Weisheit 6-9 · Tag 188 · 2025
Suche Gottes Weisheit – Sie wartet auf dich!
Weitere Folgen
Mitlesen
Text dieser Folge Zum Mitlesen aufklappen
II. Zweiter Teil: Schilderung der hohen Vorzüge der Weisheit auf Grund ihres göttlichen Ursprungs und ihrer Segenswirkungen
Hört also, ihr Könige, und seid verständig! nehmt Lehre an, ihr Herrscher der Enden der Erde!
Horcht auf, die ihr die Menge regiert und stolz seid auf die große Zahl eurer Völker!
Denn die Herrschaft ist euch vom Herrn verliehen und die Gewalt vom Höchsten,
der eure Taten prüfen und eure Pläne erforschen wird.
Denn obgleich ihr Diener seines Reiches seid, habt ihr ungerecht gerichtet und weder das Gesetz beobachtet, noch euren Wandel nach dem Willen Gottes geführt.
Schrecklich und gar bald wird er über euch kommen, denn ein strenges Gericht findet bei den Machthabern statt.
Denn der Geringe findet Verzeihung aus Erbarmen, aber die Gewaltigen werden gewaltig gezüchtigt werden;
denn der Allherrscher nimmt auf niemand Rücksicht und scheut sich vor keiner Größe; denn klein und groß hat er geschaffen, und für alle sorgt er in gleicher Weise.
Den Mächtigen aber steht eine strenge Untersuchung bevor.
Euch also, ihr Fürsten, gelten meine Worte, damit ihr Weisheit lernt und euch nicht vergeht.
Denn die, welche das Heilige heilig beobachten, werden selbst geheiligt werden, und die darin Belehrung erhalten haben, werden Rechtfertigung erlangen.
So seid also begierig nach meinem Unterricht, tragt Verlangen danach, so werdet ihr Belehrung gewinnen.
Strahlend und unverwelklich ist die Weisheit und läßt sich leicht erschauen von denen, die sie lieben, und leicht finden von denen, die sie suchen;
ja, sie kommt denen zuvor, die nach ihr verlangen, um erkannt zu werden.
Wer sich früh am Morgen nach ihr aufmacht, braucht sich nicht lange zu mühen, denn er findet sie schon an seiner Tür sitzend.
Denn sich in Gedenken mit ihr beschäftigen ist der Höhepunkt der Einsicht, und wer um ihretwillen wacht, wird bald frei von Sorgen sein.
Denn sie selbst geht umher und sucht die ihrer Würdigen auf; sie erscheint ihnen bereitwillig auf allen ihren Wegen und tritt ihnen bei jedem Gedanken entgegen.
Der Anfang zu ihr ist das völlig aufrichtige Verlangen nach Belehrung; Sorge um Belehrung aber ist Liebe zu ihr;
Liebe zu ihr aber besteht in der Beobachtung ihrer Gebote; das Festhalten an ihren Geboten aber ist Sicherstellung der Unsterblichkeit;
Unsterblichkeit aber bewirkt, daß man Gott nahe ist.
So führt also das Verlangen nach Weisheit zur Herrschaft.
Also, ihr Beherrscher der Völker: wenn ihr Freude an euren Thronen und Zeptern erleben wollt, so ehrt die Weisheit, damit ihr die Herrschaft für immer behaltet.
Was aber die Weisheit ist und wie sie entstanden ist, will ich verkünden und nicht Geheimnisse vor euch verbergen, sondern vom Anfang der Schöpfung an will ich nachforschen und ihre Kenntnis offen darlegen, ohne an der Wahrheit vorbeizugehen.
Auch will ich nicht im Bunde mit dem hagern Neide kommen, denn dieser hat mit der Weisheit nichts gemein.
Eine große Anzahl von Weisen ist aber ein Glück für die Welt, und ein verständiger König ist ein Segen für das Volk.
Darum laßt euch durch meine Worte unterweisen: das wird euch Nutzen bringen.
