betete, daß nur die Jünger sich bei ihm befanden; da fragte er sie: Für wen halten mich die Volksscharen?
Sie gaben ihm zur Antwort: Für Johannes den Täufer, andere für Elia, noch andere meinen, einer von den alten Propheten sei auferstanden.
Darauf fragte er sie weiter: Ihr aber – für wen haltet ihr mich? Da antwortete Petrus: Für Christus, den Gottgesalbten!
Da gab er ihnen die strenge Weisung und gebot ihnen, sie sollten das niemand sagen,
und fügte noch hinzu: Der Menschensohn muß vieles leiden und von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten verworfen werden und den Tod erleiden und am dritten Tage auferweckt werden.
Dann sagte er zu allen: Will jemand mein Nachfolger sein, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz Tag für Tag auf sich und folge so mir nach! –
Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
Denn was hülfe es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, sich selbst aber verlöre oder einbüßte? –
Denn wer sich meiner und meiner Worte schämt, dessen wird auch der Menschensohn sich schämen, wenn er in seiner Herrlichkeit und in der Herrlichkeit des Vaters und der heiligen Engel kommt.
Ich sage euch aber der Wahrheit gemäß: Einige unter denen, die hier stehen, werden den Tod nicht schmecken, bis sie das Reich Gottes gesehen haben.
Etwa acht Tage nach diesen Unterredungen nahm er Petrus, Johannes und Jakobus mit sich und stieg auf den Berg, um zu beten.
Während er nun betete, veränderte sich das Aussehen seines Angesichts, und seine Kleidung wurde leuchtend weiß.
Und siehe, zwei Männer besprachen sich mit ihm, das waren Mose und Elia;
sie erschienen in Herrlichkeit und redeten davon, wie sein Lebensausgang sich in Jerusalem vollziehen sollte.
Petrus aber und seine Genossen waren von schwerer Schläfrigkeit befallen; weil sie sich aber mit Gewalt wach hielten, sahen sie seine Herrlichkeit und die beiden Männer, die bei ihm standen.
Als diese von ihm scheiden wollten, sagte Petrus zu Jesus: Meister, hier sind wir gut aufgehoben; wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elia – er wußte nämlich nicht, was er da sagte.
Während er noch so redete, kam eine Wolke und überschattete sie; und sie gerieten in Furcht, als sie in die Wolke hineinkamen.
Da erscholl eine Stimme aus der Wolke, die rief: Dies ist mein auserwählter Sohn: höret auf ihn!,
und während die Stimme erscholl, fand es sich, daß Jesus allein da war. Und die Jünger blieben verschwiegen und teilten in jenen Tagen niemand etwas von dem mit, was sie gesehen hatten.
Als sie aber am folgenden Tage von dem Berge wieder hinabgestiegen waren, kam ihm eine große Volksmenge entgegen.
Da rief ein Mann aus der Volksmenge heraus: Meister, ich bitte dich: nimm dich meines Sohnes an, er ist ja mein einziger!
Siehe, ein Geist packt ihn, so daß er plötzlich aufschreit; und er zerrt ihn hin und her, so daß ihm Schaum vor den Mund tritt, und läßt nur schwer von ihm ab: er reibt seine Kräfte ganz auf!
Ich habe deine Jünger gebeten, sie möchten ihn austreiben, doch sie haben es nicht gekonnt.
