2. Makkabäer 13-15 · Tag 124 · 2025
Auch wenn es aussichtslos scheint – Gott kämpft für dich!
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Im Jahre 149 wurden Judas und seine Leute in Kenntnis gesetzt, daß Antiochus Eupator mit einem großen Heere gegen Judäa heranziehe
und mit ihm sein Vormund Lysias, der Reichsverweser, jeder mit einem griechischen Heere von 110000 Mann Fußvolks und 5300 Reitern, 22 Elefanten und 300 Sichelwagen.
Auch Menelaus gesellte sich zu ihnen und trieb den König zum Kriege an, wobei er sich verstellte, da er nicht das Wohl seines Vaterlandes im Auge hatte, sondern die Hoffnung hegte, wieder in sein Amt eingesetzt zu werden.
Aber der König aller Könige erweckte den Zorn des Antiochus gegen diesen Bösewicht; und da Lysias nachwies, daß dieser Mensch die Schuld an allen Unglücksfällen trage, befahl er, ihn nach Beröa zu bringen, um dort nach der Sitte des Ortes hingerichtet zu werden.
An diesem Orte befindet sich nämlich ein fünfzig Ellen hoher Turm, mit Asche angefüllt. In diesem Turm ist eine Vorrichtung, die sich dreht und von allen Seiten in die Asche hineinschleudert.
Einen Tempelräuber oder sonstige große Verbrecher stürzt dort die ganze Bevölkerung hinunter, so daß sie elendiglich umkommen.
Eines solchen Todes mußte der ruchlose Menelaus sterben, der nicht einmal ein Grab in der Erde fand, ganz wie er es verdient hatte;
denn nachdem er sich vielfach an dem Altar versündigt hatte, dessen Feuer samt der Asche heilig war, fand er in der Asche seinen Tod.
Der König aber zog in einer höchst feindseligen Stimmung heran und war entschlossen, den Juden das Schlimmste von dem anzutun, was sie schon von seinem Vater erlitten hatten.
Als Judas dies erfuhr, befahl er dem Volke, den Herrn bei Tag und Nacht anzurufen, daß er, wenn je zuvor, so auch jetzt denen zu Hilfe kommen wolle, die ihres Vaterlandes, ihres Gesetzes und des heiligen Tempels beraubt werden sollten,
auch nicht zugeben möge, daß das kaum ein wenig aufgelebte Volk wiederum in die Gewalt der abscheulichen Heiden gerate.
Nachdem sie dies alle einmütig getan und den allbarmherzigen Gott drei Tage lang ohne Unterbrechung mit Weinen und Fasten und Niederfallen angefleht hatten, hielt Judas eine Ansprache an sie und hieß sie sich bereit halten.
Nach einer geheimen Beratung mit den Ältesten beschloß er, bevor der König mit seinem Heere in Judäa einfiele und sich der Hauptstadt bemächtige, selbst auszuziehen und mit Gottes Hilfe die Sache abzumachen.
Indem er so die Entscheidung dem Schöpfer der Welt anheimstellte, ermahnte er die Seinen, mutig zu streiten und das Leben einzusetzen für ihre Gesetze und ihren Tempel, für ihre Stadt, ihr Vaterland und ihre Verfassung, und schlug sein Lager bei Modein auf.
Nachdem er dann den Seinen die Losung Sieg mit Gott! gegeben hatte, griff er mit einer auserwählten Schar der tapfersten jungen Männer bei Nacht das Hauptquartier des Königs an, erschlug bei 2000 Mann im Lager und machte auch den vornehmsten Elefanten samt allen Leuten in dessen Turm nieder.
Schließlich, nachdem sie das ganze Lager mit Furcht und Schrecken erfüllt hatten, zogen sie sich als Sieger zurück;
das geschah aber erst, als schon der Tag anbrach, unter dem hilfreichen Schutze des Herrn.
Als der König diesen Vorschmack von der Kühnheit der Juden erhalten hatte, suchte er sich der festen Plätze durch List zu bemächtigen.
