Weisheit 17-19 · Tag 191 · 2025
Gottes Licht besiegt jede Dunkelheit!
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Groß sind deine Gerichte und unerforschlich; darum sind unerleuchtete Seelen in Irrtum verfallen.
Denn die Gottlosen, die da gedacht hatten, das heilige Volk in Knechtschaft halten zu können, mußten sich selbst in ihren Häusern einschließen, waren in Finsternis gefangen und von langer Nacht umstrickt und lagen da, von der ewigen Vorsehung ausgeschlossen.
Während sie nämlich wähnten, bei ihren geheimen Sünden verborgen zu sein unter dem dunklen Schleier der Vergessenheit, wurden sie in der Finsternis entsetzlich geängstigt und durch Trugbilder erschreckt.
Denn nicht einmal der Winkel, der sie umfing, erhielt sie frei von Furcht; erschreckende Töne wurden ringsum sie laut, und düstere Gestalten mit scheußlichen Gesichtern erschienen ihnen.
Keines Feuers Kraft war stark genug, Helligkeit zu schaffen, und auch die strahlenden Lichter der Sterne vermochten jene schaurige Nacht nicht zu erhellen.
Es erschien ihnen nur eine selbstentzündete Feuerflamme voller Furchtbarkeit, und durch diesen noch niemals gesehenen Anblick mit Entsetzen erfüllt, hielten sie das Geschaute für noch schlimmer, als es war.
Die Gaukeleien ihrer Zauberkunst erwiesen sich als machtlos dagegen, und die Prüfung ihrer prahlerischen Weisheit fiel schmachvoll für sie aus;
denn sie, die da versprachen, die Schrecken und Ängste der kranken Seelen zu bannen, erkrankten selbst an lächerlicher Furcht.
Denn auch dann, wenn nichts Furchtbares sie schreckte, wurden sie doch durch das Vorüberkriechen des Gewürms und das Zischen der Schlangen aufgeschreckt und kamen vor Angst um; sie weigerten sich sogar, in die Luft zu schauen, der man sich doch nimmermehr entziehen kann.
Denn feige ist die durch ihr eigenes Zeugnis verurteilte Bosheit, und immer vom bösen Gewissen gedrängt, macht sie sich auf das Schlimmste gefaßt.
Denn die Furcht ist nichts anderes als ein Preisgeben der von der Überlegung dargebotenen Hilfsmittel;
und wenn die Zuversicht im Inneren geschwächt ist, so hält sie die Ratlosigkeit für ein größeres Übel als die Ursache, welche die Qual veranlaßt.
Als jene nun die an und für sich ohnmächtige Nacht, die aus den Tiefen der ebenfalls ohnmächtigen Unterwelt heraufgestiegen war, in dem gewöhnlichen Schlafe zubringen wollten,
wurden sie teils durch Gespenstererscheinungen umhergetrieben, teils durch das Aufgeben alles Selbstvertrauens gelähmt: denn eine plötzliche und unerwartete Furcht befiel sie.
So wurde also jeder, der sich dort befand, wenn er niederfiel, gefangen gehalten, indem er in einen Kerker ohne Eisenfesseln eingeschlossen war.
Mochte jemand ein Ackersmann sein oder ein Hirt oder ein mit mühsamer Arbeit in der Wüste beschäftigter Tagelöhner: von der Finsternis überrascht, mußte er die unentrinnbare Notlage über sich ergehen lassen; denn alle waren mit der nämlichen Kette der Dunkelheit gefesselt.
Ob säuselnder Windhauch es war, oder lieblicher Vogelsang in dichtbelaubten Zweigen, oder das Rauschen des mit Macht daherströmenden Wassers,
oder das schauerliche Krachen herabstürzender Felsen, oder das unsichtbare Laufen hüpfender Wesen, oder das Geheul der grausigsten Tiere, oder der aus den Höhlen des Gebirges zurückgeworfene Widerhall: – alle diese Schrecknisse lähmten sie.
Denn die ganze übrige Welt erglänzte in strahlendem Licht, und jeder konnte ungehindert seine Geschäfte betreiben;
nur über jene war tiefe Nacht ausgebreitet, ein Vorbild der Finsternis, die sie einst aufnehmen sollte; sich selber aber waren sie eine noch drückendere Last, als die Finsternis es war.
Deine Heiligen befanden sich unterdessen im hellsten Licht; deren Stimmen hörten die Ägypter wohl, konnten sie aber persönlich nicht sehen; noch priesen sie jene glücklich, daß sie nicht ebenso hatten leiden müssen wie sie selbst.
Ja, sie waren dankbar, daß jene, obschon zuerst mißhandelt, ihnen nicht Schaden zugefügt hatten; sie baten sogar um Verzeihung für ihre Feindschaft.