Auch ich bin zwar ein sterblicher Mensch gleich allen anderen und ein Abkömmling des erdgeborenen Ersterschaffenen;
dem Körper nach bin ich im Schoße meiner Mutter in zehnmonatlicher Frist gebildet, zusammengeronnen im Blut aus Mannessamen und der im Beischlaf sich zugesellenden Lust.
Auch ich sog nach meiner Geburt die allen gemeinsame Luft ein und fiel auf die Erde, wie das alle Kinder tun, indem ich den ersten Schrei auf die allen gleiche Weise weinend ausstieß;
in Windeln wurde ich aufgezogen und unter Sorgen.
Denn kein König hat einen andern Anfang seines Daseins gehabt: nein,
alle treten in gleicher Weise ins Leben ein und aus dem Leben hinaus.
Darum betete ich, da wurde mir Einsicht verliehen; ich rief Gott an, da zog der Geist der Weisheit in mich ein.
Ich schätzte sie höher als Zepter und Thron und achtete den Reichtum für nichts im Vergleich mit ihr;
keinen noch so unschätzbaren Edelstein stellte ich ihr gleich; denn alles Gold ist neben ihr nur ein bißchen Sand, und Silber wird im Vergleich mit ihr als Unrat angesehen.
Mehr als Gesundheit und Schönheit liebte ich sie und zog ihren Besitz sogar dem Lichte vor, weil die von ihr ausgehende Helligkeit nie erlischt.
Es kamen aber zugleich mit ihr alle anderen Güter in meinen Besitz, und ungezählten Reichtum brachte sie mit.
Ich freute mich aber aller dieser Dinge, weil die Weisheit ihre Führerin ist; ich wußte aber noch nicht, daß sie auch die Erzeugerin von ihnen allen ist. Der unerschöpfliche Inhalt der empfangenen Weisheit
Ohne Hintergedanken habe ich sie kennen gelernt, und ohne Neid mache ich jetzt Mitteilung davon; ich will ihren Reichtum nicht für mich zurückbehalten;
denn ein unerschöpflicher Schatz ist sie für die Menschen; alle, die ihn benutzen, verwenden ihn dazu, Freundschaft mit Gott zu schließen, dem sie sich durch die aus der Zucht stammenden Gaben empfohlen haben.
Mir aber möge Gott verleihen, nach meinem Wunsche zu reden und Erwägungen anzustellen, die der mir verliehenen Gabe würdig sind; denn er ist ebensowohl der Führer zur Weisheit als auch der Wegweiser der Weisen.
In seiner Hand sind ja sowohl wir als auch unsere Worte und jegliche Einsicht und jedes Geschick für geschäftliche Leistungen.
So hat er denn auch mir ein untrügliches Wissen von den Dingen verliehen, so daß ich mich auf den Bau der Welt und auf die Kraft der Elemente verstehe,
auf den Anfang und das Ende und die Mitte der Zeiten, auf den Wandel der Sonnenwenden und den Wechsel der Jahreszeiten,
auf den Kreislauf der Jahre und die Stellungen der Gestirne,
auf die verschiedenartige Natur der Tiere und die wilden Triebe der Raubtiere, auf die gewaltigen Kräfte der Geister und die Gedanken der Menschen, auf die Verschiedenheiten der Pflanzen und die Heilkräfte der Wurzeln.
Alles, was verborgen und offenbar ist, habe ich kennen gelernt; denn die Künstlerin von allen hat es mich gelehrt, die Weisheit. Die Eigenschaften und Wirkungen der göttlichen Weisheit
Denn in ihr wohnt ein Geist: denkend, heilig, eigenartig, vielteilig, fein, beweglich, durchsichtig, unbefleckbar, klar, unverletzlich, das Gute liebend, scharfsinnig, nicht zu hemmen, wohltätig, menschenfreundlich,
fest ohne Fehl, sorgenfrei, allgewaltig, alles übersehend und alle denkenden, reinen und feinen Geister durchdringend.
Denn die Weisheit ist beweglicher als alles andere, was sich bewegt; sie dringt und geht durch alles hindurch vermöge ihrer Reinheit.