So zog er gegen Bethsura, eine starke jüdische Festung, wurde zurückgeschlagen, berannte sie nochmals, wurde aber wieder besiegt;
denn Judas hatte den Belagerten Lebensmittel zuführen können.
Ein gewisser Rhodokus aber, ein Mann aus dem jüdischen Heere, verriet den Feinden die Geheimnisse, er wurde jedoch entdeckt, ergriffen und eingesperrt.
Nun unterhandelte der König zum zweiten Mal mit denen in Bethsura, bot Frieden an, schloß ab, zog weg, begegnete dem Heere des Judas, wurde geschlagen,
erfuhr nun, daß Philippus, den er in Antiochien als Reichsverweser zurückgelassen hatte, sich empört habe, geriet darüber in Bestürzung, machte den Juden freundliche Eröffnungen, gab nach, beschwor alle ihm gestellten Bedingungen, die er billig fand, versöhnte sich mit ihnen, brachte ein Opfer dar, ehrte den Tempel, bewies sich wohlwollend gegen die heilige Stätte,
nahm auch den Makkabäer freundlich auf und ließ den Hegemonides als Statthalter des Gebietes von Ptolemais bis Gerar zurück.
Er begab sich dann nach Ptolemais, dessen Einwohner aber über den Vertrag unwillig waren; sie waren aufgebracht über die Bestimmungen und hätten sie gern wieder umgestoßen.
Aber Lysias trat auf die Rednerbühne, hielt eine nachdrückliche Verteidigungsrede, überzeugte, besänftigte, begütigte und kehrte dann nach Antiochien zurück. So ist der Feldzug und der Wiederheimzug des Königs Antiochus verlaufen.
V. Fünfter Teil: Die Kämpfe des Judas gegen den König Demetrius bis zum Tode Nikanors
Drei Jahre später erfuhr Judas, daß Demetrius, des Seleukus Sohn, im Hafen von Tripolis mit einer Flotte und starker Heeresmacht eingelaufen sei,
und daß er sich des Landes bemächtigt und den Antiochus und dessen Vormund Lysias aus dem Wege geräumt habe.
Nun war da ein gewisser Alkimus, der früher Hoherpriester gewesen war, aber sich in den Zeiten der Religionsmengerei freiwillig entehrt hatte; dieser sah ein, daß auf keinem anderen Wege für ihn etwas zu hoffen, auch kein Zutritt zum heiligen Altar zu erlangen sei.
Er begab sich also zum Könige Demetrius im Jahre 150 und brachte ihm eine goldene Krone und einen Palmzweig, dazu Ölzweige, wie man solche im Namen des Tempels darzubringen pflegte, hielt sich aber damals noch zurück
und wartete auf eine günstige Gelegenheit zur Erreichung seiner schlimmen Absicht. Als er dann von Demetrius in eine Ratsversammlung berufen war und man ihn nach der Gesinnung und nach den Absichten der Juden befragte, gab er folgende Antwort:
Diejenigen Juden, die den Namen Chasidäer führen und an deren Spitze Judas der Makkabäer steht, unterhalten dauernd den Sinn für Krieg und Aufruhr und lassen das Reich nicht zur Ruhe kommen.
Aus diesem Grunde bin ich ja auch meiner ererbten Würde, nämlich des Hohenpriestertums, beraubt worden und bin jetzt hierher gekommen,
zunächst, weil ich in aufrichtiger Weise der Sache des Königs zugetan bin, sodann aber auch, weil ich meine eigenen Mitbürger berücksichtige; denn unser ganzes Volk leidet nicht wenig unter dem törichten Treiben der vorgenannten Leute.
Laß alles dieses untersuchen, o König, und nimm dich unseres Landes und unseres bedrängten Volkes an, gemäß deiner Menschenfreundlichkeit, die du gegen alle hegst;
denn solange dieser Judas noch im Lande ist, kann unmöglich Friede im Lande werden!
Nachdem dieser Mensch solche Reden geführt hatte, beeilten sich auch die anderen Vertrauten des Königs, die dem Judas feindlich gesinnt waren, den Demetrius gegen ihn aufzureizen.