Dagegen gabst du ihnen die feuerflammende Säule als Wegführerin auf der Wanderung durch unbekanntes Land und als unschädliche Sonne für die ruhmvolle Wanderung.
Jene dagegen hatten es verdient, des Lichts beraubt zu werden und in der Finsternis gefangen zu sein, weil sie deine Söhne in Gefangenschaft gehalten hatten, durch welche das unvergängliche Licht des Gesetzes der Welt mitgeteilt werden sollte.
Weil jene aber beschlossen hatten, die Kinder der Heiligen zu töten, und eins von den Kindern ausgesetzt, aber gerettet worden war, so nahmst du zur Strafe ihre Kinder in Menge hinweg und ließest sie alle bis auf den letzten Mann in gewaltiger Wasserflut umkommen.
Jene Nacht wurde unseren Vätern im voraus angezeigt, damit sie sicher wüßten, auf welche Eidschwüre sie ihr Vertrauen setzten und gutes Mutes wären;
und so wurde von deinem Volke die Rettung der Gerechten und der Untergang seiner Feinde erwartet;
denn wodurch du die Gegner straftest, eben dadurch verherrlichtest du uns, indem du uns zu dir riefst.
Denn im Verborgenen brachten die heiligen Söhne trefflicher Eltern ihr Opfer dar und stellten die göttliche Satzung einmütig fest, daß die Heiligen in gleicher Weise an den Gütern und an den Gefahren teilnehmen sollten, nachdem sie zuvor bereits die Lobgesänge ihrer Väter angestimmt hatten.
Dagegen erscholl das mißtönende Geschrei der Feinde, und die Wehklage derer, die ihre Kinder beweinten, verbreitete sich überallhin;
denn mit gleicher Strafe wurde der Knecht zugleich mit seinem Herrn gezüchtigt, und der Untertan erlitt dasselbe wie der König.
Alle ohne Ausnahme aber hatten durch dieselbe Todesart zahllose Tote, und die Überlebenden genügten nicht, um sie zu begraben, weil in einem einzigen Augenblick der vornehmste Teil ihrer Nachkommenschaft hinweggerafft worden war.
Während sie also vorher infolge ihrer Zauberkünste völlig ungläubig geblieben waren, bekannten sie jetzt bei der Vernichtung ihrer Erstgeborenen, daß das Volk der Sohn Gottes sei.
Denn zu der Zeit, wo tiefes Schweigen alles umfangen hielt und die Nacht sich in der Mitte ihres Laufes befand,
da fuhr dein Allmachtswort vom Himmel her von deinem Königsthron wie ein unerbittlicher Krieger in das dem Verderben geweihte Land herab;
als scharfes Schwert trug er deinen unwiderruflichen Befehl; er trat hin und verbreitete den Tod im ganzen Lande; den Himmel berührte er und schritt doch auf der Erde dahin.
Da schreckten plötzlich furchtbare Traumbilder sie auf, und unerwartete Ängste befielen sie;
halbtot stürzten sie, der eine hier, der andere dort, zur Erde nieder und zeigten damit an, welches die Ursache ihres Todes sei;
denn die Träume, durch die sie beunruhigt worden waren, hatten dies ihnen zuvor kundgetan, damit sie nicht stürben, ohne zu wissen, warum sie solches Unheil erlitten. Die Pestplage der Israeliten in Kades gemildert durch das Eintreten Aarons
Es hat freilich auch die Gerechten die Anfechtung des Todes getroffen: ein Sterben gar vieler von ihnen fand in der Wüste statt; doch das Zorngericht hielt nicht lange an;
denn ein unsträflicher Mann beeilte sich, als Vorkämpfer für sie aufzutreten. Indem er die Waffe seines heiligen Dienstes, nämlich Gebet und versöhnendes Räucherwerk, herbeibrachte, trat er dem Grimm entgegen und machte dem Unheil ein Ende; er zeigte so, daß er dein Diener war.
Er überwand aber den Zorn nicht durch Körperstärke, noch durch Waffengewalt, sondern durch das Wort bezwang er den Strafenden, indem er an die den Vätern geleisteten Eidschwüre und die mit ihnen geschlossenen Bündnisse erinnerte.
Denn als die Toten schon haufenweise übereinander dalagen, trat er dazwischen, brachte das Zorngericht zum Stillstand und schnitt ihm den Weg zu den noch Lebenden ab.
Denn auf seinem langwallenden Talar war die ganze Welt und der Ruhm der Väter auf den vier Reihen geschnittener Steine und deine Herrlichkeit auf der Binde seines Hauptes.