Denn sie ist ein Hauch der Kraft Gottes und ein lauterer Ausfluß aus der Herrlichkeit des Allmächtigen; darum gerät auch nichts Beflecktes in sie hinein.
Denn sie ist ein Abglanz des ewigen Lichts und ein fleckenloser Spiegel des göttlichen Wirkens und ein Abbild seiner Güte.
Obgleich sie nur eine ist, vermag sie doch alles, und obgleich sie immer dieselbe bleibt, erneuert sie doch alles; und indem sie von Geschlecht zu Geschlecht in heilige Seelen eingeht, rüstet sie diese zu Gottesfreunden und Propheten aus.
Denn nichts liebt Gott als den, der mit der Weisheit in vertrauter Gemeinschaft lebt.
Denn sie ist herrlicher als die Sonne und übertrifft jegliche feste Stellung der Gestirne und, mit dem Lichte verglichen, stellt sie sich als vorzüglicher heraus;
denn auf dieses folgt die Nacht, aber gegen die Weisheit vermag die Bosheit nichts.
Sie erstreckt sich aber machtvoll von dem einen Ende zum andern und ordnet alles in der Welt vortrefflich.
Diese habe ich geliebt und erstrebt von meiner Jugend an; ich wünschte sehnlich, sie als meine Braut heimzuführen, und war in ihre Schönheit verliebt.
Ihren edlen Ursprung verherrlicht sie dadurch, daß sie mit Gott zusammenlebt, und auch der Gebieter des Alls hat sie liebgewonnen;
denn sie ist in Gottes Wissen eingeweiht und nimmt teil an seinem Wirken.
Wenn aber Reichtum ein wünschenswerter Besitz im Leben ist, was kann es da Reicheres geben als die Weisheit, die alles erschafft?
Und wenn schon die Klugheit etwas zustande bringt, wo gibt es da in der ganzen Welt einen tüchtigeren Werkmeister als sie?
Und wenn jemand die Gerechtigkeit liebt, so ist sie es, welche die Tugenden hervorbringt; denn Maßhalten und Klugheit lehrt sie, Gerechtigkeit und Tapferkeit, die nützlichsten Besitztümer, die es für die Menschen in ihrem Leben gibt.
Wenn ferner jemand Verlangen nach reicher Lebenserfahrung trägt, so ist sie es, die das Vergangene kennt und das Zukünftige erschließt; sie versteht sich auch auf künstlich geformte Aussprüche und auf die Lösung von Rätseln; Zeichen und Wunder erkennt sie im voraus und ebenso die Ausgänge der Zeiten und Zeiträume.
So beschloß ich denn, diese als Lebensgenossin heimzuführen; ich wußte ja, daß sie mir im Glück eine Beraterin sein würde und eine Trösterin in Sorgen und Kümmernissen.
Um ihretwillen werde ich Ruhm bei der großen Menge haben und, obschon noch ein junger Mann, Ehre bei den Alten.
Als scharfsinnig werde ich erfunden werden bei der Rechtsprechung und Bewunderung ernten durch die Beurteilung der Herrscher.
Wenn ich schweige, wird man auf mich warten, und wenn ich rede, wird man aufhorchen, und wenn ich länger rede, werden alle die Hand auf ihren Mund legen.
Durch ihr Verdienst werde ich Unsterblichkeit erlangen und ein ewiges Andenken bei der Nachwelt hinterlassen.
Völker werde ich regieren, und Völkerschaften werden mir untertan sein;
schreckliche Gewaltherrscher werden in Furcht geraten, wenn sie von mir hören; bei der großen Menge werde ich als gütig gelten und im Kriege als tapfer.
Bin ich nach Hause gekommen, so werde ich Erholung bei ihr finden; denn der Verkehr mit ihr hat nichts Bitteres und das Zusammenleben mit ihr nichts Betrübendes, sondern nur Frohsinn und Freude.