Dieser ließ sofort den Nikanor kommen, den früheren Anführer der Elefanten-Abteilung, ernannte ihn zum Befehlshaber über Judäa und schickte ihn dorthin
mit dem schriftlichen Befehl, den Judas aus dem Wege zu schaffen, dessen Truppen zu zersprengen und den Alkimus zum Hohenpriester des Hauptheiligtums einzusetzen. –
Die Heiden, welche sich vor Judas aus ganz Judäa geflüchtet hatten, kamen nun scharenweise heran, sich an Nikanor anzuschließen, weil sie hofften, daß das Unglück und Mißgeschick der Juden für sie selbst ein Glück sein würde.
Als die Juden nun erfuhren, daß Nikanor im Anzuge sei und die Heiden einen Angriff vorbereiteten, streuten sie sich Staub auf ihre Häupter und wandten sich mit Gebeten an den, welcher seinem Volke ewigen Beistand zugesichert hat und sich immerdar seines Eigentums sichtbarlich annimmt.
Auf Befehl ihres Anführers brachen sie sogleich von dort auf und wurden mit den Feinden bei dem Dorfe Dessau handgemein.
Simon, der Bruder des Judas, war nun zwar bei einem Zusammenstoß mit Nikanor wegen der durch die Feinde bewirkten plötzlichen Bestürzung für kurze Zeit ins Wanken geraten;
trotzdem trug Nikanor, als er von der Tapferkeit der Truppen des Judas und von dem Mute hörte, mit dem sie für ihr Vaterland kämpften, nicht geringes Bedenken, eine Entscheidung durch Blutvergießen herbeizuführen.
Er entsandte daher den Posidonius und Theodotus und Mattathias, um über den Frieden zu unterhandeln.
Nachdem nun eine längere Erwägung der Sache stattgefunden, auch der Anführer dem ganzen Heere Mitteilung gemacht hatte und man zu einem einmütigen Entschluß gekommen war, billigten sie den Abschluß des Friedens.
Man bestimmte nun einen Tag für eine persönliche Zusammenkunft beider an demselben Orte; Judas ging auch hin, und man stellte auf jeder Seite einen Stuhl hin.
Judas hatte aber an schicklichen Orten Bewaffnete aufgestellt für den Fall, daß die Feinde plötzlich einen tückischen Überfall unternehmen würden; doch die Unterredung verlief in aller Ordnung.
Nikanor verweilte darauf einige Zeit in Jerusalem, ohne etwas Unrechtes zu tun, entließ vielmehr die Truppen, die er gesammelt hatte, scharenweise.
Während der ganzen Zeit hatte er den Judas um sich und war dem Manne von Herzen zugetan;
er empfahl ihm, zu heiraten und sich eine Familie zu gründen. Judas heiratete auch wirklich, lebte glücklich und genoß das Leben.
Als Alkumus aber sah, wie beide in freundlichen Beziehungen zueinander standen und einen Vertrag abgeschlossen hatten, nahm er eine Abschrift davon mit sich und verfügte sich zu Demetrius und sagte zu diesem, Nikanor verfolge staatsfeindliche Absichten; er habe sogar den Verschwörer gegen das Reich, den Judas, zu seinem Nachfolger im Hohenpriestertum bestimmt.
Der König geriet darüber in großen Zorn, und durch die Verleumdung des Bösewichts gereizt, schrieb er dem Nikanor, daß er mit dem Abschluß des Vertrages ganz unzufrieden sei, und befahl ihm, den Makkabäer unverzüglich gefesselt nach Antiochien zu schicken.
Als dieser Befehl bei Nikanor eintraf, wurde er bestürzt und unwillig darüber, daß er den Vertrag rückgängig machen sollte, obgleich doch der Mann nichts Unrechtes begangen hatte.
Da es aber nicht anging, dem Willen des Königs zuwiderzuhandeln, beschloß er, eine Gelegenheit abzuwarten, um die Sache mit List auszuführen.