Da antwortete Jesus: O ihr ungläubige und verkehrte Art von Menschen! Wie lange soll ich noch bei euch sein und es mit euch aushalten? Bringe deinen Sohn hierher!
Während nun der Knabe noch auf ihn zuging, riß der böse Geist ihn hin und her und zog ihn krampfhaft zusammen. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist, heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater zurück.
Da gerieten alle außer sich vor Staunen über die große Macht Gottes. Während nun alle voll Verwunderung über alle seine Taten waren, sagte er zu seinen Jüngern:
Laßt ihr die Worte, die ich euch jetzt sage, in eure Ohren dringen! Denn der Menschensohn wird in die Hände der Menschen überantwortet werden.
Sie verstanden aber diesen Ausspruch nicht, sondern er blieb vor ihnen verhüllt, damit sie ihn nicht begriffen; doch scheuten sie sich, ihn wegen dieses Ausspruchs zu befragen.
Es stieg aber der Gedanke in ihnen auf, wer wohl der Größte unter ihnen wäre.
Da Jesus nun den Gedanken kannte, der sie beschäftigte, nahm er ein Kind, stellte es neben sich
und sagte zu ihnen: Wenn jemand dieses Kind auf meinen Namen hin aufnimmt, so nimmt er mich auf, und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat; denn wer der Kleinste unter euch allen ist, der ist groß.
Da nahm Johannes das Wort und sagte: Meister, wir haben jemand gesehen, der mit deinem Namen böse Geister austrieb, und haben es ihm untersagt, weil er dir nicht mit uns nachfolgt.
Jesus aber erwiderte ihm: Untersagt es ihm nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch. IV. Wirksamkeit Jesu auf seiner langen Wanderung nach Jerusalem
Als dann aber die Zeit seines Hingangs herankam, richtete er fest entschlossen sein Augenmerk darauf, nach Jerusalem zu ziehen,
und er sandte Boten vor sich her. Diese machten sich auf den Weg und kamen in ein Dorf der Samariter, um dort ein Unterkommen für ihn zu besorgen;
doch man nahm ihn nicht auf, weil er die Absicht hatte, nach Jerusalem zu ziehen.
Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, fragten sie: Herr, willst du, daß wir aussprechen, es solle Feuer vom Himmel fallen und sie verzehren, wie auch Elia getan hat?
Er aber wandte sich um und verwies es ihnen mit den Worten: Wißt ihr nicht, welches Geistes Kinder ihr seid? Der Menschensohn ist nicht gekommen, um Menschenleben zu vernichten, sondern um sie zu retten.
So begaben sie sich denn in ein anderes Dorf.
Als sie dann des Weges weiterzogen, sagte einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du auch gehst.
Jesus antwortete ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel des Himmels Nester, der Menschensohn aber hat keine Stätte, wohin er sein Haupt legen kann. –
Zu einem anderen sagte er: Folge mir nach! Der entgegnete: Erlaube mir, zunächst noch hinzugehen und meinen Vater zu begraben.
Da antwortete er ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben! Du aber gehe hin und verkündige das Reich Gottes! –
Noch ein anderer sagte: Herr, ich will dir folgen; zunächst aber gestatte mir, von meinen Hausgenossen Abschied zu nehmen!
Da sagte Jesus zu ihm: Niemand, der die Hand an den Pflug gelegt hat und dann noch rückwärts blickt, ist für das Reich Gottes tauglich.