Dieses bei mir bedenkend und in meinem Herzen erwägend, daß nämlich Unsterblichkeit durch das Zusammenleben mit der Weisheit gewonnen wird
und edle Ergötzung durch die Freundschaft mit ihr und durch ihr erfolgreiches Wirken ein unerschöpflicher Reichtum und durch die dauernde Pflege des Verkehrs mit ihr Einsicht und durch die Teilnahme an ihren Unterweisungen Berühmtheit: – da ging ich umher und suchte sie in meinen Besitz zu bringen.
Ich war aber ein wohlbeanlagter junger Mann, besaß auch ein gutes Gemüt,
oder vielmehr, weil ich gutgeartet war, war ich in einen unbefleckten Leib gekommen.
Da ich aber erkannte, daß ich nur dann in ihren Besitz gelangen würde, wenn Gott sie mir verliehe, – und zwar war das schon ein Beweis von Einsicht, daß ich erkannte, von wem diese Gnadengabe komme, – da wandte ich mich an den Herrn und betete zu ihm und sprach aus ganzem Herzen:
Du Gott meiner Väter und Herr der Barmherzigkeit, der du das All durch dein Wort geschaffen
und durch deine Weisheit den Menschen gebildet hast, damit er über die von dir erschaffenen Geschöpfe herrsche
und die Welt regiere mit Heiligkeit und Gerechtigkeit und in Lauterkeit des Herzens Gericht halte:
verleihe mir die Weisheit, die Beisitzerin deines Thrones, und schließe mich nicht aus der Zahl deiner Kinder aus.
Denn ich bin dein Knecht und der Sohn deiner Magd, ein schwacher Mensch von kurzer Lebensdauer und wenig tüchtig an Einsicht für Rechtspflege und Gesetzeskenntnis.
Denn wäre jemand auch vollkommen unter den Menschenkindern, so müßte er doch, wenn ihm die von dir ausgehende Weisheit abginge, für nichts geachtet werden.
Du hast mich zum König deines Volkes auserwählt und zum Richter über deine Söhne und Töchter.
Du hast mir geboten, einen Tempel auf deinem heiligen Berge zu erbauen und einen Altar in der Stadt, wo du deine Wohnung hast, ein Abbild des heiligen Zeltes, das du von Anfang an zuvorbereitet hast.
Bei dir ist ja die Weisheit, die deine Werke kennt und die zugegen war, als du die Welt schufst, und die weiß, was in deinen Augen wohlgefällig und was recht ist nach deinen Geboten.
Entsende sie aus deinem heiligen Himmel und schicke sie vom Thron deiner Herrlichkeit, damit sie mir bei meiner Arbeit Beistand leiste und ich erkenne, was dir wohlgefällig ist.
Denn sie weiß und versteht alles und wird mich bei meinen Unternehmungen mit Besonnenheit leiten und mich durch ihren Lichtglanz behüten.
Alsdann wird mein ganzes Tun wohl aufgenommen werden, und ich werde dein Volk mit Gerechtigkeit regieren und des Thrones meines Vaters würdig sein.
Denn wo ist ein Mensch, der den Willen Gottes zu erkennen vermöchte, oder wer wird ergründen, was der Herr verlangt?
Denn die Gedanken der Sterblichen sind unsicher und unsere Anschläge trügerisch;
denn der vergängliche Leib beschwert die Seele, und die irdische Behausung belastet den denkeifrigen Geist.
Kaum erraten wir, was auf der Erde ist, und nur mit Mühe machen wir ausfindig, was handgreiflich vor uns liegt: wer aber hat die himmlischen Dinge ergründet?
Und wer hat deinen Ratschluß erkannt, wenn du ihm nicht Weisheit verliehen und ihm deinen heiligen Geist von obenher gesandt hast?
Nur auf diese Weise werden die Pfade der Erdenbewohner gerade gerichtet und die Menschen über das dir Wohlgefällige belehrt; ja, nur durch die Weisheit werden sie gerettet.
Folgendetails
Personen in dieser Folge
Zu hören: Samuel Glöggl.
Weitergehen
Weitere Podcasts von Samuel Glöggl: Katechismus in einem Jahr, Von der inneren Regierung oder direkt diese Arbeit mittragen.