Der Makkabäer aber, welcher merkte, daß Nikanor ihm weniger freundlich begegnete und sein sonstiges Verhalten in größere Kälte hatte umschlagen lassen, begriff wohl, daß diese Stimmung nichts Gutes bedeutete; er zog daher eine nicht geringe Anzahl seiner Leute zusammen und verbarg sich vor Nikanor.
Da der andere sich nun von dem Manne tüchtig überlistet sah, begab er sich in den hochheiligen Tempel, gerade als die Priester die üblichen Opfer ausrichteten, und befahl ihnen, den Mann auszuliefern.
Da diese aber eidlich versicherten, nicht zu wissen, wo der Gesuchte sich befinde,
streckte er die rechte Hand gegen den Tempel aus und schwur: Wenn ihr mir den Judas nicht gefesselt ausliefert, so mache ich dieses euer Gotteshaus dem Erdboden gleich, reiße den Altar nieder und errichte hier dem Bakchus einen prachtvollen Tempel!
Nach diesen Worten ging er weg. Die Priester aber erhoben die Hände zum Himmel und riefen den an, der allezeit der Beschützer unseres Volkes ist, und beteten:
Du, o Herr, der du keines Dinges bedarfst, du hast gewollt, daß ein Tempel als deine Wohnung in unserer Mitte sei.
So bewahre nun, heiliger Herr, von dem alle Heiligung kommt, dieses vor kurzem erst neu geweihte Haus vor aller Befleckung immerdar !
Nun wurde dem Nikanor ein gewisser Razis angezeigt, einer von den Ältesten Jerusalems, ein Mann, der seine Mitbürger liebte und sich eines vorzüglichen Rufes erfreute und den man wegen seiner Wohltätigkeit den Judenvater nannte.
Früher schon, in den Zeiten, als man sich von Vermengung mit heidnischem Wesen fernhielt, hatte er sich entschieden zum Judentum bekannt und Leib und Leben für seinen Glauben mit großer Standhaftigkeit eingesetzt.
Da nun Nikanor seine feindliche Gesinnung gegen die Juden offen zeigen wollte, schickte er mehr als 500 Mann aus, um ihn gefangen zu nehmen;
denn er dachte, wenn er diesen ergriffe, würde er den übrigen einen schweren Schlag versetzen.
Im Augenblick aber, als die Truppen den Turm einzunehmen im Begriff waren und den Eingang zum Hofe erzwingen wollten und man nach Feuer rief, um die Tore in Brand zu stecken, stürzte sich Razis, der nicht mehr entfliehen konnte, in sein Schwert,
weil er lieber edelmütig sterben als diesen Ruchlosen in die Hände fallen und auf eine seines edlen Sinnes unwürdige Weise mißhandelt werden wollte.
Da er sich aber in der Hast nicht tödlich getroffen hatte und der Haufe schon ins Innere eindrang, lief er heldenmütig auf die Mauer und stürzte sich mannhaft auf die Menge hinab.
Diese wich aber rasch zurück, und so entstand ein leerer Raum, in den er mitten hineinfiel.
Er lebte aber noch, und obgleich das Blut stromweise floß und seine Wunden schwer waren, stand er, von Zorn entbrannt auf, lief rasch durch die Menge und trat auf einen steilen Felsen.
Hier riß er sich, nachdem er schon all sein Blut verloren hatte, mit beiden Händen die Eingeweide aus dem Leibe und schleuderte sie auf die Truppen , rief darauf den Herrn des Lebens und des Geistes an, daß er ihm beides einst wiedergeben wolle, und starb auf diese Weise.
Als Nikanor aber erfuhr, daß Juda mit seinen Leuten sich in den Ortschaften von Samarien aufhalte, beschloß er, sie am Ruhetage in aller Sicherheit anzugreifen;
und als die Juden, die zwangsweise ihm folgten, zu ihm sagten: Bringe sie doch nicht so grausam und unmenschlich ums Leben, sondern halte den Tag in Ehren, den der Allwissende mit Heiligkeit ausgezeichnet hat,
da fragte sie dieser Erzschurke, ob denn im Himmel ein Herr sei, der den Sabbat zu feiern befohlen habe.