Hierauf aber bestellte der Herr noch siebzig andere und sandte sie paarweise vor sich her in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst zu gehen gedachte.
Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber klein die Zahl der Arbeiter; darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter auf sein Erntefeld sende!
Geht hin! Seht, ich sende euch wie Lämmer mitten unter Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit euch, auch keinen Ranzen und keine Schuhe, und laßt euch unterwegs mit niemand in lange Begrüßungen ein.
Wo ihr in ein Haus eintretet, da sagt zuerst: ›Friede mit diesem Hause!‹
Wenn dann dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird der Friede, den ihr ihm gewünscht habt, auf ihm ruhen; andernfalls wird euer Friedensgruß zu euch zurückkehren.
In demselben Hause bleibt dann und eßt und trinkt, was man euch bietet; denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Geht nicht aus einem Hause weg in ein anderes;
und wo ihr in einer Stadt einkehrt und man euch aufnimmt, so eßt, was man euch vorsetzt,
und heilt die Kranken daselbst und sagt zu den Stadtbewohnern: ›Das Reich Gottes ist nahe zu euch herbeigekommen!‹
Wo ihr aber in einer Stadt einkehrt und man euch nicht aufnimmt, so geht auf ihre Straßen hinaus und sagt:
›Sogar den Staub, der sich uns aus eurer Stadt an die Füße gehängt hat, wischen wir ab, damit er euch verbleibt, doch das sollt ihr wissen, daß das Reich Gottes nahe herbeigekommen ist!‹
Ich sage euch: Es wird Sodom an jenem Tage erträglicher ergehen als der betreffenden Stadt!
Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Wundertaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst, in Sack und Asche sitzend, Buße getan.
Doch es wird Tyrus und Sidon beim Gericht erträglicher ergehen als euch.
Und du, Kapernaum, wirst doch nicht etwa bis zum Himmel erhöht werden? Nein, bis zum Totenreich wirst du hinabgestoßen werden!
Wer euch hört, der hört mich, und wer euch verwirft, verwirft mich; wer aber mich verwirft, verwirft den, der mich gesandt hat.
Die Siebzig kehrten dann voller Freude zurück und sagten: Herr, auch die bösen Geister sind uns kraft deines Namens gehorsam!
Da antwortete er ihnen: Ich habe den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel herabgestürzt gesehen.
Ihr wißt: ich habe euch die Macht verliehen, auf Schlangen und Skorpione zu treten , und Macht über das ganze Heer des Widersachers, und keinen Schaden wird er euch irgendwie zufügen können.
Doch nicht darüber freuet euch, daß die Geister euch gehorsam sind; freut euch vielmehr darüber, daß eure Namen im Himmel eingeschrieben stehen!
In eben dieser Stunde jubelte Jesus durch den heiligen Geist mit den Worten: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor Weisen und Klugen verborgen und es Unmündigen geoffenbart hast; ja, Vater, denn so ist es dir wohlgefällig gewesen.
Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn, und wem der Sohn ihn offenbaren will. –
Dann wandte er sich zu den Jüngern besonders und sagte: Selig sind die Augen, die da sehen, was ihr seht!
Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige haben gewünscht, das zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und das zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.
Da trat ein Gesetzeslehrer auf, um ihn zu versuchen, und fragte: Meister, was muß ich tun, um ewiges Leben zu ererben?
Jesus erwiderte ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Wie lauten da die Worte?
Er gab zur Antwort: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit deiner ganzen Seele, mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Denken und deinen Nächsten wie dich selbst .
Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet; tu das, so wirst du leben!
Jener wollte sich aber rechtfertigen und sagte zu Jesus: Ja, wer ist denn mein Nächster?
Da erwiderte Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel Räubern in die Hände; die plünderten ihn aus, schlugen ihn blutig, ließen ihn halbtot liegen und gingen davon.
Zufällig kam ein Priester jene Straße hinabgezogen und sah ihn liegen, ging aber vorüber.
Ebenso kam auch ein Levit an die Stelle und sah ihn, ging aber vorüber.
Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam in seine Nähe, und als er ihn sah, fühlte er Mitleid mit ihm;
er trat an ihn heran und verband ihm die Wunden, wobei er Öl und Wein darauf goß; dann setzte er ihn auf sein Maultier, brachte ihn in eine Herberge und verpflegte ihn.
Am folgenden Morgen holte er zwei Denare heraus , gab sie dem Wirt und sagte: ›Verpflege ihn, und was es dich etwa mehr kostet, will ich dir bei meiner Rückkehr ersetzen.‹
Wer von diesen dreien hat sich nun nach deiner Ansicht dem unter die Räuber Gefallenen als Nächster erwiesen?
Jener antwortete: Der, welcher die Barmherzigkeit an ihm geübt hat. Da sagte Jesus zu ihm: So gehe hin und handle du ebenso!
Als sie dann weiterwanderten, kam er in ein Dorf, und eine Frau namens Martha nahm ihn in ihr Haus auf.
Diese hatte eine Schwester namens Maria, die sich zu den Füßen des Herrn niederließ und seinen Worten zuhörte;
Martha dagegen ließ sich durch vielerlei Dienstleistungen für die Bewirtung in Anspruch nehmen. Nun trat sie zu ihm und sagte: Herr, machst du dir nichts daraus, daß meine Schwester die Bedienung mir allein überlassen hat? Sage ihr doch, sie möge mir zur Hand gehen!
Aber der Herr gab ihr zur Antwort: Martha, Martha! Du machst dir Unruhe um vielerlei;
aber nur eins ist nötig. Denn Maria hat das gute Teil erwählt: das soll ihr nicht genommen werden.

Folgendetails

Veröffentlicht am 21. Oktober 2025Laufzeit 3 Min. 26 Sek.

Personen in dieser Folge

Samuel Glöggl

Zu hören: Samuel Glöggl.

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