Vor diesen Wahrzeichen wich der Verderber zurück, vor ihnen scheute er sich; denn die bloße Erprobung des Zorns war ausreichend.
Die Gottlosen aber bedrängte der erbarmungslose Zorn bis ans Ende; denn Gott wußte auch ihr zukünftiges Verhalten im voraus,
daß sie nämlich, obgleich sie selbst zum Auszuge gedrängt und sie geradezu vertrieben hatten, doch andern Sinnes werden und sie verfolgen würden.
Und in der Tat: während sie sich noch mitten in der Trauerfeier befanden und noch an den Gräbern ihrer Toten wehklagten, faßten sie mit einemmal einen andern, ganz verfehlten Entschluß und verfolgten wie entlaufene Sklaven die, welche sie eben noch unter Bitten zum Weggehen gedrängt hatten.
Denn es zog sie zu diesem Ausgang das verdiente Verhängnis und flößte ihnen Vergessenheit alles dessen ein, was geschehen war, damit sie die an ihren Heimsuchungen noch fehlende Strafe vollends erlitten
und damit dein Volk die wunderbare Wanderung ausführte, während jene einen ungewöhnlichen Tod erlitten.
Denn die ganze Schöpfung wurde in ihrer Eigentümlichkeit wiederum aufs neue umgeschaffen, indem sie ganz besonderen Befehlen gehorchte, damit deine Kinder unversehrt erhalten blieben.
Da sah man die Wolke, welche den Heereszug überschattete, und das Auftauchen trockenen Landes, wo vorher Wasser gestanden hatte: einen freien Weg aus dem Roten Meere hinaus und eine grünende Flur, die aus den reißenden Fluten emporgestiegen war.
Auf dieser zogen sie hindurch, das ganze Volk, von deiner Hand beschirmt, nachdem sie erstaunliche Wunder geschaut hatten.
Denn wie Rosse wurden sie geweidet, und wie Lämmer hüpften sie, indem sie dich, o Herr, als ihren Retter priesen.
Denn sie gedachten noch alles dessen, was sie während ihres Aufenthaltes in dem fremden Lande erlebt hatten, wie die Erde, statt die gewöhnlichen Tiere hervorzubringen, nur Mücken erzeugt hatte, und wie der Nilstrom anstatt der Wassertiere die Unmenge von Fröschen ausgespieen hatte.
Später aber sahen sie auch noch eine neue Art Vögel, als sie, von Lüsternheit getrieben, um Leckerbissen gebeten hatten;
denn um ihnen Befriedigung zu gewähren, stieg aus dem Meere ein Wachtelschwarm herauf.
Jedoch kamen die Strafen über die Frevler nicht, ohne daß Warnungszeichen durch furchtbare Blitzschläge vorausgegangen wären; denn mit Recht litten sie für ihre Bosheitstaten; sie hatten ja einen ganz ungewöhnlichen Fremdenhaß an den Tag gelegt.
Jene nämlich hatten nur Unbekannte, die zu ihnen gekommen waren, nicht aufnehmen wollen, diese dagegen suchten Gastfreunde, die ihnen Gutes erwiesen hatten, zu Knechten zu machen.
Und nicht nur dieses, sondern – wofür noch die Strafe sie treffen wird – während jene die Fremden gleich anfangs feindselig aufgenommen hatten,
haben diese dagegen diejenigen, welche sie mit Festlichkeiten empfangen hatten und welche bereits zu voller Teilnahme an ihrem Bürgerrecht gelangt waren, mit schweren Fronarbeiten mißhandelt.
Sie wurden aber auch mit Blindheit geschlagen, wie einst jene an der Tür des Gerechten, als sie, von tiefer Finsternis umgeben, ein jeder den Eingang zu seiner Haustür suchten.
Denn die Elemente unterliegen durcheinander dem Wechsel, gerade wie auf einem Saiteninstrument die Töne der Melodie den Namen wechseln, während sie doch dem Klange nach stets dieselben bleiben, was sich aus der Betrachtung der damaligen Begebenheiten mit Sicherheit entnehmen läßt.
Denn Landtiere verwandelten sich in Wassertiere, und Schwimmtiere stiegen ans Land heraus;
das Feuer gewann im Wasser stärkere Kraft, und das Wasser vergaß im Feuer seine löschende Kraft.
Die Flammen hinwiederum verzehrten nicht das Fleisch leichtvergänglicher Geschöpfe, die in sie hineingerieten, und ließen nicht die eisähnliche leichtschmelzbare Art der himmlischen Nahrung schmelzen.
Denn in allen Beziehungen hast du, o Herr, dein Volk geehrt und herrlich gemacht, hast es nie aus den Augen gelassen, sondern ihm allezeit und überall beigestanden.
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