Und als sie ihm offen erklärten, es sei der lebendige Gott selbst, der Herr im Himmel, der geboten habe, den siebenten Tag zu feiern,
da antwortete jener: Und ich bin der Herr auf Erden, und ich befehle euch, die Waffen zu ergreifen und den Dienst des Königs zu vollführen! Gleichwohl gelang es ihm nicht, seinen schändlichen Vorsatz auszuführen.
Er hatte sich wohl in seinem übermütigen Trotze vorgesetzt, einen öffentlichen Triumph über Judas und dessen Truppen abzuhalten;
aber der Makkabäer, unerschütterlich in seinem Vertrauen, hoffte fest auf die Hilfe des Herrn
und ermahnte die Seinen, sich durch das Anrücken der Heiden nicht einschüchtern zu lassen; vielmehr sollten sie in der Erinnerung an den Beistand, der ihnen früher oftmals vom Himmel her zuteil geworden sei, auch jetzt fest auf den Sieg hoffen, den der Allmächtige ihnen verleihen würde.
Er ermutigte sie auf Grund des Gesetzes und der Propheten und erinnerte sie auch an die Kämpfe, die sie schon bestanden hatten, und stärkte so ihren Mut.
Nachdem er sie so begeistert hatte, erteilte er seine Befehle, wobei er auch noch auf die Treulosigkeit der Heiden und ihre Wortbrüchigkeit hinwies.
Nachdem er so jeden von ihnen gewappnet hatte nicht sowohl mit der Zuversicht auf Schild und Speer als vielmehr mit dem Zuspruch trefflicher Worte, stimmte er obendrein alle noch fröhlich durch die Erzählung eines überaus glaubhaften Traumes.
Das darin zur Erscheinung gebrachte Gesicht war aber folgendes: Onias, der einstmalige Hohepriester, ein durchaus rechtschaffener Mann, bescheiden im Umgang, sanftmütig von Charakter, würdevoll in seiner Rede und von Jugend auf aller Tugenden beflissen, – den hatte er gesehen, wie er die Hände ausstreckte und für die gesamte Gemeinde der Juden betete;
und darauf sei ein ebenso durch graues Haar und würdevolles Aussehen ausgezeichneter Mann erschienen, den eine ganz wunderbare, hochherrliche Majestät umgeben habe.
Dann habe Onias das Wort ergriffen und gesagt: Dies ist der Freund seiner Brüder, der für das Volk und für die heilige Stadt viel betet, der Prophet Gottes, Jeremia.
Jeremia aber habe die Hand ausgestreckt und dem Judas ein goldenes Schwert überreicht und dabei gesagt:
Nimm hin das heilige Schwert als ein Geschenk Gottes; mit diesem wirst du die Feinde schlagen!
Ermutigt durch diese herrlichen Worte des Judas, die ganz geeignet waren, zur Tapferkeit anzufeuern und den Jünglingsherzen Mannesmut einzuflößen, beschlossen sie, kein Lager zu beziehen, sondern tapfer anzugreifen und, mit voller Mannhaftigkeit kämpfend, die Entscheidung herbeizuführen, weil ja auch die Hauptstadt und der Gottesdienst und der Tempel in Gefahr schwebten.
Denn die Sorge für ihre Weiber und Kinder, sowie für ihre Brüder und Verwandten lag ihnen weniger am Herzen: ihre erste und größte Sorge war die für das Heiligtum.
Aber auch die in der Stadt Zurückgebliebenen hatten keine geringe Angst, da sie wegen der im freien Felde zu liefernden Schlacht beunruhigt waren.
Als so alle schon der kommenden Entscheidung mit Spannung entgegensahen, die Feinde sich bereits vereinigt hatten und das Heer in Schlachtordnung aufgestellt war, auch die Elefanten an einem geeigneten Orte Stellung gefunden hatten und die Reiterei auf beiden Flügeln wohlgeordnet stand:
da, angesichts der heranziehenden Heeresmassen und der verschiedenen Waffengattungen und der Wildheit der Elefanten, streckte der Makkabäer die Hände gegen den Himmel aus und rief den wundertätigen Herrn an, wohl wissend, daß der Sieg nicht durch Waffen erfochten wird, sondern daß Gott ihn denen verleiht, die er dessen würdig erachtet.
Er betete aber folgendermaßen: Du, Herr, hast deinen Engel gesandt zur Zeit Hiskias, des Königs von Juda, und er erschlug von dem Heere Sanheribs 185000 Mann.
Sende auch jetzt, Herr des Himmels, einen guten Engel vor uns her, um jenen dort Furcht und Schrecken einzujagen!
Laß sie durch die Kraft deines Armes niedergeschmettert werden, sie, die mit Lästerungen gegen dein heiliges Volk heranziehen! Mehr sagte er damals nicht.
Die Truppen Nikanors rückten unterdessen mit Trompetenschall und Kriegsgesängen heran;
die des Judas dagegen wurden mit ihnen handgemein, indem sie Gott im Gebet anriefen.
Und so, mit den Händen kämpfend, mit den Herzen aber zu Gott betend, streckten sie nicht weniger als 35000 Mann nieder, hocherfreut durch Gottes offenbaren Beistand.
Nach beendigtem Kampfe aber, als sie voller Freude zurückkehrten, erkannten sie den Nikanor, der in voller Rüstung gefallen war.
Da erhoben sie ein großes Geschrei und Getümmel und priesen den Herrn in ihrer vaterländischen Sprache.
Judas aber, der immer und überall mit Leib und Seele für seine Mitbürger an erster Stelle gekämpft und von Jugend an die Liebe zu seinen Volksgenossen treu bewahrt hatte, gab den Befehl, man solle dem Nikanor den Kopf und den Arm bis zur Schulter abhauen und beides nach Jerusalem bringen.
Als er selbst dahin gekommen war, rief er seine Landsleute und die Priester zusammen, ließ sie vor dem Altar Aufstellung nehmen und die Feinde aus der Burg herbeiholen.
Er zeigte ihnen nun den Kopf des verruchten Nikanor und die Hand des Lästerers, die er in seiner Prahlerei gegen das heilige Haus des Allmächtigen ausgestreckt hatte;
dann ließ er dem gottlosen Nikanor die Zunge ausschneiden und stückweise den Vögeln hinwerfen, das übrige aber als Lohn seiner Verruchtheit dem Tempel gegenüber aufhängen.
Alle aber priesen, zum Himmel gewandt, den Herrn, der sich so offenbar hilfreich erwiesen hatte, und riefen aus: Gelobt sei der, welcher seine Wohnstätte unbefleckt erhalten hat!
Den Kopf Nikanors aber ließ er an der Burg aufhängen als ein deutliches und allen sichtbares Zeichen der Hilfe des Herrn;
und durch einmütigen Beschluß der Gemeinde wurde festgesetzt, daß dieser Tag nicht ungefeiert bleiben, sondern festlich begangen werden solle, nämlich am 13. Tage des 12. Monats, der auf syrisch Adar heißt, einen Tag vor dem Mardochäustage.
So ist die Geschichte mit Nikanor verlaufen; und da von dieser Zeit an die Hauptstadt in der Gewalt der Hebräer geblieben ist, so will auch ich meinen Bericht hier schließen.
Wenn ich ihn gut und geschickt abgefaßt habe, so ist das eingetreten, was ich selbst mir vorgenommen hatte; ist er aber schwach und mittelmäßig ausgefallen, so habe ich doch getan, was ich vermochte.
Denn wie es unangenehm ist, den Wein allein zu trinken und ebenso auch das Wasser, während Wein mit Wasser vermischt wohlschmeckend ist und einen köstlichen Genuß gewährt, so dient auch die Art, wie man einen Bericht abfaßt, dazu, diejenigen zu ergötzen, denen das Dargestellte vorgetragen wird. Damit will ich schließen!
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